Do., 21.05.2015 , 18:04 Uhr

Aigner gegen regionales Werbeverbot für nationale Sender

Der Werbemarkt in Bayern ist im Umbruch. ProSiebenSat.1 will regionale Werbung anbieten – die regionalen Medien fürchten deshalb um ihre Existenz. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hofft, den Konflikt „friedlich“ lösen zu können und gefährdet damit möglicherweise hunderte Arbeitsplätze.

 

München – Die Staatsregierung lehnt ein regionales Fernseh-Werbeverbot für nationale Fernsehsender ab. Stattdessen will Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) Möglichkeiten ausloten, wie regionale Verlage und Sender „gemeinsame Kooperationen“ mit größeren Medienunternehmen eingehen können. Genau das könnte allerdings die Existenz der lokalen Medien gefährden und neben hunderten Arbeitsplätzen bei TV-Stationen auch die bei Radio- und Lokalzeitungen bedrohen.

 

Planungen für eine solche Kooperation waren erst kürzlich bekannt geworden. Die ProSiebenSat.1 Media AG wollte sich mit TV Bayern zusammentun, um gemeinsam auf dem regionalen Werbemarkt nach Kunden zu fischen. TV Bayern vermarktet allerdings die 16 Lokalsender, darunter auch münchen.tv. Viele davon sind gegen diese Kooperation.

 

Lokalmedien fürchten Verdrängungswettbewerb

 

Bisher blieb der regionale Werbemarkt den lokalen Medien überlassen, die nun einen Verdrängungswettbewerb befürchten. Der lokale Hörfunk wird zu fast sechzig Prozent aus regionaler Werbung finanziert. Bei Lokal-Zeitungen sind es etwa dreißig Prozent. Schwindet der Anteil weiter sieht es schlecht aus für deren künftige Finanzierung.

 

 

ProSiebenSat.1 könnte durch TV Bayern an die Kundenkontakte der Lokalsender kommen und eine Kooperation anschließend wieder beenden. Die TV-Stationen in Bayern wären ihre wichtigen Regionalkunden dann endgültig los“,erläuterte Felix Kovac, der Geschäftsführer des Augsburger Regionalsenders a.tv, in einer Pressemitteilung.

 

 

SPD und Freie Wähler wollten Lokalfernsehen per Gesetz schützen

 

Unter anderem die SPD und die Freien Wähler wollten die Lokalen Medien unterstützen und per Gesetz regionale Werbung auf den nationalen Sendern unterbinden. „Die regionalen Werbemärkte müssen für die großen Konzerne und die global player tabu bleiben“, sagte die SPD-Abgeordnete Martina Fehlner. „Ich weiß nicht, ob durch ein Verbot auf regionaler Ebene das Problem auf Dauer gelöst werden kann“, sagte Aigner (CSU) dazu.

 

 

Die Staatsregierung lege großen Wert auf die regionale Medienvielfalt. „Aber die bundesweiten Sender, die auch ihren Sitz in Bayern haben, fürchten die Konkurrenz durch Google, Apple und Co.“ Die „größte Gefahr“ komme aus dem Internet, weil im Netz nicht nur regionalisierte, sondern personalisierte Werbung möglich sei.

 

Deswegen glaube sie, dass die Zielrichtung Kooperationen sein müssten, „weniger über Verbote“. Wie solche Kooperationen aussehen könnten, führte Aigner jedoch nicht aus: „Das ist eine schwierige Geschichte“, sagte sie.

 

 

Auch Medienrat kritisiert die Entscheidung

 

Ganz anders sieht das der Vorsitzende des bayerischen Medienrats Erich Jooß, der enttäuscht ist, dass sich die Politik nicht mit dem Medienrat abgesprochen hat. „Lokale und regionale Medien mit journalistischem Anspruch seien auf Dauer nur überlebensfähig, wenn sie politisch gewollt und durch einen dauerhaften Regulierungsrahmen unterstützt werden.“

 

 

 

aigner TV TV Bayern werbung

Das könnte Dich auch interessieren

22.04.2026 Wie Münchner ohne Stress fit bleiben Die Informationsflut im Netz ist gewaltig und oft mehr ermüdend als erhellend. Dabei ist Gesundheitsmanagement im aktuellen Jahr keine Frage der Erschöpfung mehr, sondern eine des geschickten Timings und der richtigen digitalen Verbündeten. Statistiken zeigen, dass über 60 Prozent der Deutschen ihre Gesundheitsfragen zuerst dem Internet stellen, bevor sie überhaupt den Hörer für einen Termin 21.04.2026 Der Weg zur Wunschfigur in München: Ein Leitfaden zu Methoden, Kosten und Klinikwahl bei der Liposuktion Hartnäckige Fettpolster an Bauch, Hüften oder Oberschenkeln können frustrierend sein, besonders wenn sie sich trotz disziplinierter Ernährung und regelmäßigem Sport hartnäckig halten. Für viele Menschen in München stellt sich dann die Frage nach alternativen Lösungen. Die Liposuktion, umgangssprachlich als Fettabsaugung bekannt, ist ein chirurgischer Eingriff zur gezielten Formung der Körperkontur, nicht zur Gewichtsreduktion. Sie entfernt 20.04.2026 Mitmachen und gewinnen - Fit-Amino! Fit-Amino und münchen.tv verlosen ein Monatspaket „Fit-Amino Wiederholungskomfort“ im Wert von rund 50 €! Das steckt drin: – 32 Portionsbeutel in praktischer Pulverform – Hochwertige Aminosäuren: L-Arginin, L-Glutamin, L-Lysin, L-Pidolat – Mit Vitamin C – für normalen Energiestoffwechsel, normale Knochen und Knorpel – 100 % vegan, glutenfrei, halal, koscher Einfach in Wasser auflösen, trinken, fertig 16.04.2026 Was ändert sich mit dem neuen SCHUFA-Score? Seit dem 17. März wird im SCHUFA-Account statt eines Prozentwertes ein dreistelliger Punktestand angezeigt. Die SCHUFAHolding AG hat an diesem Datum den bisher gültigen Basisscore eingestellt und durch den sogenannten NextGen Score 1.0 ersetzt. Wer wie die meisten an den 97,5-Prozent-Wert gewöhnt ist, fragt sich jetzt vermutlich, ob 812 Punkte gut oder nur mittelmäßig sind.