Do., 26.11.2015 , 11:02 Uhr

Pfleger missbraucht und schwängert Autistin - jetzt muss er sich vor Gericht verantworten

Dachau: Ein früherer Pfleger soll in einer Behinderteneinrichtung eine junge Autistin vergewaltigt und geschwängert haben. Ohne die Schwangerschaft wäre die Vergewaltigung vermutlich nie aufgeflogen. Heute beginnt der Prozess.

 

 

Am Donnerstagvormittag beginnt vor dem Münchner Landgericht der Prozess gegen einen 52-jährigen Pfleger. Der Prozess ist auf drei Tage angesetzt. Der Pfleger muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Widerstandsunfähigen verantworten.

 

Die Frau war in einer Einrichtung in Röhrmoos im Landkreis Dachau untergebracht. Sie ist stark in ihrer Entwicklung behindert und kann sich weder selbst an- und entkleiden – noch sich verbal äußern. Ihm sei bewusst gewesen, dass die Frau keinerlei Widerstand leisten konnte, sagte Staatsanwalt Florian Burkhardt. Die Frau wurde „für den Angeklagten vorhersehbar und vermeidbar“ schwanger.

 

Sie brachte im Mai 2015 ein gesundes Kind zur Welt, das nun bei Pflegeeltern lebt. Andernfalls wäre der Missbrauch möglicherweise nicht ans Licht gekommen. Ein DNA-Test wies die Vaterschaft nach, welche der Angeklagte auch anerkannte. Jeglichen Missbrauch bestritt er allerdings, das Kind sei entstanden, als er sich hinter der nackten Frau selbst befriedigte. Er habe bis heute „keine plausible Erklärung“ für sein Fehlverhalten, ließ der 52-Jährige über seinen Anwalt erklären.

 

 

dpa/lby

 

 

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