Mi., 18.04.2018 , 16:27 Uhr

50 000 Euro für Opfer des Münchner Wiesn-Attentats

Fast vier Jahrzehnte ist es her: Eine Bombe detoniert an einem Wiesn-Abend im September 1980 am Haupteingang des Festgeländes. Die Bilanz: 13 Tote und mehr als 200 Verletzte – viele leiden bis heute.

 

München – Fast 38 Jahre nach dem verheerenden Oktoberfest-Attentat erhalten die Opfer eine zusätzliche finanzielle Unterstützung der Stadt München. Der Verwaltungs- und Personalausschuss stimmte am Mittwoch einstimmig einem fraktionsübergreifenden Antrag zu, einmalig insgesamt 50 000 Euro extra bereitzustellen. Das Geld soll über den Unterstützerverein Before den Opfern zugute kommen. Zunächst wurde für ein Jahr eine Obergrenze von 5000 Euro pro Person festgelegt. Die Zustimmung des Plenums gilt als sicher.

 

Bei dem Anschlag am 26. September 1980 starben 13 Menschen, darunter der Bombenleger und Rechtsextremist Gundolf Köhler. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt. «Nach wie vor leiden Betroffene unter den physischen, psychischen und materiellen Folgen dieses schwersten Terroranschlags in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland», heißt es in dem Antrag.

 

Bei vielen nehmen die Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität gerade mit steigendem Alter zu, wie ein Forschungsprojekt mit einer Befragung der Betroffenen ergab. Dafür sollen sie nun über den Verein Hilfe bekommen.

 

Gerade viele der leichter Verletzten hätten unmittelbar nach dem Attentat versucht, so schnell wie möglich in ihr Alltagsleben zurückzukehren – eine Aufarbeitung habe aber teils gar nicht stattgefunden, hieß es in dem Antrag unter Berufung auf die Untersuchung weiter. Das mache sich nun mehr und mehr bemerkbar. «Die Vergangenheit holt sie ein.»

 

Auch körperlich verschlimmern sich bei den Befragten teils die Beschwerden. Was im jungen Alter ausgeglichen werden konnte, erweise sich zunehmend als problematisch. Beschädigte Knochen und Gelenke oder Splitter im Körper erforderten immer neue Operationen. Manche litten bis heute an Tinnitus durch den Knall.

 

Dr Geologie-Student Köhler war ein früherer Anhänger der dann verbotenen rechtsextremistischen «Wehrsportgruppe Hoffmann». Im Dezember 2014 hatte der Generalbundesanwalt die Wiederaufnahme der Ermittlungen verfügt. Angehörige, Opfervertreter, aber auch Politiker verschiedener Parteien hatten stets bezweifelt, dass Köhler ein Einzeltäter war und die Tat aus rein privaten Motiven beging. Nach rund dreieinhalb Jahren neuer Ermittlungen ist noch immer kein greifbares Ergebnis bekannt geworden.

 

dpa

Attentat Oktoberfest Wiesn

Das könnte Dich auch interessieren

04.09.2026 B2B-Marketing zur Wiesn: Wie Unternehmen das Oktoberfest 2026 strategisch nutzen Der September 2026 steht in München und weit über die Stadtgrenzen hinaus wieder ganz im Zeichen der bayerischen Tradition. Für Unternehmen bietet diese Zeit eine hervorragende Gelegenheit, Geschäftsbeziehungen abseits des klassischen Büroalltags zu pflegen und zu vertiefen. Das größte Volksfest der Welt ist nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und ein idealer 03.09.2026 Professionelle Reinigungsmittel für Haushalt und Gastronomie: Effizienz und Hygiene auf höchstem Niveau Wer einmal erlebt hat, wie mühelos ein professioneller Fettlöser hartnäckige Einbrennrückstände vom Backofenrost löst, will nie wieder zur Drogerieware zurückgreifen. Genau diesen Qualitätssprung bietet der Wisch-Star Hygiene Shop – ein Sortiment, das ursprünglich für Profiküchen und Großbetriebe entwickelt wurde, aber längst auch in anspruchsvollen Privathaushalten seinen festen Platz gefunden hat. Professionelle Reinigungsmittel für Haushalt und 31.08.2026 Bahnreisen durch Europa: Wie plant man die perfekte Route? Damit die Reise jedoch reibungslos verläuft, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Während ein Roadtrip oft spontan geplant werden kann, erfordert das europäische Schienennetz etwas mehr Organisation. Wie koordiniert man verschiedene Länder, Zugverbindungen und Tarife, um die perfekte Reiseroute zusammenzustellen?   1. Die Route planen Europa verfügt über eines der dichtesten Schienennetze der Welt. Dennoch gilt: 28.08.2026 Cannabis als Medizin: Zwischen gesellschaftlicher Debatte und medizinischer Realität Eine ungewöhnliche Arznei Seit April 2024 fällt Cannabis zu medizinischen Zwecken nicht mehr unter das Betäubungsmittelgesetz, sondern unter das Medizinalcannabisgesetz. Die Patienten können sich unter anderem getrocknete Cannabisblüten oder standardisierte Extrakte verschreiben lassen. Außerdem gibt es Medikamente mit den Cannabinoiden Dronabinol oder Nabilon. Die Legalisierung bestimmter Formen von Cannabis für Erwachsene macht es nicht zum