Mo., 06.11.2017 , 15:44 Uhr

Test auch in München: Mehr Polizisten sollen Elektroschockpistolen bekommen

Aus einer Distanz von mehreren Metern können mit sogenannten Tasern Randalierer für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt werden. Daher sind sie aus Sicht der Polizei eine sinnvolle Ergänzung zu Schlagstock und Schusswaffe. Innenminister Herrmann will ihren Einsatz ausweiten.

 

Weitere Polizisten in Bayern sollen im nächsten Jahr mit Elektroschockpistolen ausgerüstet werden. In einem einjährigen Pilotversuch sollen die 13 Unterstützungskommandos bei der Bereitschaftspolizei und bei den Polizeipräsidien in München und Mittelfranken die sogenannten Taser bekommen, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in Nürnberg sagte. Der Pilotversuch solle Mitte 2018 starten. Herrmann rechnet mit Kosten von etwa 90 000 Euro – ein Taser kostet etwa 1400 Euro. Seit 2006 werden Taser bereits bei den Spezialeinsatzkommandos eingesetzt.

 

 

In bestimmten Situationen seien Taser eine sinnvolle Alternative für die Polizei neben Pfefferspray, Einsatzstock und Schusswaffe, sagte Herrmann. Mit einem Baseballschläger bewaffnete Randalierer oder Menschen, die Rauschmittel genommen haben und eine Gefahr für sich oder andere seien, könnten so für fünf Sekunden außer Gefecht gesetzt werden. Der Einsatz der Taser sei jedoch nur in Vier-Mann-Teams und mit spezieller Schulung sowie regelmäßigem Training möglich – die anderen Polizisten im Team müssen den Täter überwältigen, solange er sich nicht bewegen kann. Normale Wach- und Streifenbeamte sollen auch künftig nicht mit Elektroschockern arbeiten.

 

In lebensbedrohlichen Notwehr-Situationen können Taser nicht eingesetzt werden, weil sie nicht immer funktionieren – etwa wenn die Elektroden die Kleidung des Angreifers nicht durchdringen. Nach Angaben des leitenden Polizeidirektors Manfred Jahn ist der Taser-Einsatz in rund 80 Prozent der Fälle erfolgreich. Wenn ein Angreifer eine Schuss- oder Stichwaffe gegen Beamte richte, müssten diese auch «künftig grundsätzlich zur Schusswaffe greifen, um schnellstmöglich ihr eigenes Leben oder das von bedrohten Personen zu schützen», sagte Herrmann. In allen bislang rund 40 Fällen habe sich der Taser bewährt. Bisher sei es zu keinen schweren Verletzungen gekommen – weder bei den Beamten noch bei den Betroffenen.

 

Mit den Elektroschockern kann ein Mensch für kurze Zeit handlungsunfähig gemacht werden – und das aus einer Distanz von mehreren Metern. Aus der Waffe werden dafür zwei kleine Pfeile an Drähten abgeschossen. Sie erzeugen einen Stromkreislauf und die Muskeln werden dadurch kurzzeitig blockiert. Der Taser-Einsatz ist umstritten. Bayerns Grüne kritisieren, dass die gesundheitlichen Risiken noch unzureichend untersucht seien. Die Polizeigewerkschaften unterstützen den Pilotversuch.

 

dpa

Polizei Taser Testlauf

Das könnte Dich auch interessieren

16.04.2026 Was ändert sich mit dem neuen SCHUFA-Score? Seit dem 17. März wird im SCHUFA-Account statt eines Prozentwertes ein dreistelliger Punktestand angezeigt. Die SCHUFAHolding AG hat an diesem Datum den bisher gültigen Basisscore eingestellt und durch den sogenannten NextGen Score 1.0 ersetzt. Wer wie die meisten an den 97,5-Prozent-Wert gewöhnt ist, fragt sich jetzt vermutlich, ob 812 Punkte gut oder nur mittelmäßig sind. 09.04.2026 Die schönsten Camperrouten rund um München für ein Wochenende München liegt in einer Region, die wie geschaffen ist für kurze Roadtrips mit dem Camper. Innerhalb weniger Stunden erreicht man Seen, Alpenpässe und kleine Orte mit traditioneller Architektur. Genau deshalb entscheiden sich immer mehr Reisende dafür, das Wochenende im eigenen Tempo zu verbringen und spontan neue Orte zu entdecken. Wer einmal mit dem Camper unterwegs 07.04.2026 Qualitätssicherung bei legalen Cannabisprodukten und welche Prüfkriterien wirklich zählen Qualitätsfragen bestimmen zunehmend den legalen Markt für Cannabisprodukte, insbesondere da Verbraucherinnen und Verbraucher nach nachvollziehbaren Sicherheitsstandards verlangen. Wer über Cannabis kaufen nachdenkt, steht vor der Aufgabe, die jeweiligen Angebote hinsichtlich Reinheit, Herkunft und Kennzeichnung zu prüfen – am besten anhand von objektiven Kriterien und mit Vergleichsmöglichkeiten wie sie Hanfify durch geprüfte Partner-Shops, Übersicht der Kategorien 27.03.2026 Der große Ratgeber: Welche Zusatzversicherungen für Münchner wirklich sinnvoll sind Die bayerische Landeshauptstadt bietet eine hervorragende medizinische Infrastruktur, doch die gesetzlichen Krankenkassen decken längst nicht alle anfallenden Kosten ab. Wer auf hochwertige Behandlungen und modernste Therapien Wert legt, muss oft tief in die eigene Tasche greifen. Genau hier setzt eine durchdachte Planung an. Das Thema Gesundheitsvorsorge in München: Diese Zusatzversicherungen lohnen sich, rückt daher immer