Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter

Oberbürgermeister Reiter kondoliert zum Tode von Lorin Maazel

„Mit tiefer Betroffenheit habe ich erfahren, dass Ihr Mann, dem Münchens Musikbegeisterte so viele schöne Stunden zu danken haben, verstorben ist. Zu diesem schmerzlichen Verlust spreche ich Ihnen und allen Angehörigen im Namen des Stadtrates der Landeshauptstadt München und persönlich unser herzliches Mitgefühl aus.“

 

 

 

Diese tröstenden Worte schickt OB Dieter Reiter (SPD) der trauernden Witwe des verstorbenen Dirigenten Lorin Maazel.

„Es war ein Schock für das Orchester, als er erst vor wenigen Wochen seiner fragilen Gesundheit wegen als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker zurückgetreten ist. Alle hofften auf eine baldige Genesung und seine Rückkehr ans Pult – vergebens. War er doch ein von allen bewunderter und respektierter Maestro, einer, der den Musikerinnen und Musikern Sicherheit gab und sie zu ungeahnten künstlerischen Höhen zu führen verstand. Ein Virtuose, der sich auch den Herausforderungen schwierigster Partituren mit Bravour stellte, der die zahlreichen von ihm geleiteten Orchester in aller Welt zu fordern und zu fördern verstand und der Millionen Menschen glückvolle Erlebnisse im Kosmos der Musik schenkte.

 

 

Ob als künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Deutschen Oper Berlin (1965–1971), als Music Director des Cleveland Orchestra (1972–1982), als Direktor und Chefdirigent der Wiener Staatsoper (1982–1984), als Music Director des Pittsburgh Symphony Orchestra (1988–1996) oder als Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (1993–2002), als Musikdirektor des Opernhauses in Valencia, als Maestro der New Yorker Philharmoniker (2002–2009) und ab September 2012 als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, es gelang ihm immer, den jeweiligen Klangkörper zu neuen Höhen zu führen. Er verstand sich als Dienstleister am Werk, mit Akkuratesse und Präzision und doch elegant und geschmeidig. Im lebendigen Dialog mit den Orchestermitgliedern entwickelte er eine unvergleichliche Strahlkraft. München, das ihm zur zweiten Heimat geworden war, hat ihm, sei es in seiner Zeit als Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters oder zuletzt am Pult der Münchner Philharmoniker, eine Vielzahl musikalischer Sternstunden, die immer in Erinnerung bleiben werden, zu verdanken.

 

 
Auch sein begeisterndes Engagement für den musikalischen Nachwuchs, für den er immer ein offenes Ohr hatte, und seine vielfältigen karitativen Leistungen trugen dazu bei, dass er, der sachliche Distanz mit sanftem Humor und Selbstironie zu verknüpfen verstand, eine unvergleichliche Persönlichkeit war, die sowohl als Dirigent wie auch als Komponist Musikgeschichte geschrieben hat.
Es mag Ihnen ein kleiner Trost sein, dass sein umfangreiches Schaffen, sein hohes künstlerisches Vermögen, das er auch durch viele Einspielungen eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, durch eben diese lebendig und auch für künftige Generationen erfahrbar bleiben wird.

Ich wünsche Ihnen für die kommenden schweren Wochen viel Kraft in dem Wissen, dass das Lebenswerk Ihres Mannes nie vergessen werden wird.

 

Sein Tod ist ein großer Verlust für uns alle. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“, so Reiter.

 

 

jn / LHS München