Do., 14.11.2013 , 10:18 Uhr

Zum Welt-Diabetes-Tag: Immer mehr Menschen haben die Zuckerkrankheit

Am 14. November ist Welt-Diabetes-Tag, um auf die im Volksmund auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnete Erkrankung aufmerksam machen. Und die Statistik zeigt: Das ist auch bitter nötig. Denn vor allem immer mehr Kinder erkranken an an Typ 1-Diabetes. Damit ist die Zuckerkrankheit die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern – rund 30 000 unter 18-Jährige leiden in Deutschland an Typ 1, die Neuerkrankungen steigen jährlich je nach Quelle um zwei bis vier Prozent.

 

Die Gründe für die steigende Anzahl an Erkrankungen sind unbekannt

 

«Warum der Typ-1-Diabetes ansteigt – für die Antwort kann man noch einen Nobelpreis gewinnen», sagte Thomas Danne,  Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe. «Es ist wie ein Puzzlespiel.» Denn Diabetes trifft nicht nur Alte und Übergewichtige: Die kleine Ann-Fabienne zum Beispiel ist Leistungsturnerin. Sie bekam mit sieben Zucker.
Finnland hat die meisten Diabetes-1-Kinder. Die Gründe: unklar. «Wir wissen, dass bestimmte Viruserkrankungen das Risiko fördern», sagt Danne. Etwa 20 Gene stehen in Zusammenhang mit Diabetes Typ 1. Vitamin D-Mangel spielt vielleicht eine Rolle, vermutlich auch Ernährungsbestandteile. «Sicher ist nur: Süßigkeiten spielen keine Rolle», sagt Danne. «Es gibt eine Menge offener Fragen.» DiabetesDE wirbt um Spenden – auch für mehr Forschung.

 

Übergewicht und Bewegungsmangel führt zu Diabetes Typ 2

 

Anders der Diabetes Typ 2: Hier sind die Ursachen genetische Veranlagung, aber auch Übergewicht und Bewegungsmangel. Sechs Millionen Deutsche leiden an Typ 2. Auch hier erkranken mehr junge Leute, aber selten Kinder. «Wir haben ein Problem mit Adipositas und Kindern. Aber Diabetes ist erst die Endstufe», sagt der Vizevorsitzende der Forschergruppe Diabetes am Helmholtz-Zentrum in München, Michael Hummel. «Dass der Typ 2-Diabetes bei Kindern wahnsinnig zunimmt, stimmt nicht.» Aber: «Wir sehen immer mehr Typ-2-Patienten im Alter von 25 und 35 Jahren.»

 

Die Forschung arbeitet an Lösungen zur Behandlung

 

Typ-2-Diabetes lässt sich mit Abnehmen und Bewegung behandeln. Bei Typ 1 gibt es keine Genesung. «Das Einzige, was wir machen können, ist Insulin geben», sagt Danne. «Was wir anbieten können, sind technische Lösungen.» Kürzlich haben Patienten erstmals eine künstlichen Bauchspeicheldrüse zu Hause getestet. Das Gerät misst automatisch den Zucker im Gewebe und gibt die richtige Insulinmenge ab. Bis zur Marktreife wird es aber dauern – eine Hoffnung vielleicht für Kinder, bei denen jetzt Diabetes festgestellt wird.
mt / dpa

diabetes Erkrankung Krankheit

Das könnte Dich auch interessieren

14.02.2025 Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Auto-Anschlag Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Anschlag in München mit 37 Verletzten übernommen. Die Karlsruher Behörde erklärt das mit der besonderen Bedeutung des Falls und einem möglichen Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung.   Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat jetzt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu dem Anschlag auf Demonstranten in München mit 14.02.2025 Anlaufstellen für Betroffene und Zeugen Nach dem Anschlag in München am Donnerstag, den 13. Februar 2025, stehen verschiedene Hilfsangebote für Opfer, Angehörige und Trauernde zur Verfügung: Nach dem tragischen Anschlag in München steht der Kriseninterventionsdienst RUF24 der Stiftung AKM bereit, um Betroffenen und lebensbedrohlich verletzten Menschen Unterstützung zu bieten. Das Krisentelefon ist 24-Stunden jederzeit erreichbar: 0157 733 11 110 Außerdem 04.02.2026 Alles zur Kommunalwahl auf münchen.tv Die Kommunalwahl in München am 8. März 2026 entscheidet darüber, wer künftig im Rathaus und in den Bezirksausschüssen die Richtung für unsere Stadt vorgibt. Auf unserer Seite zur Wahl finden Sie einen interaktiven München‑O‑Mat, mit dem Sie Ihre eigenen Positionen mit den Programmen der antretenden Parteien und Wählergruppen vergleichen können – einfach Thesen beantworten, Parteien 29.01.2026 Aus Bayern in die Schweiz: Was vor dem Umzug unbedingt zu beachten ist Die Schweiz zieht seit Jahren viele Menschen aus Bayern an. Nähe zur Heimat, attraktive Arbeitsbedingungen und eine hohe Lebensqualität machen den Schritt über die Grenze besonders für Fachkräfte interessant. Gleichzeitig wird der Umzug häufig unterschätzt, denn rechtliche Vorgaben, Fristen und organisatorische Details unterscheiden sich deutlich von denen in Deutschland. Wer unvorbereitet startet, riskiert unnötige Verzögerungen