Do., 16.01.2014 , 09:30 Uhr

Diskussion um Weltbild-Rettung

Nach der Insolvenz der Augsburger Verlagsgruppe Weltbild soll es am heutigen Donnerstag (16.01.)  einen weiteren Runden Tisch zur Rettung des kirchlichen Unternehmens geben.

Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller und ihre Kabinettskollegin, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (beide CSU), werden dazu in Augsburg mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, dem Betriebsrat und weiteren Teilnehmern beraten.

 

Nach dem Treffen will der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) über die Ergebnisse informieren.

 

Ministerpräsident Horst Seehofer hatte zwar direkte Geldzahlungen für das Unternehmen ausgeschlossen, nicht aber Hilfen für die rund 2200 in Augsburg von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter.

 

Mitarbeiter der Weltbild-Verlagsgruppe hatten am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche als Eigentümer des insolventen Unternehmens erhoben. In einem Offenen Brief der Beschäftigten heißt es, die Bischöfe hätten «Weltbild bewusst in die Insolvenz getrieben».

 

 

Der Brief wurde nach Angaben von Verdi am Mittwoch bei einer Betriebsversammlung in Augsburg von rund 1500 Mitarbeitern unterzeichnet. Die Beschäftigten werfen der Kirche vor, dass sie entgegen früherer Beschlüsse und einer Zusage die Refinanzierung des Verlages und Versandhändlers hätten scheitern lassen. Weltbild gehört zwölf Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin.

 

Die Kirche habe einen «völlig widersprüchlichen und unklaren Kurs während der letzten Jahre» gefahren, hieß es in dem Brief.

 

 

Hintergrund:

 

 

Die Weltbild-Gesellschafter hatten seit langem geplant, sich von Weltbild zu trennen; unter anderem war eine Stiftungslösung im Gespräch. Nach Angaben der Verantwortlichen hatte sich zuletzt der Finanzierungsbedarf für die Sanierung von Weltbild etwa verdoppelt. Daraufhin drehte die Kirche den Geldhahn zu. Die Unterzeichner des Offenen Briefes erklärten, dass sie «nicht bereit sind, unser Unternehmen und unsere Arbeitsplätze sang- und klanglos auf dem Altar innerkirchlicher Machtkämpe opfern zu lassen».

 
Die bayerische Arbeitsministerin Emilia Müller sagte unterdessen den Mitarbeitern für den Bedarfsfall staatliche Unterstützung zu. Instrumente wie der Europäische Sozialfonds und der Arbeitsmarktfonds stünden bereit, falls es zu einer Transfergesellschaft komme, sagte die CSU-Politikerin in Wildbad Kreuth der Nachrichtenagentur dpa.

 

Zunächst müsse jedoch Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz versuchen, dem Unternehmen eine Zukunft zu ermöglichen.

 

 

 

jn / dpa

 

aigner Augsburg Horst Seehofer weltbild

Das könnte Dich auch interessieren

13.03.2026 Wie Websitebaukästen technische Hürden beim Erstellen einer eigenen Seite senken Wenn Sie erstmals einen eigenen Internetauftritt planen, begegnen Ihnen oft Begriffe wie Hosting, SSL, Design oder Responsivität. Ein Homepage Baukasten ermöglicht Ihnen, eine Webseite ohne umfangreiche technische Kenntnisse oder komplizierte Softwareinstallationen zu gestalten und mit wenigen Klicks online zu stellen. Der unkomplizierte Zugang ist insbesondere für Einsteiger hilfreich, da viele technische Aufgaben automatisch im Hintergrund 12.03.2026 Wir schicken Euch ins Konzert! Erlebt das Geschwister-Duo Kirill & Alexandra Troussov mit Ihrer Virtuoso Gala Es ist wieder so weit: Das weltweit gefeierte Geschwister-Duo Kirill & Alexandra Troussov ist erneut live in seiner Heimatstadt München zu erleben – dieses Mal mit einer VIRTUOSO GALA am 17. März in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München,  mit Stargast Benedict Kloeckner! Es erwartet Euch ein einzigartiger Gala-Abend mit virtuosen Juwelen der Romantik u.a. von Paganini, 08.03.2026 Alles zur Kommunalwahl auf münchen.tv Die Kommunalwahl in München am 8. März 2026 entscheidet darüber, wer künftig im Rathaus und in den Bezirksausschüssen die Richtung für unsere Stadt vorgibt. Auf unserer Seite zur Wahl finden Sie einen interaktiven München‑O‑Mat, mit dem Sie Ihre eigenen Positionen mit den Programmen der antretenden Parteien und Wählergruppen vergleichen können – einfach Thesen beantworten, Parteien 06.03.2026 Dauerhafte Haarentfernung im Realitätscheck: Was Ergebnisse wirklich stabil hält