Mo., 04.04.2016 , 15:25 Uhr

Wo der Hund begraben ist - Letzte Ruhe für Haustiere

Wenn das Haustier stirbt, stehen viele Besitzer plötzlich vor der Frage – wohin mit den sterblichen Überresten? Vom eigenen Garten über Sondermüll bis hin zum Tierfriedhof – wir wissen, was möglich und erlaubt ist.

 

Die Deutschen sind tierlieb – in der Bunderepublik leben knapp 30 Millionen Haustiere. Davon fast doppelt so viele Katzen wie Hunde. Doch wenn Fiffi, Waldi, Bazi oder Mikesch in die ewigen Jagdgründe eingehen, dann bringt das für den Besitzer neben der Trauer oft auch ganz praktische Probleme mit sich. Denn – wohin mit dem toten Tier?

 

Manche Besitzer zögern nicht lange und entsorgen den Tierkadaver einfach über den Hausmüll. Bei kleinen Tieren wie Kanarienvögeln, Hamstern oder Goldfischen ist das legal. Nach Angaben des Deutschen Anwaltvereins (DAV) gilt das aber nicht bei größeren Tieren. Diese dürfen unter keinen Umständen über den Müll entsorgt werden, denn das ist nach dem Tierkörperbeseitigungsgesetz verboten.

 

Verboten ist es ebenfalls, das Haustier irgendwo an einem abgelegenen Feld-Wald-Wiese-Ort zu verscharren. Als Ordnungswidrigkeit können hier Bußgelder von bis zu 15.000 Euro drohen. Wer allerdings über einen Garten oder ein Grundstück verfügt, kann hier sein Haustier ganz legal beerdigen.

 

Beerdigung zu Hause ist möglich

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) gibt dazu an, dass Tierbesitzer ihre toten Tiere, sofern diese nicht an einer übertragbaren Tierseuche erkrankt waren, auf dem eigenen Grund vergraben dürfen. Allerdings muss das tote Heimtier mit einer ausreichenden Erdschicht von mindestens 50 cm, gemessen vom Rand der Grube an, bedeckt sein. Das Vergraben in Wasserschutzgebieten und in unmittelbarer Nähe öffentlicher Plätze und Wege ist hingegen nicht erlaubt, da die Leichengifte Gewässer und Böden verschutzen können.

 

Möglich ist es auch, den Tierkadaver zu einer Tierkörperbeseitigungsanlage zu bringen. Das kostet in München rund 42 Euro pro Haustier. Hier bringen auch Tierärzte eingeschläferte Tiere hin, die von ihren Besitzern nicht mit nach Hause genommen werden.

 

In München gibt es zwei Tierfriedhöfe

Für viele Besitzer ist die Vorstellung, ihren Liebling in eine solche Anlage zu bringen, aber völlig undenkbar. Statt den Körper einfach loszuwerden, wollen sie ihrem Tier eine würdige letzte Ruhestätte bereiten. Hierfür gibt es in München gleich zwei Tierfriedhöfe. Die Besitzer können sich zwischen einem Einzelgrab, einem Reihengrab oder einem anonymen Rasengrab entscheiden. Die Preise für eine Bestattung kosten zwischen 150 und 300 Euro. Hinzu kommen dann noch die Kosten für die Grabmiete.

 

Wem das zu teuer ist, der kann sein Haustier auch einäschern lassen. Dabei kann man sich zwischen einer Einzeleinäscherung oder einer Einäscherung mit mehreren Tieren entscheiden. Die Urne kann der Besitzer dann nach Hause nehmen, sie in seiner Wohnung aufstellen, die Urne begraben oder auch die Asche verstreuen.

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