Di., 08.05.2018 , 15:19 Uhr

Vorsicht, Webcam: Immer mehr Erpressungsfälle mit Selbstbefriedigungs-Videos

Derzeit häufen sich im Münchner Umland Fälle, in denen hauptsächlich Männer mit peinlichen Fotos oder Videos, insbesondere bei der Selbstbefriedigung, erpresst werden. Die Unbekannten wollen bezwecken, dass ihre Opfer Geld in Form von Bitcoins überweisen, andernfalls würden sie das Material veröffentlichen.

 

Vielen Internetnutzern flattern laut einer Mitteilung der Polizei in Germering derzeit Mails in ihre Postfächer, in denen unbekannte Erpresser behaupten, sie seien im Besitz von Videos, auf denen die Angeschriebenen in peinlichen Situationen vor ihrem PC bzw. vor ihrem Handy zu sehen sind. Weiter drohen die unbekannten Absender ihren Opfern damit, die Aufnahmen zu veröffentlichen, falls der Nutzer nicht 500 Euro in Bitcoin bezahle.

 

Allein an einem einzigen Tag in dieser Woche erschienen bei der Polizei Germering drei Männer im Alter von 31, 59 und 73 Jahren, die entsprechende Mails erhalten hatten. Aber auch andere Dienststellen, darunter Wolfratshausen, Penzberg oder München, bearbeiten immer wieder derartige Fälle. Selbst das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit seinen mehr als 30 Dienststellen hatte vor dieser Betrugsmasche bereits vor Jahren gewarnt.

 

Video wurde an Ehefrau verschickt

 

In einem Fall, den die Polizei schildert, war der 31-jährige Geschädigte aus Germering tatsächlich am 06.05.18 mit seinem Smartphone auf Porno-Seiten unterwegs und war bei seinen Handlungen offensichtlich von einem unbekannten Täter über die integrierte Handy-Kamera gefilmt worden. Am darauffolgenden Tag erhielt die Ehefrau des Mannes auf ihrem Facebook-Account die pikanten Aufnahmen ihres Mannes übersandt. Der Erpresser drohte damit, dass er das Bildmaterial auf „Youtube“ veröffentlichen werde, wenn er nicht zahle.

 

Die Polizei rät beim Empfang derartiger Erpresser-E-Mails keinesfalls zu zahlen, „selbst wenn man sich auf irgendeine Weise ertappt fühlt“.

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