Do., 16.01.2014 , 10:38 Uhr

Stellennot: bayerische Gymnasiallehrer schauen in die Röhre

Trotz Bestnoten werden viele angehende Gymnasiallehrer in Bayern in diesem Halbjahr keine Stelle bekommen. Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), Klaus Wenzel, sprach am Mittwoch von einem Schlag ins Gesicht für alle Nachwuchslehrer. Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, (bpv), Max Schmidt, mahnte: «Wir können jeden guten Kollegen brauchen!»

 

Die Lehrerverbände kritisieren, dass angehende Deutsch- und Englischlehrer trotz Bestnoten von 1,0 bis 1,3 meist leer ausgingen, während junge Anwärter mit den Fächern Mathematik, Physik, Informatik, Kunst und Musik auf eine Stelle hoffen könnten. Insgesamt hätten nur 170 Lehramtsanwärter, etwa 20 Prozent der Bewerber, eine Stelle bekommen.

 

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte der dpa, dass der Einstellungstermin im Februar lediglich ein kleiner sei, der große finde im Herbst statt. «Wir haben zurzeit wahnsinnig viele Referendare.» In Gymnasien und Realschulen sei der Bedarf an Lehrern für Mathe und Naturwissenschaften groß, jedoch nicht bei den Sprachen und Geisteswissenschaften. In Mittel- und Berufsschulen seien die Einstellungsmöglichkeiten größer. Abiturienten, die sich für ein Lehramtsstudium interessieren, sollten die offizielle Lehrerbedarfsprognose anschauen.

 
BLLV-Chef Wenzel fordert den Landtag auf, im kommenden Doppelhaushalt deutlich mehr Planstellen für alle Schularten vorzusehen. Schmidt betonte, viele Ziele der Staatsregierung wie individuellere Förderung, kleinere Klassen oder weniger Unterrichtsausfall erforderten mehr Lehrer.

 

 

 

jn / dpa

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