Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 zeigt: Einbrecher nutzen überwiegend leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren, doch auch Haustüren (https://oknoplast.de/haustueren/) sind häufige Angriffsziele. Entscheidend ist die Widerstandsdauer. RC2-Türen halten einem Einbruchsversuch mindestens drei Minuten stand, RC3-Türen mindestens fünf Minuten. Das klingt nach wenig Zeit, doch genau diese Minuten machen den Unterschied: Die meisten Gelegenheitstäter geben bereits nach wenigen Minuten auf, wenn sie nicht schnell eindringen können.
Über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche werden tagsüber begangen – 36,3 Prozent der 78.436 Fälle im Jahr 2024. Die Aufklärungsquote liegt bei nur 15,3 Prozent. Das bedeutet: In über 80 Prozent der Fälle bleiben die Täter unerkannt. Der beste Schutz ist daher eine Tür, die Einbrecher bereits am Eindringen hindert.
Die Widerstandsklassen nach DIN EN 1627 definieren, wie lange eine Tür verschiedenen Einbruchwerkzeugen standhalten muss:
RC2 (Widerstandsklasse 2): Die Tür muss mindestens drei Minuten Angriffen mit einfachen Werkzeugen widerstehen – Schraubendreher, Zange, Keile. RC2 ist der Mindeststandard, den die Polizei für Privathaushalte empfiehlt. Diese Türen schützen effektiv vor Gelegenheitstätern, die spontan und ohne größere Vorbereitung handeln.
RC3 (Widerstandsklasse 3): Hier wird fünf Minuten Widerstand gegen professionellere Werkzeuge gefordert – zusätzlicher Schraubendreher, Kuhfuß, einfaches Bohrwerkzeug. RC3-Türen sind die Wahl für Bereiche mit erhöhtem Einbruchrisiko, Luxusimmobilien oder wenn Sie wertvollere Gegenstände im Haus lagern.
Wichtig: Eine RC2- oder RC3-Zertifizierung gilt nur für die Gesamtkonstruktion – Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag müssen alle den Standard erfüllen. Eine RC3-Tür mit einem Standard-Schließzylinder bringt keinen zusätzlichen Schutz.
Bei der Sicherheit sind nicht das Material selbst, sondern die Gesamtkonstruktion und die Widerstandsklasse entscheidend. Sowohl PVC- als auch Aluminiumtüren können RC2 oder RC3 erreichen – wenn sie richtig konstruiert sind.
PVC-Türen RC2: 1.500–3.000 Euro
PVC-Türen RC3: 2.500–4.500 Euro (Aufpreis 40–60% gegenüber RC2)
Montage: 250–450 Euro
Vorteile: PVC-Türen punkten mit hervorragender Wärmedämmung durch Mehrkammerprofil-Systeme. Der Ud-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) liegt typischerweise bei 0,8–1,1 W/(m²K). Sie sind pflegeleicht, UV-beständig (bei modernen Profilen) und kostengünstiger als Aluminium. Sicherheit wird durch Stahlverstärkungen im Kern erreicht – diese Stahleinlagen machen das Aufhebeln deutlich schwieriger.
Nachteile: PVC kann sich bei extremen Temperaturschwankungen minimal verformen, was die Dichtigkeit beeinträchtigen kann. Die maximale Stabilität ist etwas geringer als bei Aluminium, weshalb RC3-Versionen dickere Profile und mehr Stahlverstärkung benötigen.
Aluminium-Türen RC2: 3.000–6.000 Euro
Aluminium-Türen RC3: 4.500–9.000 Euro
Montage: 400–800 Euro (höhere Kosten wegen größerem Gewicht)
Vorteile: Aluminium ist extrem stabil, korrosionsbeständig und formstabil – auch bei großen Temperaturunterschieden. Aluminiumtüren ermöglichen größere Glasflächen ohne Stabilitätsverlust und haben eine Lebensdauer von 50–60 Jahren. Moderne Modelle erreichen durch thermische Trennung gute Dämmwerte: Ud-Werte ab 0,61 W/(m²K) (ohne Verglasung) bis 1,0–1,4 W/(m²K) (mit Verglasung).
Nachteile: Deutlich höhere Anschaffungskosten – Aluminium-RC2-Türen kosten oft doppelt so viel wie vergleichbare PVC-Varianten. Ohne thermische Trennung schlechte Wärmedämmung. Wartung ist minimal, aber beschädigte Lackierung erfordert professionelle Nachbehandlung.
Eine zertifizierte Sicherheitstür benötigt folgende Komponenten:
Mehrfachverriegelung: Mindestens 5 Verriegelungspunkte – typischerweise drei Schwenkriegel und zwei zusätzliche Verriegelungen an Ober- und Unterseite der Tür. Bei RC3 sind mindestens drei massive Schwenkriegel Pflicht, die in die Zarge greifen.
Schließzylinder: Profilzylinder mit erhöhter Angriffswiderstandsklasse nach DIN 18257 (ES 1 für RC2, ES 2 für RC3). Der Zylinder muss bündig mit dem Beschlag abschließen – überstehende Zylinder lassen sich leicht abbrechen.
Verstärkte Tür und Zarge: Bei PVC durch Stahlkern-Verstärkung, bei Aluminium durch dickere Wandstärken und zusätzliche Verstrebungen. Die Zarge muss fest in der Wand verankert sein (mindestens 10 Befestigungspunkte).
Aufbohrschutz und Ziehschutz: Sicherheitsbeschläge mit Kernziehschutz verhindern das Herausziehen des Schließzylinders. Hintergreifhaken im Rahmen erschweren das Aufhebeln.
Sicherheitsverglasung: Glaselemente müssen mindestens P4A-Verglasung (RC2) oder P5A-Verglasung (RC3) nach DIN EN 356 haben. Normales Glas disqualifiziert eine Tür automatisch von der RC-Zertifizierung.
Smart Locks werden zunehmend beliebter – sie versprechen Komfort durch App-Steuerung, Fingerabdruck-Scanner oder PIN-Eingabe. Doch wie steht es um die Sicherheit?
Kosten:
Basis-Smart-Lock (Bluetooth, ohne Fingerprint): 100–200 Euro
Smart Lock mit Fingerprint-Scanner: 200–500 Euro
Premium-Modelle mit WLAN, Matter, Integration: 250–400 Euro
Installation: 150–300 Euro (Fachbetrieb empfohlen)
Wichtig: Die mechanische Sicherheit geht vor. Die Polizei empfiehlt: ‚Mechanisch sichern, elektronisch überwachen.‘ Ein Smart Lock auf einer nicht einbruchhemmenden Tür bringt keinen Sicherheitsgewinn. Die elektronische Komponente sollte immer eine Ergänzung sein, niemals Ersatz für mechanische Sicherheitstechnik.
Vorteile: Kein Schlüsselverlust mehr, temporäre Zugangscodes für Gäste oder Handwerker, Aktivitätsprotokolle zeigen, wer wann die Tür geöffnet hat.
Risiken: Batterieausfall (die meisten Modelle halten 6–12 Monate), Bluetooth-Reichweite begrenzt auf wenige Meter, potenzielle Sicherheitslücken bei minderwertigen Produkten. Achten Sie auf VdS-Anerkennung oder gleichwertige Zertifizierungen.
Der Einbau einer RC2- oder RC3-Haustür wird staatlich gefördert:
KfW-Programm 159 (Altersgerecht Umbauen – Kredit): Bis zu 50.000 Euro Kredit für Einbruchschutz-Maßnahmen. Voraussetzung: Die Tür muss RC2-zertifiziert sein nach DIN EN 1627.
KfW-Programm 455-E (Einbruchschutz – Zuschuss): Zuschuss bis zu 1.600 Euro bei Investitionen ab 500 Euro. Seit 2024 steht dafür ein Budget von 150 Millionen Euro zur Verfügung (Verdopplung gegenüber 2023).
BAFA BEG EM (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen): Förderfähig wenn die Tür einen Ud-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) erreicht. Dies gilt für energetische Sanierung und kann mit Einbruchschutz kombiniert werden.
Wichtig: Antrag vor Beginn der Maßnahme stellen! Nachträgliche Anträge werden nicht bewilligt. Die Installation muss durch ein Fachunternehmen erfolgen.
1. Welche Widerstandsklasse brauche ich?
RC2: Ausreichend für die meisten Privathaushalte in normalen Wohnlagen.
RC3: Empfohlen bei erhöhtem Risiko (Erdgeschoss an abgelegenen Stellen, hochwertige Einrichtung, bekannt hohe Kriminalitätsrate in der Gegend).
2. PVC oder Aluminium?
PVC: Wenn Budget begrenzt ist und Wärmedämmung Priorität hat (Ud-Werte 0,8–1,1 W/(m²K)).
Aluminium: Wenn Langlebigkeit und maximale Stabilität wichtiger sind als Anschaffungskosten.
3. Brauche ich Glaseinsätze?
Ja – aber nur mit Sicherheitsverglasung P4A (RC2) oder P5A (RC3). Große Glasflächen sind Schwachstellen, auch wenn das Glas selbst sicher ist. Bei RC3 sind Türen ohne Glas sicherer.
4. Wie wichtig ist Wärmedämmung?
Gesetzlicher Mindeststandard (GEG): maximal 1,8 W/(m²K)
Förderung: maximal 1,3 W/(m²K)
Passivhaus: maximal 0,8 W/(m²K)
Moderne RC2-Türen erreichen problemlos 1,0–1,3 W/(m²K), Premium-Modelle unter 0,8 W/(m²K).
5. Selbstmontage oder Fachbetrieb?
Fachbetrieb ist Pflicht. Eine falsch eingebaute RC2-Tür bietet keinen RC2-Schutz. Nur bei fachgerechter Installation durch zertifizierte Betriebe bleibt die Garantie gültig. Zudem ist Fachinstallation Voraussetzung für KfW-Förderung.
PVC RC2 (1.500–2.000 Euro) + Montage (300 Euro) + eventuell Zylinder-Upgrade (200 Euro)
Geeignet für: Standardsituationen, normale Wohnlagen, Mietwohnungen
PVC RC3 (3.000–3.500 Euro) oder Aluminium RC2 (3.500–4.500 Euro) + Montage (400–500 Euro) + Smart Lock (300–400 Euro)
Geeignet für: Eigenheim, erhöhtes Sicherheitsbedürfnis
Aluminium RC3 (5.500–7.000 Euro) + Montage (600–800 Euro) + Premium Smart Lock mit Fingerprint (400–500 Euro) + Seitenteile mit Sicherheitsverglasung (1.000–2.000 Euro)
Geeignet für: Luxusimmobilien, hochwertiges Inventar, maximale Sicherheitsanforderungen
Zertifizierung prüfen: Fordern Sie das Prüfzertifikat nach DIN EN 1627 an. Die Tür sollte von einem anerkannten Institut wie ift Rosenheim, VdS oder IFT Nürnberg zertifiziert sein.
Gesamtkonstruktion kaufen: Türblatt, Zarge, Beschlag und Zylinder müssen vom selben Hersteller kommen und gemeinsam zertifiziert sein. Einzelkomponenten verschiedener Hersteller verlieren die RC-Zertifizierung.
Klimaklasse beachten: Mindestens Klimaklasse 3 nach DIN EN 12219. Diese garantiert, dass die Tür Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen zwischen innen und außen langfristig standhält.
Schließzylinder-Qualität: Achten Sie auf die Angriffswiderstandsklasse nach DIN 18257: ES 1 für RC2, ES 2 für RC3. Der Zylinder sollte mit dem Beschlag bündig abschließen.
Montage-Qualität: Die Tür muss in mindestens 10 Punkten in der Mauer verankert sein. Fragen Sie nach dem Montagezertifikat – nur zertifizierte Montage erhält die RC-Klassifizierung.
Wartung einplanen: Auch RC2/RC3-Türen benötigen regelmäßige Wartung – Scharniere ölen, Dichtungen prüfen, Schließmechanismus checken. Planen Sie 100–200 Euro alle 2 Jahre ein.
Die Statistik zeigt deutlich: Fast die Hälfte aller Einbruchsversuche scheitert an wirksamer Sicherheitstechnik. Eine RC2-Haustür ist für die meisten Privathaushalte der richtige Standard – sie schützt effektiv vor Gelegenheitstätern und kostet zwischen 1.500 und 3.000 Euro (PVC) oder 3.000–6.000 Euro (Aluminium). RC3-Türen bieten zusätzlichen Schutz gegen professionellere Einbrecher und sind sinnvoll bei erhöhtem Risiko oder hochwertigem Inventar.
Bei der Materialwahl kommt es auf Ihre Prioritäten an: PVC punktet mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis und hervorragender Wärmedämmung (Ud-Werte 0,8–1,1 W/(m²K)). Aluminium überzeugt durch extreme Langlebigkeit, Stabilität und große Gestaltungsfreiheit – kostet aber deutlich mehr.
Wichtig: Die Gesamtkonstruktion muss stimmen. Eine RC2- oder RC3-Zertifizierung gilt nur, wenn Türblatt, Zarge, Beschlag, Zylinder und Montage zusammen geprüft wurden. Lassen Sie die Tür von einem Fachbetrieb installieren – nur so erhalten Sie die Garantie, KfW-Förderung und vor allem den versprochenen Schutz.
Die Investition in eine sichere Haustür ist mehr als nur Einbruchschutz. Sie ist eine Investition in Ihr Sicherheitsgefühl, in niedrigere Heizkosten durch bessere Dämmung und in den Wert Ihrer Immobilie. Mit staatlicher Förderung von bis zu 50.000 Euro Kredit oder 1.600 Euro Zuschuss wird die Entscheidung für mehr Sicherheit auch finanziell attraktiv.