Di., 03.02.2015 , 14:56 Uhr

Seehofer: Mindestlohn-Bürokratie "muss weg"

Das Mindestlohn-Gesetz hat der CSU eine Flut der Beschwerden traditionell freundlicher Verbände beschert – von den bayerischen Arbeitgebern bis zum Sport. Nun will Seehofer eine Änderung im Eiltempo durchsetzen. Der DGB wirft sich Seehofer entgegen.

 

Nach einer Welle der Kritik an der Mindestlohn-Bürokratie will CSU-Chef Horst Seehofer in Berlin eine umfangreiche Liste von Änderungswünschen präsentieren. „Der CSU geht es nicht um den Mindestlohn an sich, sondern es geht um einen Irrsinn an Bürokratie“, sagte Seehofer am Dienstag in München. Das bayerische Kabinett formulierte am Dienstag in München die Forderungen von „höchster Priorität“, über die im Koalitionsausschuss verhandelt werden soll. In Berlin ging der DGB in Verteidigungsstellung und forderte die CSU auf, den Vorstoß sofort wieder einzustellen.

 

Die CSU will durchsetzen, dass Arbeitgeber sowohl bei Minijobbern als auch bei den im Anti-Schwarzarbeitsgesetz genannten Branchen die Arbeitszeiten nicht mehr dokumentieren müssen. Firmen sollen nicht mehr für Mindestlohn-Verstöße von Subunternehmern haften. Der Zoll soll seine Mindestlohn-Kontrollen sofort einstellen. Und ehrenamtliche Zusatzjobs in Sportvereinen, Wohlfahrtspflege und andere Bereiche müssen laut CSU klar von mindestlohnpflichtigen regulären Tätigkeiten getrennt werden.

 

„Jetzt haben wir ein Ausmaß erreicht, wo schlicht und einfach kein Komma gesetzt wird, sondern ein Punkt“, sagte Seehofer. „Diese Bürokratie muss weg.“ Seehofer will nun zunächst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Brief schreiben. Eine Bundesratsinitiative will die Staatsregierung aber nicht starten.

 

Beschwerden lassen CSU aufschrecken

 

Die Fülle der Beschwerden aus den unterschiedlichsten Bereichen hat die CSU aufgeschreckt – so aus den Wohlfahrtsverbänden. Diese beschäftigen oft Helfer für symbolische Beträge. Nun gibt es Sorgen, dass in manchen Kommunen sogar Fahrdienste für Behinderte eingestellt werden müssen, weil die Träger sich diese wegen des Mindestlohns nicht mehr leisten können oder wollen.

 

„Die CSU sollte die Kirche im Dorf lassen und endlich ihren Frieden mit dem Mindestlohn machen“, sagte der DGB-Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann der Nachrichtenagentur dpa. Arbeitszeiten für die Lohnabrechnung zu dokumentieren sei nichts Neues. „Das Gezeter darum kann ich nicht nachvollziehen.“ Um Betrug zu verhindern, seien effektive Kontrollmöglichkeiten notwendig.

 

Und der bayerische DGB-Chef Matthias Jena warnte: „Gerade bei Minijobs ist die Gefahr der Umgehung des Mindestlohns besonders hoch.“ Die Umwandlung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit in Minijobs würde mit den Plänen des bayerischen Kabinetts noch forciert.

 

rg / dpa

50 8 branchen Euro gehalt Mindestlohn

Das könnte Dich auch interessieren

20.05.2026 Wie lange dauert eine Masterarbeit? Bearbeitungszeit, Zeitplan und realistische Erwartungen Die Masterarbeit markiert den Abschluss eines mehrjährigen Studiums – und viele Studierende fragen sich schon Monate vorher, wie lange eine Masterarbeit eigentlich dauert und ob die offiziellen Vorgaben mit der Realität übereinstimmen. Laut den Prüfungsordnungen vieler deutscher Hochschulen, darunter die LMU München, die TU München und die Universität Hamburg, beträgt die reguläre Bearbeitungszeit sechs Monate. 20.05.2026 München für Länger: Warum möbliertes Wohnen die bessere Alternative zum Hotel ist Wer für ein Projekt, eine neue Arbeitsstelle oder eine längere Weiterbildung nach München kommt, kennt das Dilemma: Ein Hotelzimmer wird auf Dauer unpersönlich und teuer, während die Suche nach einer Mietwohnung auf dem angespannten Münchner Markt oft frustrierend und zeitaufwendig ist. Genau hier schließt eine clevere Lösung die Lücke: Business Apartments und möblierte Wohnungen auf 15.05.2026 Tag der Alltagsbegleiter: Die stille Kraft, die Familien trägt An ihrer Seite ist an diesem Morgen Marta, Alltagsbegleiterin. Sie antwortet nicht mit Korrektur, nicht mit Ungeduld, nicht mit einem schnellen „Aber Sie sind doch zu Hause“. Sie setzt sich zu Frau Krüger, nimmt Blickkontakt auf und sagt ruhig: „Wir bleiben jetzt erst einmal hier zusammen. Ich bin da.“ Dann stellt sie eine Tasse Tee 13.05.2026 Mein Körper, meine Entscheidung: Warum Schönheits-OPs kein Tabu mehr sind Ästhetische Eingriffe werden heute deutlich offener thematisiert als noch vor einigen Jahren. Was früher häufig hinter verschlossenen Türen blieb, ist inzwischen Teil öffentlicher Gespräche geworden – ob in sozialen Medien, Podcasts oder persönlichen Erfahrungsberichten. Parallel dazu verändert sich auch die ästhetische Medizin selbst: Viele Menschen wünschen sich heute keine möglichst auffälligen Veränderungen mehr, sondern natürliche