Fr., 20.11.2015 , 10:51 Uhr

Unverständnis über Bomben-Spielzeug

Laut Verpackungs-Angabe zählt es zu den zehn besten Spielen 2015. Angesichts der Ereignisse in Paris und der weltweiten Terrorwarnungen ist es allerdings verwunderlich, dass Eltern ihren Kindern ein Bomben-Spielzeug kaufen.

 

Laut tz-Angaben hat eine Frau am letzten Mittwoch gegen 17.15 Uhr am U-Bahnhof ein Kind dabei beobachtet, wie es eine Spielzeug-Bombe ausgepackt hat. Sie wollte ihren Augen kaum trauen, als ein rund sechsjähriger Junge, der mit seiner Mutter auf der Bank saß, plötzlich eine Spielzeug-Bombe auspackte. „Ich habe gedacht, das gibt’s doch nicht, das kann doch nicht sein“, so Sabine Gänßler (52).

 

Als Gänßler die Mutter in der rappelvollen U1 darauf anspricht und sie fragt, wie sie in einer solchen Zeit ein derartiges Spielzeug für ihr Kind kaufen kann, erfährt sie Unverständnis. Der Junge habe das Spielzeug unbedingt haben wollen, so die Mutter.

 

Das Spiel mit Dynamitstangen, Uhr und Schnüren, die Laserstrahlen simulieren und bei Berührung die Fake-Bombe zünden, ist in mehreren Läden in München erhältlich. Laut tz-Angaben zeigten sich auch die anderen Passanten in der U1 unbeeindruckt von dem Spiel. „Keiner der anderen Fahrgäste hat sich für die Spielzeug-Bombe interessiert, die haben mich alle nur komisch angeschaut“, so Gänßler.

 

Nach Angaben von Amazon.com ist Chrono Bomb besonders in Frankreich ein „top-seller“. Ob das knapp 25 Euro teure Spiel ein geeigneter Zeitvertreib für die vom Hersteller empfohlenen 7 bis 15 Jährigen ist, darüber sollten sich Eltern angesichts der schrecklichen Terrorakte in Paris, bei denen über hundert Menschen ums Leben gekommen sind und über 350 Menschen verletzt wurden auf jeden Fall noch mal Gedanken machen.

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