Do., 18.01.2018 , 16:27 Uhr

Sturmtief "Friederike" über Bayern - Störungen, Ausfälle und kein Fernverkehr

Abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Skigebiete und Flieger, die am Boden bleiben: Sturmtief «Friederike» hat am Donnerstag Kurs auch auf Bayern genommen.

 

Sturmtief «Friederike» hat am Donnerstag auch Bayern nicht verschont. Reisende waren ab dem späten Nachmittag vor allem von der kompletten Einstellung des Bahn-Fernverkehrs betroffen. Bei der Münchner S-Bahn fielen bei einigen Linien Züge aus, weil Bäume in die Oberleitung gestürzt waren, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Feuerwehr und Bahntechniker waren im Einsatz, um die Schäden zu beheben und die Gleise zu räumen. In Schwaben und Franken blockierten umgefallene Bäume den Regionalverkehr.

 

Am größten bayerischen Airport in München fielen bis zum Nachmittag 20 Flüge wetterbedingt aus. Grund dafür sei das schlechte Wetter an den Start- und Zielflughäfen gewesen, sagte ein Sprecher des Münchner Flughafens. Vor allem innerdeutsche Flüge und Verbindungen nach Amsterdam seien betroffen gewesen. Anders sah es in Nürnberg aus. Dort habe es keine wetterbedingten Flugausfälle gegeben, sagte ein Sprecher am Donnerstagnachmittag.

 

Auf den Straßen im Freistaat kam es wegen Glätte und Böen zu zahlreichen Unfällen. Es blieb laut Polizei bei leichten Verletzungen und Blechschäden. In ganz Bayern stürzten Bäume auf Straßen und blockierten die Durchfahrt.

 

Auf der Zugspitze sorgte der Sturm für einen kompletten Stillstand. Das Skigebiet auf dem Gletscher war am Donnerstag geschlossen, wie die Bayerische Zugspitzbahn mitteilte. Deutschlands höchster Berg war nur noch mit der Zahnradbahn von Garmisch-Partenkirchen aus zu erreichen, weil die Gondeln außer Betrieb waren.

 

In den bayerischen Alpen galt am Donnerstag die zweithöchste Lawinenwarnstufe (Stufe 4). Der Sturm habe den Neuschnee in Rinnen und Mulden geweht und so meterhohe Triebschneefelder gebildet, teilte der Lawinenwarndienst am Donnerstag mit. Diese könnten sich mit steigenden Temperaturen und Regen in den nächsten Tagen schnell lösen und als Lawine bergab rauschen.

 

Die bayerische Schlösserverwaltung warnte am Donnerstagnachmittag vor Besuchen von Schlossparks und des Englischen Gartens in München. Es habe Lebensgefahr durch umstürzende Bäume bestanden, erklärte eine Sprecherin.

 

Zum Schutz vor Sturmschäden schloss der Zoo in Augsburg vorsichtshalber schon mittags seine Pforten für Besucher. Die Stadt sperrte außerdem am Nachmittag die Augsburger Friedhöfe. Auch die Fußballer aus Schwaben waren vom Orkan betroffen. Die Spieler des FC Augsburg wichen vom Trainingsgelände in das Stadion aus, «weil draußen war es nicht möglich bei dem Wind», wie Trainer Manuel Baum sagte.

 

Für die Schüler in der Stadt und den Landkreis Hof sowie im Landkreis Wunsiedel hatte der Sturm eine gute Seite: Das Landratsamt hatte am Donnerstag den Unterricht an allen Schulen ausfallen lassen. In Oberfranken endete nach Angaben der Bezirksregierung der Schulunterricht bereits um 12 Uhr.

 

Für diesen Freitag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Glätte auf Bayerns Straßen. Der Schneefall lässt demnach weitestgehend nach: Gebietsweise fallen bis zu drei Zentimeter Neuschnee, in den Alpentälern bis zu fünf Zentimeter. Der Wind flacht laut DWD ab und nur noch auf den Alpengipfeln kann es zu orkanartigen Böen kommen.

 

dpa/lby

Bahn Fernverkehr Frederike Strumntief

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