Symbolfoto: 550 Kilogramm Marihuana, die der Zoll in einem LKW fand.

Zoll präsentiert Marihuana-Fund mit Millionenwert

550 Kilogramm Marihuana hat der Zoll in einem Laster gefunden. Für die Ermittler nicht nur ein Erfolg – sondern auch Grund zur Sorge.

Es roch nach Cannabis im Münchner Zollfahndungsamt: «Marihuana in dieser Menge habe ich auch selten gesehen», sagte der Präsident des deutschen Zollkriminalamts Norbert Drude am Mittwoch. Eine halbe Tonne sichergestellte Drogen haben der Zoll und die Staatsanwaltschaft Hof dort vorgestellt.

 

Es handelt sich um den zweitgrößten Fund der vergangenen Jahre in Bayern. 2013 hatten Zollbeamte in der Nähe von Nürnberg 625 Kilo Marihuana beschlagnahmt. Der geschätzte Marktwert der 550 Kilogramm Cannabisblüten liegt bei fünf Millionen Euro. Die Drogen hätten zudem eine gute bis sehr gute Qualität.

 

 

«Ich habe den Eindruck, dass sich die Aktivitäten der Banden nach oben entwickeln», sagte Drude. Die Tendenz gehe zu größeren Drogenfunden, nicht nur bei Marihuana, sondern auch bei Ecstasy und Kokain. Deutschland ist sowohl Transit- als auch Zielland. 2016 stellte allein der deutsche Zoll 2,2 Tonnen Marihuana sicher, 2015 waren es noch 1,5 Tonnen. Die Gesamtmenge betrug 2016 sechs Tonnen.

 

«2017 werden wir eine weitere Steigerung haben», sagte Drude. «Dies ist zwar einerseits erfreulich, aber dieser Trend bereitet uns auch Sorge über die zunehmende Zahl potenzieller Konsumenten und eine mögliche Verharmlosung des Drogenkonsums.»

 

Der Zoll hatte im Dezember auf der Autobahn 9 bei Hof einen Lastwagen mit serbischem Kennzeichen kontrolliert und dabei die halbe Tonne Cannabis entdeckt. «Die Beamten haben einen gewissen Blick für solche Wagen», sagte Drude. Bei der Kontrolle mit einem mobilen Röntgengerät zeigte sich ein Hohlraum an der Stirnseite des Laderaums, in dem die Drogen versteckt waren.

 

Der 61-jährige Fahrer aus Serbien sitzt in Untersuchungshaft; die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen des Vorwurfs der Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge erhoben. Im anstehenden Prozess könnte er zu mindestens zwei Jahren Haft verurteilt werden. Nach ersten Erkenntnissen stammt die halbe Tonne Marihuana aus Albanien und sollte nach Hamburg geliefert werden.

 

Eine Ermittlergruppe in Nordbayern aus Polizei und Zoll versucht jetzt, die Hintermänner und Auftraggeber zu finden. Bis zum Ende des Prozesses gegen den 61-jährigen Fahrer werden die Drogen in Hof aufbewahrt und anschließend verbrannt.

 

 

 

dpa

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