Mo., 15.02.2016 , 16:19 Uhr

Wie geht's Münchens Isar? – Die tatsächliche Situation zur Sommerzeit

Die Isar ist ein Ort der Erholung. Speziell an lauen Sommerabenden laden ihre Ufer zum Grillen, gemütlichen Zusammensitzen und Feiern ein. Doch was dabei oft zurückgelassen und verursacht wird, ist weniger schön.

 

 

Besonders, da der vergangene Sommer traumhaft schön und heiß war, zog es viele Menschen an die Isar. Dort haben sie den perfekten Ort zum Ausspannen in der Natur gefunden. Dass solch eine übermäßige Freizeitnutzung auch negative Aspekte hat, zeigt sich durch verschiedene Dinge:

 

Klagen von Anwohnern und Müllberge

Die Klagen der Anwohner haben sich stark gehäuft und das Baureferat der Stadt München sagt dazu:

 

„Die Rauchentwicklung durch zahlreiches Grillen und Feuer gab Anlass zur Sorge, es bestand wohl zeitweise auch schon echte Brandgefahr. Zugleich gab es Klagen über die Müllberge, über Lärmbelastung, die bis in die frühen Morgenstunden reichte sowie auch über Drogennutzung und Gefährdungen von Tier- und Pflanzenwelt.“

Tatsächlich bestätigte das Baureferat, dass im Jahr 2015  ca. 150 Tonnen Müll beseitigt werden mussten. Durch diese extreme Vermüllung entstanden Kosten in Höhe von ca. 240.000 Euro. Das entspricht durchschnittlich etwa 5.000 Euro pro Woche. In der intensiven Nutzungszeit geschätzt sogar etwa 10.000 Euro.

 

Es heißt weiterhin:

„Im fraglichen Zeitraum (01.03. bis 01.10.2015) wurden 36 Einsätze wegen Ruhestörung registriert. Diese waren fast ausschließlich auf überlaute Musik aus Lautsprecheranlagen zurückzuführen. Eine Häufung ist hier im Bereich der Reichenbachbrücke (15x) und des Flauchersteges (10x) erkennbar.“

 

Zwischen 01.03. und 01.10.2015 wurden 128 Strafanzeigen und 13 Ordnungswidrigkeitenanzeigen
aufgenommen. Dabei erkennt man deutlich einen Schwerpunkt bei Körperverletzungsdelikten (43x), Diebstahlsdelikten von unbeaufsichtigter Kleidung der Badegäste (37x) und Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz (24x).

 

Des Weiteren erhielt die zuständige Bußgeldstelle beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung vom 1.1. bis zum 9.11.2015 insgesamt 369 Anzeigen zu Verstößen gegen die städtische Landschaftsschutzverordnung im Gebiet der Isarauen. Ein Großteil davon bezieht sich auf unzulässiges Parken und Verwarnungen von der Grünanlagenaufsicht/Naturschutzwacht wegen Verstoßes gegen die Grünanlagensatzung.

 

Gefährdung der Tier- und Pflanzenwelt

 

Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Tier- und Pflanzenwelt unter der Belastung leidet. Es ist festzustellen, dass die intensive Freizeitnutzung in bestimmten Bereichen Auswirkungen auf Flora und Fauna hat und in den Sommermonaten auch einzelne Arten gefährdet sind. Beim Runden Tisch zum Thema „Erholungsraum Isar“ wurde gemeinsam geprüft, ob durch gezielte Einzelmaßnahmen die Situation verbessert werden kann.

 

Kleinere Unfälle bei Besuchern

 

Auch Besucher trugen Schaden davon. Das Rote Kreuz berichtete von typischen Unfällen wie Schnittverletzungen durch Müll in der Isar, Fahrradstürze, Kreislaufkollapse, Verbrennungen durch Grills, Verletzungen durch Angelhaken, Steinschlag und Alkohol. Das Bayerische Rote Kreuz leistete so im Sommer 2015 an der Isar im Bereich der Wasserrettungsstationen Marienklause und Flaucher insgesamt 93 Erste-Hilfe-Leistungen.

 

Einsatz von Ordnungshütern zur Verbesserung der Situation

 

Im Auftrag der Stadt sind Sicherheitsdienste zur Kontrolle an der Isar im Einsatz. Diese werden in speziellen Fällen auch von der Polizei unterstützt. Schwerpunktmäßig wird die Einhaltung der Grillbereiche Isar-Süd beziehungsweise das Unterbinden des Grillens im Bereich Isar-Nord kontrolliert. In den Grillzonen wird darauf geachtet, dass Grillgeräte verwendet werden, bei denen ein ausreichender Abstand zum Boden eingehalten wird und dass ausschließlich mit Holzkohle oder Gas gegrillt wird.
In den Sommermonaten vom 1.3. bis 1.10.2015 kam es zu 229 Einsätzen der Polizei
im Bereich der südlichen Isarauen.

 

Isar Lärmbelästigung Umweltverschmutzung

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