Di., 27.03.2018 , 15:44 Uhr

Anklage in Sponsoringaffäre um Miesbacher Sparkasse und Ex-Landrat

Die Sponsoringaffäre um den Ex-CSU-Landrat Jakob Kreidl sorgte mehrfach für Schlagzeilen. Drei Jahre nach der spektakulären Großrazzia im Landkreis Miesbach ist die Justiz nun einen Schritt weiter.

 

München/Miesbach – In der Sponsoringaffäre um die Miesbacher Kreissparkasse hat die Staatsanwaltschaft München II unter anderem gegen den einstigen Landrat Jakob Kreidl (CSU) Anklage wegen Untreue erhoben. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, richten sich die Vorwürfe gegen insgesamt 13 Beschuldigte. Es handele sich um aktuelle und ehemalige Mitglieder des Vorstands und des Verwaltungsrats der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Allein die Ermittlungsakten sollen dem Vernehmen nach mehr als 6000 Seiten umfassen. Das Landgericht München II muss nun entscheiden, ob es die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt. Der «Münchner Merkur» hatte zuerst darüber berichtet, dass Anklage erhoben wurde.

 

In der Affäre geht es um diverse Verdachtsfälle von Untreue in den Jahren 2008 bis 2013. Die Ermittlungen umfassten nach früheren Informationen zwölf Komplexe mit einem Volumen von zusammen mehr als einer Million Euro. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, durch Immobilienkäufe, gesponserte Ausflüge von Kommunalpolitikern und teure Renovierungen von Amtsräumen ihre Pflichten verletzt zu haben.

 

Im Zentrum der Affäre standen Kreidl sowie der frühere Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Georg Bromme. Anfang 2015 hatte es eine Razzia Dutzender Staatsanwälte und Polizeibeamter in 27 Wohnungen und Geschäftsräumen gegeben. Darunter waren auch die Privathäuser Kreidls und Brommes.

 

Die Staatsanwaltschaft hat nun zwei Anklagen zur Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II erhoben und dabei die Angeschuldigten in zwei Verfahren getrennt: einerseits die sechs einfachen Mitglieder des Verwaltungsrats, andererseits die sieben höherrangigen Akteure aus dem Vorstand der Sparkasse. Unter den Angeklagten sind auch Politiker, da diese in der Sparkasse eine Aufsichtsfunktion haben.

 

Die Ermittlungen hatten sich ursprünglich gegen 20 Beschuldigte gerichtet. Gegen zwei Beschuldigte wurden laut Staatsanwaltschaft München II Strafbefehle beantragt, die durch das Amtsgericht München erlassen wurden und bereits rechtskräftig sind. Gegen vier Beschuldigte sei das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Bei einem Beschuldigten erfolgte eine Verfahrenseinstellung aus Rechtsgründen.

 

Der heute 65-jährige Kreidl war bis 2014 Landrat. Er war unter anderem wegen der Finanzierung seiner fast 120 000 Euro teuren Feier zu seinem 60. Geburtstag durch die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee unter Beschuss gekommen. Unklar war zunächst, ob dieser Fall Teil der Anklage ist. Kreidl war damals auch wegen seines aberkannten Doktortitels und eines privaten Schwarzbaus in die Kritik geraten. Zudem war der CSU-Politiker als Landtagsabgeordneter in die Verwandtenaffäre verwickelt. Kreidl musste wegen der Affäre seinen Hut als Chef des Bayerischen Landkreistages nehmen.

 

Die Selbstbedienungsaffäre soll damals auch Folgen für die Höhe der Bezüge von Vorständen und Verwaltungsräten bayerischer Sparkassen gehabt haben.

 

dpa

Kreidl Miesbach

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