Do., 10.08.2017 , 09:51 Uhr

Expertin: Lehrer achten zu wenig auf Linkshänder

Das macht man mit links – ist also kinderleicht. Ganz so einfach haben es Linkshänder aber nicht. Sie passen sich meist still an, doch kann eine auf rechts eingerichtete Welt für sie beschwerlich werden. Bei der Polizei hat man daher vorgesorgt.

 

Mehr Förderung für Linkshänder in Schulen und am Arbeitsplatz – das fordert Johanna Barbara Sattler von der Ersten deutschen Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder in München anlässlich des Internationalen Linkshändertags an diesem Sonntag. Das größte Problem für Schüler sei die Schreibhaltung: «Die Lehrer achten nicht genügend darauf. Viele Kinder gehen klassisch in die Hakenhaltung, wie Obama.» Fotos zeigten den linkshändigen früheren US-Präsidenten beim Schreiben oft mit verkrümmter Hand.

 

Darauf kommt es an…

 

Richtige Blattlage, Schrifthaltung, Verwischen vermeiden – das sollten Lehrer den kleinen Linkshändern beibringen, findet Sattler, am besten schon im Kindergarten beim Malen. Schulter- und Rückenprobleme könnten sonst die Folge sein.

Auch die Berufswelt und das öffentliche Leben seien «rechtshändig eingerichtet», kritisiert Sattler. Ein Beispiel seien Geldschlitze am Fahrkartenautomaten: «Wenn ich mit der linken Hand das Geld reinstecke, stehe ich nicht mehr vor dem Display.» Bei der Normierung von Maschinen gehe es kaum um Linkshändigkeit, bei der Bedienung von Motorsägen müssten Linkshänder erst einen Lehrgang machen, bevor sie die Werkzeuge nutzen dürften. Und Notschalter fänden sich in der Regel auch rechts.

 

Auch in der Politik wird debattiert

 

Sattler begrüßt Initiativen aus der Politik wie etwa einen Beschluss des bayerischen Landtags vom Februar, um für eine größere Sensibilisierung für die Belange von Linkshändern vor allem bei Erziehern und Lehrern zu sorgen. Wichtig seien aber auch Fördergelder, um in Betrieben Linkshändermaschinen zu kaufen. «Da werden vorhandene Patente nicht genutzt: Das kauft ja keiner.»

 

„Rechtshänder-Pistolen“ für die Polizei?!

 

Doch das Innenministerium gibt Entwarnung: Das derzeit von bewaffneten Polizisten in Bayern verwendete Modell sei «absolut gleich gut für Rechts- und Linkshänder zu gebrauchen», betont ein Sprecher des Ministeriums. Auch bei den neuen Dienstwaffen, die ab 2019 angeschafft werden sollen, gebe es eine technische Richtlinie, wonach die Waffe für Rechts- und Linkshänder gleich gut handhabbar sein muss. Bei einer bestimmten Langwaffe hätten Polizisten sogar berichtet, dass es einen ganz kleinen Vorteil für Linkshänder gebe.

mhz/dpa

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