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Nebenkostenabrechnung prüfen – typische Fehler und wie Mieter sich schützen

Für viele Mieter gehört die jährliche Nebenkostenabrechnung zu den unangenehmsten Posten im Briefkasten. Nicht selten endet sie mit einer hohen Nachzahlung. Doch was viele nicht wissen: Rund jede zweite Betriebskostenabrechnung ist fehlerhaft. Daher lohnt es sich unbedingt, die Abrechnung gründlich zu prüfen und nicht vorschnell zu zahlen.

Zunächst sollten Mieter den Abrechnungszeitraum kontrollieren. Dieser darf maximal zwölf Monate umfassen, und die Abrechnung muss spätestens ein Jahr nach Ende dieses Zeitraums beim Mieter eingehen. Verspätet zugestellte Abrechnungen führen dazu, dass Nachforderungen unwirksam sind – ein wichtiger Schutzmechanismus, den viele nicht kennen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei den umlagefähigen Betriebskosten. In der Abrechnung dürfen nur Kostenarten erscheinen, die im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart wurden und rechtlich zulässig sind. Dazu gehören beispielsweise Heizung, Wasser, Müllabfuhr oder Hausreinigung. Nicht umlagefähig sind hingegen Verwaltungskosten, Bankgebühren, Instandhaltung oder Reparaturen. Werden solche Positionen dennoch berechnet, sollten Mieter diese sofort beanstanden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Verteilungsschlüssel. Häufig kommt es vor, dass Vermieter Kosten falsch auf die Mietparteien aufteilen – etwa nach Quadratmetern statt nach tatsächlichem Verbrauch oder umgekehrt. Auch doppelte Abrechnungen, zum Beispiel bei Hausmeister- und Gartenpflegekosten, sind ein häufiger Fehler.

 

Ein Tipp: Mieter haben das Recht, Einsicht in die Originalbelege zu nehmen. So lassen sich überhöhte Rechnungen oder unklare Kosten nachvollziehen. Außerdem sollten die geleisteten Vorauszahlungen mit den Forderungen sorgfältig abgeglichen werden – manchmal fehlen sie oder werden falsch verrechnet.

Wer Unstimmigkeiten entdeckt, sollte diese schriftlich und innerhalb von 12 Monaten nach Erhalt der Abrechnung geltend machen. Bei gravierenden Fehlern oder Unsicherheiten empfiehlt es sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen – etwa durch einen Mieterverein oder eine spezialisierte Beratungsstelle.

Besonders unkompliziert ist die Unterstützung durch den Mieterhilfe e.V.: Mitglieder erhalten digital und deutschlandweit schnelle Beratung, wenn es um fehlerhafte Nebenkostenabrechnungen geht. So sind Sie nicht allein, wenn Sie Ihre Rechte durchsetzen möchten.

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