Do., 09.01.2014 , 09:16 Uhr

Manuel Neuer: Ära prägen wie Kahn

Bayerns Torhüter Manuel Neuer ist Welttorhüter des Jahres – leider nur ein inoffizieller Titel, aber Neuer ist stolz.

Der Nationalkeeper aber strebt 2014 nach noch größerem Ruhm. Sportvorstand Sammer sieht ihn beim FC Bayern auf Kahns Spuren.

 

Beim Abendessen in Doha gab es Applaus für Manuel Neuer. Die Teamkollegen beim FC Bayern feierten im Mannschaftshotel ihre Nummer 1 für die Auszeichnung als Welttorhüter des Jahres. «Das ist etwas ganz Großes. Ich habe mich riesig gefreut», berichtete der 27 Jahre alte deutsche Fußball-Nationaltorhüter am Mittwoch im Trainingslager des Champions-League-Siegers in Doha. Für sich alleine aber mochte er die Auszeichnung nicht reklamieren: «Ich habe es in erster Linie der Mannschaft zu verdanken, auch meinen Förderern und Trainern.»

 

Dass die Titelvergabe der Internationalen Föderation für Fußball-Statistik (IFFHS) nicht mit der Weltfußballer-Kür des Weltverbandes FIFA mithalten kann, der am kommenden Montag in Zürich Franck Ribéry, Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi als besten Spieler auf dem Planeten ehren wird, stört den 27-jährigen Neuer nicht.

 

Denn die Ehrentafel der Welttorhüter vom spanischen Weltmeister Iker Casillas über Gianluigi Buffon, der 2006 mit Italien den WM-Titel eroberte, bis hin zu Andreas Köpke (1996) und dem dreimal ausgezeichneten Oliver Kahn (1999, 2001, 2002) gilt trotzdem als Gütesiegel. «Es ist schön, neben den anderen Torhütern zu stehen, die das erreicht haben», sagte Neuer. «Die Wahl hat Tradition, damit hat sie einen hohen Stellenwert», meinte auch Matthias Sammer.

Im Münchner Fünf-Titel-Jahr sei Neuers Wahl «logisch und konsequent», sagte der Bayern-Sportvorstand in Doha der Nachrichtenagentur dpa: «Manuel ist ein kompletter Torhüter.» Und er sei noch nicht am Ende, weder beim FC Bayern noch im Nationalteam. «Er ist von der Altersstruktur her in einer Phase, wo er eine Ära prägen kann wie Oliver Kahn», sagte Sammer. Ein «Führungsspieler» sei Neuer, «und ein außergewöhnlicher Mensch und Charakter».

 

Was der Schlussmann 2013 geleistet habe, «war sehr, sehr stark», lobte der Brasilianer Dante. «Wir wissen, dass der beste Torwart der Welt hinter uns steht. Da fühlt man sich als Abwehrspieler gut auf dem Platz», erklärte der Münchner Innenverteidiger.

Welttorhüter klingt gut. Aber wichtiger als Einzeltitel sind Neuer Erfolge mit seinen Mannschaften. Weltmeister-Torwart, das wäre die Krönung 2014. «Wenn wir das gemeinsam für unser Land schaffen würden, wäre es ein Traum, der in Erfüllung gehen würde», sagte Neuer zur Titelmission mit der Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien.

 

«Wir haben noch viel vor im Verein und der Nationalmannschaft», lautete Neuers leicht verspätete Neujahrsbotschaft. Mit Trainer Pep Guardiola sieht er die Möglichkeit, dass der FC Bayern noch besser wird. «Wir trainieren erst ein halbes Jahr unter Pep Guardiola und er ist noch lange nicht am Ende mit uns. Wir sind weiter hungrig.»

 

Der Wechsel von seinem Heimatclub FC Schalke zum FC Bayern im Sommer 2011 war für Neuer der richtige Karriereschritt. Seine größte Leistung ist womöglich, dass er die anfängliche Ablehnung, die dem Ur-Schalker von den Bayern-Ultras entgegenschlug («Koan Neuer») in höchsten Respekt verwandeln konnte. «Gut Ding will Weile haben», kommentierte Sammer mit einem Lächeln die gewandelte Beziehung.

Eine FIFA-Auszeichnung als weltbester Torwart könnte Neuer im übrigen auch noch erhalten. Gemeinsam mit Kapitän Philipp Lahm wird er Franck Ribéry zur Weltfußballer-Gala am Montag nach Zürich begleiten: Der Torwart steht in der Endauswahl zur Weltelf 2013.

 

 

 

jn / dpa

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