Do., 10.01.2019 , 17:25 Uhr

Schneechaos: Kind von Baum erschlagen - Schwimmbad evakuiert - Regionalverkehr teils eingestellt

 

Auch in Traunstein gilt nun der Katastrophenfall

 

Nach den starken Schneefällen gilt nun auch im Landkreis Traunstein der Katastrophenfall. Das Landratsamt übernehme die Koordination der Einsatze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Die schweren Schneemassen seien eine Gefahr für die Menschen in der Region. Auch auf die Hilfe der Bundeswehr werde man zugreifen. Die Behörden hatten bereits für die Landkreise Miesbach und Berchtesgadener Land den Katastrophenfall ausgerufen. Dort brachten Soldaten mit gepanzerten Kettenfahrzeugen Menschen aus zugeschneiten Orten und räumten Schneemassen von Dächern.

 

Aying: Kind von Baum erschlagen

 

Ein neunjähriger Junge ist in Aying (Landkreis München) von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war der Baum unter der hohen Schneelast zusammengebrochen. Erst nach 20 Minuten entdeckten Zeugen den darunter begrabenen Bub und alarmierten die Rettungskräfte. Diese versuchten rund eine Stunde lang vergeblich, das Kind wiederzubeleben. In vielen teilen Bayerns – das gilt auch für München – wird aktuell davor gewarnt sich im Wald aufzuhalten. So warnt das Baureferat dringend davor, Bereiche mit Baumbestand wie Parks und Grünanlagen, Isarauen und städtische Wälder zu betreten und empfiehlt, die Nähe von Bäumen allgemein zu meiden. Einige Friedhöfe der Landeshauptstadt bleiben deshalb geschlossen. In Ottobrunn wurde ein Schwimmbad evakuiert. Wegen der massiven Schneelast auf dem Dach mussten die Gäste das Bad verlassen.

 

Bahn stellt wegen Schnee Regionalverkehr in Bayern teilweise ein

 

Die Deutsche Bahn (DB) kommt mit dem Räumen der verschneiten Strecken teilweise nicht mehr hinterher und stellt deswegen in den kommenden Tagen den Regionalverkehr in Teilen Süd- und Ostbayerns ein. In den Regionen Kempten, Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden fallen in den nächsten Tagen die Züge aus, wie ein Sprecher am Donnerstag in München mitteilte. Außerdem fahren die Waldbahn in Niederbayern und die Bayerische Oberlandbahn südlich von München nicht. Auf den Strecken von München nach Stuttgart, Nürnberg, Regensburg sowie nach Salzburg und Kufstein rollten die Züge nach DB-Angaben bislang weitestgehend nach Fahrplan.

 

„Umgeknickte Bäume, die unter der Schneelast auf Strecken und Oberleitungen gefallen sind, sowie enorme Schneemengen erschweren die Räumung der Strecken“, sagte der Sprecher. Das Unternehmen werde sich beim Schneeräumen der Gleise auf das Haupt- und Münchner S-Bahn-Netz konzentrieren. Auf den viel befahrenen Strecken werde der Betrieb aufrecht erhalten.

 

Weiterhin schulfrei an etlichen Schulen

 

Für viele Kinder vor allem in Oberbayern bedeutet der Schnee schulfrei. Viele Schulen lassen aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen. So meldete der Landkreis Berchtesgadener Land am Donnerstagmorgen, sämtliche Schulen geschlossen zu halten. Im Landkreis und in der Stadt Rosenheim sind beinahe alle Schulen betroffen, Eltern von Schülern an den Grund- und Mittelschulen sowie an sonderpädagogischen Förderzentren bleibt es freigestellt, ihre Kinder zum Unterricht zu schicken. Auch viele Schulen im Landkreis Traunstein und einzelne Schulen im Landkreis Ebersberg sind betroffen. Die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen entschlossen sich bereits zu Beginn der Woche, den Unterricht an allen Schulen die gesamte Woche ausfallen zu lassen. Im Oberallgäu betonten die Behörden, dass der Schulbetrieb dort regulär stattfinde.

 

dpa/pm

 

 

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