Do., 12.01.2017 , 14:04 Uhr

Waffen, Spreng-Fallen und Drogen: Gefährliche Durchsuchung bei 16-Jährigem

Es ist eine umfangreiche Liste verbotener Gegenstände, die die Polizei bei einem 16-jährigen Schüler fand. Neben versteckten Waffen und Drogen, hatte der Junge wohl auch Spreng-Fallen in seinem Zimmer vorbereitet.

 

Weil er mit Drogen gedealt haben soll, durchsuchte die Münchner Polizei die Wohnung eines 16-jährigen Schülers im Lehel und offensichtlich hatten die Beamten dabei den „richtigen Riecher“. So konnten 118 Gramm Marihuana, 112 mit Pulver gefüllte Kapseln (vermutlich Ecstasy), 31 Cannabis-Samen, eine kleine Menge Haschisch sowie fünf blaue Pillen, welche bisher noch nicht eingeordnet werden konnten, aufgefunden und sichergestellt werden, heißt es in dem Einsatzbericht. Zusätzlich wurden mehrere Feinwaagen, Drogengelder sowie eine Vielzahl Druckverschlusstütchen sichergestellt.

 

 

Messer und Waffen tauchen in der Wohnung auf

 

Während der Durchsuchung fiel auch auf, dass viele Messer und andere verbotene Gegenstände (Springmesser, Kampfmesser, Butterfly-Messer) in dem Zimmer verteilt waren, so die Polizei weiter.

 

So befand sich zum Beispiel ein Einhandmesser unter der Schreibtischkante in einer Lederscheide steckend. Diese war wiederum unterhalb der Tischkante mit Klebeband befestigt. Auch ein etwa 20 cm langer Holzpfeil wurde dort festgeklebt. Dieser diente wohl für eine selbstgebaute Schussvorrichtung, die anschließend im Schrank des jungen Mannes gefunden wurde. Offensichtlich war diese so gebaut worden, dass „ungebetener Besuch“ diese hätte unabsichtlich auslösen können.

 

 

Spreng-Fallen: Spürhund und Spezialkräfte müssen anrücken

 

Als in einem Schrank dann noch ein selbstgebauter Sprengkörper mit Abrisszünder aufgefunden wurde, musste die Durchsuchung zunächst unterbrochen werden. (Der Zünder war sogar ausgelöst worden, die Vorrichtung hatte aber  – zum Glück für die Polizisten – eine Fehlfunktion.)

 

Spezialkräfte wurden zur Unterstützung herangezogen, die die selbstgebastelten Fallen untersuchten und weitere Abwehrvorrichtungen fanden. Daraufhin wurden auch noch ein Sprengstoffhund und das Bayerische Landeskriminalamt hinzugezogen.

 

 

Nachdem während der Durchsuchung niemand anwesend war, wurde die Wohnung durch die Berufsfeuerwehr München wieder verschlossen. Der Schlüssel wurde bei der örtlichen Polizeiinspektion 11 hinterlegt. Als der Schüler später mit seiner Mutter dort den Schlüssel abholen wollte, wurde er vorläufig festgenommen. Zum Sachverhalt wollte er sich nicht äußern. Der Schüler wurde der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt, wo er am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt wurde. Zwischenzeitlich wurde er wieder entlassen. Da der 16-Jährige noch nicht volljährig ist, wurde dessen Mutter durch den Sachbearbeiter des Kommissariats 82 ausführlich über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt.

 

 

Was das Landeskriminalamt zu den „Sprengvorrichtungen“ weiß

 

Eine erste Begutachtung durch das Bayerische Landeskriminalamt ergab, dass es sich bei dem Sprengkörper mit Abrisszünder im Fachjargon um eine Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung (USBV) handelt. Im Klartext hatte der 16-Jährige seine Waffen also aus verschiedenen Böllern und Pyrotechnik „zusammengebastelt“

 

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