Mi., 25.02.2015 , 13:07 Uhr

Stadtrat Offman greift BR an - Debatte um neuen Konzertsaal ist Luxusdiskussion

Ein neuer Konzertsaal für München? Eine Debatte ohne bisherigen Schlussakkord: Stadt und Freistaat lehnen ab, wollen den Gasteig dafür sanieren. Doch die Befürworter eines neuen Kultur-Tempels lassen nicht locker. Auch nicht im „Stadtgespräch“ auf münchen.tv.

 

 

München – Zwillingslösung, mit Gasteig und Herkulessaal, statt eines neuen Konzertsaals, Stand jetzt, verzichten die Stadt München und der Freistaat Bayern auf das nächste Millionenprojekt an der Isar. Seehofer hält damit sein Versprechen eines dritten Konzertsaals für München nicht ein. Einen Fehler habe Seehofer nicht begannen, verteidigt Spaenle ohne die Miene zu verziehen, denn: „Ein bayerischer Ministerpräsident begeht keine fundamentalen Fehler…“

 

 

Die Gründe sind vielfältig, die Diskussionen nach wie vor hitzig – auch im Stadtgespräch auf münchen.tv mit Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), Stadtrat Marian Offman (CSU), Manfred Wutzlhofer vom Verein Konzertsaal München e.V. und Martin Wöhr, dem Vorsitzenden der Freunde des BR-Symphonieorchesters.

 

 

Während Spaenle erklärte sich zu freuen, weil so seit den 1980er-Jahren in München nicht mehr über Kultur diskutiert wurde, schimpfte Offman: „Diese Diskussion ist allmählich ärgerlich. München hat weit andere Probleme: Wie zum Beispiel den Wohnungsmarkt. Was sollen denn die Menschen dazu sagen, die sich keine Wohnung leisten können? Was wir hier führen, ist eine Luxusdiskussion.“ münchen.tv zeigt die unterschiedlichen Standpunkte zu den wichtigsten Themen:

 

 

Ort:

Museumsinsel, Finanzgarten, Gasteig-Renovierung, Herkulessaal – genug Ideen für einen neuen Philharmoniestandort lagen vor, doch einigen können sich die Beteiligten bisher nicht. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) haben deshalb die Übereinkunft getroffen, den Gasteig zu sanieren. Wegen angeblich mangelhafter Akustik.

 

 

Martin Wöhr von den Freunden des BR-Symphonieorchesters sagt: „Ein Saal ist wie ein Instrument. Und ein Orchester kann nur so gut spielen, wie es der Saal unterstützt.“

 

 

„Uns droht eine Konzertsaal-Katastrophe“

 

Nach Meinung von Marian Offman tut er das ausreichend gut. Der CSU-Stadtrat ist selbst Kulturliebhaber, besucht laut eigener Aussage häufig Konzerte in der Philharmonie. „Ich verstehe das ganze Schlechtreden nicht. Ich habe noch nie gehört, dass die besten Dirigenten und Musiker nicht nach München in den Gasteig kommen, weil die Akustik nicht stimmt. Der Gasteig zählt schon jetzt zu den besten Konzertsälen der Welt.“

 

 

Doch die Gasteigsanierung sorgt auch deshalb für Gesprächsstoff, weil es während des zwei bis drei Jahre währenden Umbaus zu Platzproblemen für drei Münchner Orchester führt.  Zudem ist neben Münchens Einwohnerzahl in den letzten Jahren auch der Bedarf gewachsen. „Uns geht es nicht nur um einen neuen Saal auf Weltniveau, sondern wir brauchen Platz“, fordert Manfred Wutzlhofer: „Da hilft es auch nicht, in dieser Zeit im Herkulessaal spielen zu können. Für die private Nachfrage fehlt dann vollends die Kapazität.

 

Wutzlhofer schlägt Alarm: „Jetzt haben wir ein Konzertsaal-Problem, mit der Gasteig-Lösung eine Konzertsaal-Krise und wenn es so weitergeht, dann eine Konzertsaal-Katastrophe.“

Finanzierung:

 

Auf 200 bis 300 Millionen Euro beziffert Spaenle den Neubau eines dritten Konzertsaals für München. Offman sprach gar von 400 Millionen. Wer die Kosten tragen soll ist unklar. Prinzipiell ist die Stadt für die Philharmoniker und der Staat für das Staatsorchester zuständig. Für die BR-Symphoniker ist der Bayerische Rundfunk primär zuständig. Ein gewaltiger Medienapparat steht dahinter, den Spaenle nun angreift: Nur fordern würde der BR, aber keine Träger der Kosten nennen.

 

Marian Offman macht diese Haltung wütend. München habe wirklich andere Probleme. In den kommenden fünf Jahren werden rund 2 Milliarden Euro für Bayerns Landeshauptstadt locker gemacht. Projekte wie der Wohnungsbau, die Pinakotheken und die Erneuerung des Klinikum Großhadern machen das erforderlich.

 

Man wird abwarten müssen, ob der Kultur-Tempel für München nicht doch noch kommt. Denn an Spaenle gewandt, erklärte Wutzlhofer am Ende der Sendung: „Bringen Sie uns einen Standort, wir bringen das Geld.“

 

make

Stadtgespräch

Das könnte Dich auch interessieren

09.02.2026 Studentische Aushilfe (m/w/d) Minijob IT - Inventarisierung 05.02.2026 Physiotherapie am Tegernsee: Deshalb ist die Physiotherapie am schönen Tegernsee in aller Munde Die Region rund um den Tegernsee entwickelt sich zunehmend zu einem Hotspot für die hochwertige physiotherapeutische Versorgung. Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile der professionellen Behandlung in der idyllischen Umgebung des oberbayerischen Sees. Die Kombination aus fachlicher Expertise, moderner Ausstattung und der einzigartigen Lage macht die physiotherapeutischen Angebote in dieser Region besonders attraktiv.   Warum 04.02.2026 Alles zur Kommunalwahl auf münchen.tv Die Kommunalwahl in München am 8. März 2026 entscheidet darüber, wer künftig im Rathaus und in den Bezirksausschüssen die Richtung für unsere Stadt vorgibt. Auf unserer Seite zur Wahl finden Sie einen interaktiven München‑O‑Mat, mit dem Sie Ihre eigenen Positionen mit den Programmen der antretenden Parteien und Wählergruppen vergleichen können – einfach Thesen beantworten, Parteien 29.01.2026 Aus Bayern in die Schweiz: Was vor dem Umzug unbedingt zu beachten ist Die Schweiz zieht seit Jahren viele Menschen aus Bayern an. Nähe zur Heimat, attraktive Arbeitsbedingungen und eine hohe Lebensqualität machen den Schritt über die Grenze besonders für Fachkräfte interessant. Gleichzeitig wird der Umzug häufig unterschätzt, denn rechtliche Vorgaben, Fristen und organisatorische Details unterscheiden sich deutlich von denen in Deutschland. Wer unvorbereitet startet, riskiert unnötige Verzögerungen