Mi., 10.09.2014 , 10:06 Uhr

Fahrverbot für Ladendiebstahl - bald legitim?

„Wir brauchen das Fahrverbot als eigenständige Sanktion im Werkzeugkasten unserer Strafrichter.“ Das fordert der Bayerische Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback und will damit der Entkriminalisierung des Ladendiebstahls entgegen wirken.

 

 

Niedersachsen schlug vor, Ladendiebstahl als bloße Ordnungswidrigkeit zu definieren. Diesen Vorschlag wies der Bayerische Justizminister entschieden zurück.

 

Vor allem jungen Ladendieben könne man damit in geeigneten Fällen spürbar Grenzen ziehen, ohne gleich zur Freiheitsstrafe zu greifen, so ausback. Oder Geldstrafen zu verhängen, die dann oft die Eltern zahlen oder die gar nicht beglichen werden könnten – und dann auch wieder im Gefängnis abgesessen werden müssten. Da könne ein Fahrverbot in vielen Fällen angemessener und trotzdem wirkungsvoll sein. „Wenn ein junger Täter seine Freundin eine Weile lang mit dem Bus ins Kino abholen muss statt mit dem Auto, wird er es sich das nächste Mal genauer überlegen, ob er das Smartphone oder das neue Computerspiel einfach einsteckt“, so Bayerns Justizminister heute in München.

 

 

Hintergrund: Ausschlaggebend für das jeweilige Strafmaß ist die Schuld des Täters. Dabei haben die  Richterinnen und Richter insbesondere auch die Schadenshöhe zu berücksichtigen. Da diese etwa bei der Hälfte der polizeilich registrierten Fälle unter 15,- EUR liegt und bei einem weiteren Viertel unter 50,- EUR, kommt es gerade bei Ersttätern nicht selten zu Einstellungen gegen Auflagen oder geringen Geldstrafen. Bei gravierenderen Fällen und bei Wiederholungstätern werden demgegenüber härtere Sanktionen bis hin zu regelmäßig sehr einschneidenden Freiheitsstrafen ohne Bewährung verhängt.

 

 

Mit Blick auf den in Deutschland letztes Jahr laut Studien insgesamt verursachten Schaden durch Ladendiebstähle von rund 3,9 Milliarden Euro stellt Bayerns Justizminister klar: „In Bayern werden Ladendiebstähle konsequent verfolgt. In den Jahren 2012 und 2013 gab es in Bayern im bundesweiten Vergleich die wenigsten Fälle pro 100.000 Einwohner. Mit diesem Ergebnis müssen wir uns zwar nicht verstecken. Aber es gibt keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen!“

 

 

„Ich bin froh darüber, dass die Einführung des Fahrverbots als allgemeine Sanktion auf mein Betreiben hin nun im Koalitionsvertrag verankert ist. Damit hat es sich auch die Bundesregierung auf die Tagesordnung gesetzt“, so Bausback abschließend, „und genau da gehört das Thema jetzt auch hin!“

 

 

 

jn / Bayerisches Staatsministerium der Justiz

Bausback Fahrverbot Ladendiebstahl Lustiz

Das könnte Dich auch interessieren

18.06.2026 Die KI-Revolution in München: Wie lokale Unternehmen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen Künstliche Intelligenz hat das Stadium eines reinen Schlagworts längst verlassen und ist zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor geworden, gerade hier im Herzen des „Isar Valley“. Für Münchner Unternehmen, vom etablierten Mittelständler bis zum agilen Start-up, ist KI keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern ein konkretes Werkzeug zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Technologie durchdringt sämtliche Branchen und verändert 18.06.2026 Erst die Strategie, dann die Kamera: Was ein Unternehmensvideo in München wirklich erfolgreich macht Bewegtbild ist in den meisten Münchner Unternehmen angekommen – die Kamera läuft, der Film steht auf der Website, ab und zu erscheint ein Clip auf LinkedIn. Trotzdem bleibt bei vielen ein Gefühl zurück: viel Aufwand, wenig Wirkung. Der Grund liegt selten an der Technik, sondern daran, dass Video oft wie ein einmaliges Deko-Projekt behandelt wird 18.06.2026 Bayerns Sonnen-Gold: Wie Direktinvestments in Solarparks mit Batteriespeicher stabile Renditen sichern Die bayerische Wirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: der Notwendigkeit einer schnellen und nachhaltigen Energiewende sowie dem Wunsch privater und institutioneller Anleger nach inflationssicheren und wertstabilen Kapitalanlagen. In diesem Spannungsfeld etabliert sich eine Anlageklasse, die beide Anforderungen elegant miteinander verbindet: Direktinvestitionen in Photovoltaikanlagen. Anders als bei anonymen Fonds oder schwankungsanfälligen Aktien handelt es sich hierbei 17.06.2026 Mythos Dubai: Zwischen Luxusleben und strengen Regeln – ein Sicherheitscheck für Auswanderer Dubai fasziniert. Die glitzernde Metropole in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hat sich in den letzten Jahren zu einem Magneten für Expats aus aller Welt entwickelt, insbesondere für Deutsche. Die Bilder von futuristischer Architektur, luxuriösem Lebensstil und ganzjährigem Sonnenschein prägen die Vorstellung von einem modernen Paradies. Doch hinter der makellosen Fassade stellen sich viele die