Mi., 11.02.2015 , 16:14 Uhr

Zwischenzeugnisse: Eltern zwischen Feierlaune und Gelassenheit

Viele Kinder werden am Freitag mit einem mulmigen Gefühl in die Schule gehen. Denn es gibt Zeugnisse. Das Kultusministerium und Verbände raten: Gelassen bleiben und gemeinsam nach Lösungen suchen. Und nicht vergessen: Unbedingt auch loben!

 

München  – Ausgerechnet Freitag, der 13. – rund eine Million Schüler in Bayern bekommen ihre Zwischenzeugnisse an dem Tag, der im Volksglauben als Unglückstag gilt. Doch Noten hin oder her, der bayerische Elternverband (BEV) rät: «Das Zwischenzeugnis feiern!», und zwar in jedem Fall. «Eltern sollten die Aussagekraft von Noten nicht allzu ernst nehmen, denn sie geben nur das wieder, was ein Kind im Vergleich zu den anderen Kindern der Klasse zu einem bestimmten Zeitpunkt gekonnt hat.» Und nach Ansicht des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) ganz wichtig: Anerkennung und Lob für gute Leistungen.

 

«Eltern sollten sich vor Augen führen, dass kein Kind gerne schlechte Noten schreibt», erklärte der BLLV-Vorsitzende Klaus Wenzel. Besser sei es, wenn Eltern in diesem Falle gelassen und verständnisvoll überlegten, wie sie ihren Kindern helfen könnten. Außerdem müsse man auch das Schulsystem und die Art des Lernens kritisch hinterfragen. «Ein Schulsystem, das vielen Kindern Stress macht, das sie in Ängste und Blockaden treibt, kann nicht pädagogisch sein, es kann auch nicht kindgerecht sein», sagte Wenzel.

 

Für das bayerische Kultusministerium sind die Zeugnisse eine «wichtige Rückmeldung über den aktuellen Leistungsstand» und eine Chance, sich über erreichte Lernfortschritte zu freuen. Dadurch hätten Eltern die Möglichkeit, mit den Lehrern individuelle Lösungen zu finden, um den Kindern zu schulischem Erfolg zu verhelfen.

 

Allerdings sind Zwischenzeugnisse nicht mehr die einzige Möglichkeit, um über Schulleistungen zu informieren. Gymnasien und Realschulen können stattdessen im Laufe des Schuljahres zwei schriftliche Informationen über das Notenbild herausgeben. Und Grundschulen können gemeinsame Lernentwicklungsgespräche von Lehrern, Eltern und Kindern anbieten.

 

dpa

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