
Notfall-Checkliste
Wie bereite ich mich auf Notfälle vor?
Eine gute Notfallvorsorge beginnt schon lange bevor eine Krise eintritt. Die folgende Liste fasst die wichtigsten Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zusammen.
Jede Person sollte so ausgestattet sein, dass sie mindestens zehn Tage weitgehend ohne externe Hilfe auskommt.
Licht und Information ohne Strom
- Mehrere zuverlässige Lichtquellen: LED-Taschenlampen, Stirnlampen, Laternen, plus viele Ersatzbatterien.
- Kerzen, Teelichter, Streichhölzer/Feuerzeuge, feuerfeste Unterlagen und ein kleiner Feuerlöscher bzw. Löschdecke.
- Batteriebetriebenes oder Kurbelradio, damit amtliche Warnungen und Informationen weiter empfangen werden können.
- Powerbanks, möglichst auch mit Solar- oder Kurbel-Ladefunktion, um Handy für Notrufe, Warn-Apps und Kontakte gelegentlich laden zu können.
Wärme und Kleidung
- Warme, mehrlagige Kleidung (Zwiebellook), Mütze, Schal, Handschuhe, dicke Socken, Thermounterwäsche.
- Wolldecken oder Schlafsäcke mit guter Isolationswirkung, ggf. Isomatten, um den Boden als Kältebrücke zu vermeiden.
- Wer einen Ofen/Kamin hat: Vorrat an Holz, Briketts o. Ä.; dabei Sicherheits- und Lüftungsregeln beachten.
Kochen und Wasser ohne Netzstrom
- Unabhängige Kochmöglichkeit: Campingkocher (Gas/Spiritus) inkl. Brennstoff und Feuerzeug/Streichhölzer; nur mit guter Belüftung und Brandschutz verwenden.
- Trinkwasser in Kanistern/Flaschen, da Pumpen und Hochbehälter beim Blackout ausfallen können; zusätzlich Wasserfilter oder Tabletten sind sinnvoll.
- Lebensmittel, die ohne Kühlung lange haltbar sind und sich auch kalt essen oder leicht erwärmen lassen (Konserven, haltbare Fertiggerichte, Riegel).
Hygiene, Geld und Mobilität
- Ausreichend Hygieneartikel (Toilettenpapier, Feuchttücher, Desinfektionsmittel), falls Wasserknappheit auftritt.
- Bargeld in kleinen Scheinen, weil Kartenleser und Geldautomaten beim Stromausfall nicht funktionieren.
- Möglichst volles Auto (Tank), da Tankstellen ohne Strom keinen Kraftstoff ausgeben; Fahrräder als stromunabhängige Mobilitätsreserve.
Anpassung des Notfallrucksacks
- Zusätzliche Batterien, kleine Powerbank und kompakte Stirnlampe direkt im Rucksack verstauen.
- Energie- und Müsliriegel, Konserven mit Aufreißdeckel, Nüsse – alles, was ohne kochen schnell Energie liefert.
- Notiz mit wichtigen Telefonnummern und Adressen auf Papier, falls Handy oder Netz ausfallen.
Infos, um die eigene Versorgung aufrecht zu erhalten
Lebensmittel und Wasser
- Trinkwasser: etwa 2 Liter pro Person und Tag, also rund 20 Liter für zehn Tage (z. B. in Kanistern oder Flaschen).
- Haltbare Lebensmittel für zehn Tage: z. B. Brot und Getreideprodukte, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Konserven (Gemüse, Obst, Fleisch/Fisch), Milchprodukte haltbar (H-Milch, Milchpulver), Öl/Fette, Zucker, Honig, Fertiggerichte, Knäckebrot, Kekse, Schokolade.
- Besondere Bedarfe: Babynahrung, Allergiker Produkte, Diätkost, Tierfutter für Haustiere.
Hausapotheke und Medikamente
- Verbandskasten nach DIN (auch aus dem Auto geeignet).
- Regelmäßig benötigte, ärztlich verordnete Medikamente in ausreichender Menge.
- Schmerzmittel, Mittel gegen Erkältung, Durchfall, Fieberthermometer, Haut- und Wunddesinfektionsmittel, Insektenstich- und Sonnenschutzmittel, Pinzette.
Hygiene und Sanitär
- Seife, Waschmittel, Zahnbürste, Zahnpasta, persönliche Hygieneartikel (z. B. Menstruationsprodukte).
- Toilettenpapier, Küchenrolle, Müllbeutel, Einweggeschirr und -besteck.
- Desinfektionsmittel, Haushaltshandschuhe, ggf. Campingtoilette mit Ersatzbeuteln.
Dokumente, Notgepäck und Sonstiges
- Geordnete Dokumentenmappe (Ausweise, Krankenversicherung, Kontounterlagen, Versicherungspolicen, wichtige Verträge) und Kopien wichtiger Dokumente griffbereit.
- Notgepäck für schnelle Evakuierung: persönliche Medikamente, warme und robuste Kleidung, Unterwäsche, Socken, feste Schuhe, Wolldecke oder Schlafsack, Essgeschirr/-besteck, Thermoskanne, Becher, kleines Verbandsmaterial, Dosenöffner, Taschenmesser, Arbeitshandschuhe, Kopfbedeckung/ggf. Schutzhelm.
- Voll geladenes Handy, geladene Powerbank, etwas Bargeld.
Weitere Infos
Katastrophenschutz-Leuchttürme sind notstromversorgte Anlaufstellen in München und Umgebung, die bei längerem Stromausfall oder Katastrophen als Orientierungspunkte dienen. Sie bieten Notruf-Weiterleitung, Erste Hilfe, Infos, Handy-Ladung und Koordination von Hilfsangeboten/-suchen. In der Stadt München gibt es 43 solcher Punkte (z. B. Feuerwehrhäuser, Polizeistationen), im Landkreis München je Kommune – fußläufig erreichbar und 3–4 Stunden nach Ausfall aktiviert.
Standorte München und Landkreis
- Stadt München: z. B. Feuerwehrgerätehäuser und Polizeistationen.
- Landkreis München: Jede Kommune hat eigene (z. B. Oberschleißheim: Gemeindebauamt); fußläufig erreichbar.