Obike will Räder aus München wegräumen

Der wirtschaftlich angeschlagene Leihanbieter Obike will seine größtenteils zerstörten und fahruntauglichen Fahrräder aus München wegräumen. Das habe das Unternehmen in einem Schreiben an die Verwaltung der bayerischen Landeshauptstadt erklärt, sagte der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul am Mittwoch. Darin hieß es demnach lediglich, dass mit Hochdruck die Beseitigung der Räder abgeschlossen werden solle. Die Stadt reagierte auf den Brief vom November zurückhaltend. Paul sagte, Obike an seinen Taten und nicht an den Worten messen zu wollen. Bislang habe das Unternehmen sein Versprechen nicht eingelöst.

 

Die Stadtverwaltung muss mit ihrer angekündigten Räumung der verbleibenden Obikes noch immer warten. Eine entsprechende Beseitigungsanordnung sei noch nicht rechtens, so Paul. Er rechnet damit, dass die Behörden im März oder April die noch immer herumliegenden Räder wegräumen können. Im November hatte der Radverkehrsbeauftragte noch mit einer Räumung im Dezember oder Januar gerechnet. Für die Juristen der Stadt sei die Anordnung schwierig zu erstellen, da es bisher keine vergleichbaren Fälle gegeben habe und die Verwaltung eine Klage von Obike gegen die Maßnahme verhindern wolle, erklärte Paul.

 

Zahlreiche orangefarbene Räder des Anbieters waren Ende des vergangenen Jahres aus dem Stadtgebiet verschwunden. Private Firmen und Unternehmen haben der Stadtverwaltung zufolge die Räder eigenständig weggeräumt und teilweise weiterverwertet. Aber noch immer liegen zahlreiche Räder zerstört in Parks oder auf den Gehsteigen der bayerischen Landeshauptstadt, manche hängen sogar in Bäumen.

 

Obike war erst 2017 gegründet worden und bietet in mehreren europäischen Städten seine Leihräder an. Gründer Shi Yi hatte im Juli 2018 in einem Interview von wirtschaftlichen Schwierigkeiten gesprochen. Für Unruhe hatte auch die Insolvenz von Obike Singapur gesorgt. Auf die Geschäfte an anderen Standorten habe dies aber keine Auswirkungen, hatte der Anbieter im vergangenen Juni erklärt.

 

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dpa

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