Mo., 03.04.2017 , 13:05 Uhr

Los geht´s - Spatenstich für die zweite S-Bahn Stammstrecke

Die Spitzen von Bahn, Freistaat und Stadt München geben am Mittwoch den offiziellen Startschuss für den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München. Ein schnelles Ende der S-Bahn-Probleme ist allerdings nicht in Sicht: Der Bau wird viele Jahre dauern.

 

 

Nach jahrelanger Planungszeit beginnt an diesem Mittwoch mit dem Spatenstich der Bau der zweiten Münchner S-Bahn-Stammstrecke. Das Milliardenprojekt soll die Kapazitäten der chronisch überlasteten Hauptstrecke durch die Innenstadt fast verdoppeln.

 

Zum offiziellen Start für das derzeit größte Verkehrsprojekt in Bayern werden Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (beide CSU), Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Bahnchef Richard Lutz und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla erwartet.

 

Im vergangenen Oktober hatten die Vorarbeiten begonnen. Straßen rund um den Hauptbahnhof waren gesperrt, weil Fernwärme- und Fernkälteleitung sowie ein Abwasserkanal verlegt werden mussten. Seit März sind Leitungen am Marienhof an der Reihe. Kommendes Jahr gehen schrittweise die Hauptbaumaßnahmen los, der Bau der Tunnelröhren und der drei neuen unterirdischen Stationen.

 

Bis zu 40 Meter tief muss gegraben werden. Denn unter der Innenstadt verlaufen bereits der bestehende S-Bahn-Tunnel und verschiedene U-Bahn-Röhren. Deshalb muss der neue, sieben Kilometer lange Tunnel eine Ebene tiefer geführt werden.

 

2026 sollen dort die ersten S-Bahnen rollen. Dann kann die Zahl der Züge durch die Innenstadt von etwa 30 auf bis zu 54 steigen. Die S-Bahn soll pünktlicher und weniger störanfällig werden. Bisher legen Zwischenfälle auf der Stammstrecke, die alle Linien passieren müssen, immer wieder den gesamten S-Bahn-Verkehr in der Innenstadt lahm.

 

Die Kosten des Projekts werden inklusive eines Risikozuschlags von rund 650 Millionen Euro auf 3,85 Milliarden Euro geschätzt. Nach langem Hin und Her ist seit Ende vergangenen Jahres die Finanzierung geklärt: Gut 1,55 Milliarden Euro übernimmt die Bundesregierung, der Freistaat Bayern rund 1,29 Milliarden Euro, die Stadt rund 160 Millionen Euro. Die Bahn beteiligt sich mit rund 180 Millionen Euro. Sollte es über den Risikozuschlag hinaus weitere Mehrkosten geben, sei die Aufteilung geklärt, heißt es beim Innenministerium. Demnach übernimmt der Bund 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

 

Zum Spatenstich wird am Marienhof ein Infozentrum eröffnet und es gibt ein zweitägiges Bürgerfest. Nicht alle Anwohner lieben allerdings das Projekt. Vor allem eine Bürgerinitiative im Stadtteil Haidhausen wehrt sich. Die Anwohner fürchten Belästigungen durch die jahrelange Baustelle. Noch immer sind mehrere Klagen vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof anhängig. Beobachter gehen aber davon aus, dass es dadurch höchstens zusätzliche Auflagen für die Bauphase geben wird.

 

 

dpa/ad

s-bahn stammstrecke sbahn spatenstich stammstrecke

Das könnte Dich auch interessieren

12.03.2026 Wir schicken Euch ins Konzert! Erlebt das Geschwister-Duo Kirill & Alexandra Troussov mit Ihrer Virtuoso Gala Es ist wieder so weit: Das weltweit gefeierte Geschwister-Duo Kirill & Alexandra Troussov ist erneut live in seiner Heimatstadt München zu erleben – dieses Mal mit einer VIRTUOSO GALA am 17. März in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München,  mit Stargast Benedict Kloeckner! Es erwartet Euch ein einzigartiger Gala-Abend mit virtuosen Juwelen der Romantik u.a. von Paganini, 08.03.2026 Alles zur Kommunalwahl auf münchen.tv Die Kommunalwahl in München am 8. März 2026 entscheidet darüber, wer künftig im Rathaus und in den Bezirksausschüssen die Richtung für unsere Stadt vorgibt. Auf unserer Seite zur Wahl finden Sie einen interaktiven München‑O‑Mat, mit dem Sie Ihre eigenen Positionen mit den Programmen der antretenden Parteien und Wählergruppen vergleichen können – einfach Thesen beantworten, Parteien 06.03.2026 Dauerhafte Haarentfernung im Realitätscheck: Was Ergebnisse wirklich stabil hält 05.03.2026 Medizinisches Cannabis in München: Wenn aus einer Debatte Lebensqualität wird Doch es herrscht auch Klärungsbedarf. Cannabis ist in den Köpfen vieler noch immer ein Lifestyle-Produkt, doch die Realität in den Münchner Praxen sieht anders aus. Hier geht es nicht um Trends, sondern um Schmerzlinderung, um die Rückkehr in den Alltag und um die Verantwortung, die eine moderne Therapie mit sich bringt.   Ein Medikament auf