Fr., 15.05.2015 , 15:12 Uhr

Segnung gleichgeschlechtlicher Paare - Kardinal Reinhard Marx rügt ZdK

Familie, Partnerschaft, Homosexuelle – das sind heiße Eisen in der katholischen Kirche. Zu spüren bekommen das nun die Laien, die sich offen für eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen haben.

 

 

München  – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die katholischen Laien wegen ihrer Vorschläge zum Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren gerügt. Einige Forderungen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) seien „mit Lehre und Tradition der Kirche nicht vereinbar“, teilte Marx am Freitag mit.

 

Das ZdK hatte Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare gefordert. Zudem solle die Kirche liturgische Formen zur Segnung neuer Partnerschaften nach einer Scheidung finden. „Beide Themen bedürfen einer weiteren theologischen Klärung und nicht vorschneller, plakativer Forderungen“, kritisierte der Münchner Erzbischof Marx. „Eine sicher notwendige theologische Debatte und ein innerkirchlicher Dialog werden so nicht gefördert.“

 

Auch Bischof Oster kritisiert ZdK

 

Schon kurz nach der Veröffentlichung der ZdK-Erklärung hatte sich der Passauer Bischof Stefan Oster auf Facebook geäußert: „Das Zentralkomitee ist aus meiner Sicht dabei, mit dieser Erklärung sehr wesentliche Aspekte des biblischen Menschenbildes und des biblischen Offenbarungsverständnisses hinter sich zu lassen. Und tatsächlich beunruhigend ist für mich, dass es diesen Weg offenbar mit der größtmöglichen Mehrheit seiner Repräsentanten geht“, schrieb Oster.

 

Das ZdK teilte daraufhin mit: „Wer Brücken zwischen Lehre und Lebenswelt bauen will, wendet sich gerade nicht von dieser Lehre ab, sondern er oder sie wendet sich ihr zu.“

 

Nach katholischer Lehre ist die Ehe von Mann und Frau ein Sakrament und kann nicht gelöst werden. Deshalb sind Geschiedene, die auf dem Standesamt erneut heiraten, von der Kommunion ausgeschlossen und können auch nicht erneut kirchlich heiraten. Im Herbst wollen sich die katholischen Bischöfe in Rom mit umstrittenen Fragen der Themen Familie und Sexualität befassen. (dpa/lby)

 

Das könnte Dich auch interessieren

08.03.2026 Alles zur Kommunalwahl auf münchen.tv Die Kommunalwahl in München am 8. März 2026 entscheidet darüber, wer künftig im Rathaus und in den Bezirksausschüssen die Richtung für unsere Stadt vorgibt. Auf unserer Seite zur Wahl finden Sie einen interaktiven München‑O‑Mat, mit dem Sie Ihre eigenen Positionen mit den Programmen der antretenden Parteien und Wählergruppen vergleichen können – einfach Thesen beantworten, Parteien 06.03.2026 Dauerhafte Haarentfernung im Realitätscheck: Was Ergebnisse wirklich stabil hält 05.03.2026 Medizinisches Cannabis in München: Wenn aus einer Debatte Lebensqualität wird Doch es herrscht auch Klärungsbedarf. Cannabis ist in den Köpfen vieler noch immer ein Lifestyle-Produkt, doch die Realität in den Münchner Praxen sieht anders aus. Hier geht es nicht um Trends, sondern um Schmerzlinderung, um die Rückkehr in den Alltag und um die Verantwortung, die eine moderne Therapie mit sich bringt.   Ein Medikament auf 05.03.2026 Die neue Ästhetik der Stille: Warum Münchens Top-Adressen auf biophiles Design setzen