Fr., 04.12.2015 , 11:59 Uhr

Illegaler Musik-Download: Müssen Eltern ihre Kinder verraten?

Müssen Eltern dafür haften, wenn ihre Kinder illegal Musik im Internet zur Verfügung stellen? Über diese Frage hat am Donnerstag das Oberlandesgericht München verhandelt. Das Urteil soll am 14. Januar verkündet werden.

 

 

Im aktuellen Fall geht es um das Album „Loud“ der Pop-Sängerin Rihanna. Am 2. Januar 2011 wurde es vom Internetanschluss eines Münchner Ehepaars aus bei einer Tauschbörse angeboten. Die Eheleute machen geltend, dass ihre drei bereits volljährigen Kinder Zugriff auf den Anschluss hatten und auch das Passwort kannten. Ihnen sei zuvor klargemacht worden, dass sie keine Tauschbörsen benutzen dürften. Am fraglichen Tag habe eines der Kinder, dessen Name von den Eltern nicht genannt wurde, das Verbot umgangen.

 

Die alleinigen Verwertungsrechte des Musikalbums liegen bei Universal Music. Die Gesellschaft verklagte die Eltern als Inhaber des Anschlusses auf 2.500 Euro Schadenersatz sowie auf Erstattung der Anwaltskosten und bekam vom Münchner Landgericht recht: Die „Täterschaft“ der Eheleute sei zu vermuten, und sie hätten diese Vermutung nicht erschüttert. Wegen der Zeugnisverweigerung der Kinder war eine Beweiserhebung nicht möglich.

 

„Wir wissen, wer es war, aber wir sagen es nicht.“ Die Eltern argumentieren damit, dass man ihnen nicht zumuten könne, ihre eigenen Kinder zu belasten, um sich selbst zu entlasten. Stattdessen müsse das Musiklabel nun nachweisen, wer von den infrage kommenden Personen der Täter gewesen sei, so berichtet die Süddeutsche Zeitung.

 

Im anschließenden Berufungsprozess geht es um die Frage, ob der Hinweis der Eltern auf eines ihrer Kinder hier ausreicht. Der Vorsitzende Richter Rainer Zwirlein äußerte Zweifel, ob die Eheleute ihrer Darlegungspflicht nachgekommen sind. Das Paar müsse nachweisen, dass es nicht dafür verantwortlich war, dass der Song zum Download ins Netz gelangte. Die entscheidende Frage sei, ob Eltern ihre Kinder „ans Messer liefern müssen“. Das müssten sie zwar nicht, sagte der Kläger-Anwalt, aber dann falle die Verantwortlichkeit wieder auf sie zurück.

 

 

dpa

 

 

download Eltern illegal Kinder Musik Prozess

Das könnte Dich auch interessieren

12.03.2026 Wir schicken Euch ins Konzert! Erlebt das Geschwister-Duo Kirill & Alexandra Troussov mit Ihrer Virtuoso Gala Es ist wieder so weit: Das weltweit gefeierte Geschwister-Duo Kirill & Alexandra Troussov ist erneut live in seiner Heimatstadt München zu erleben – dieses Mal mit einer VIRTUOSO GALA am 17. März in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München,  mit Stargast Benedict Kloeckner! Es erwartet Euch ein einzigartiger Gala-Abend mit virtuosen Juwelen der Romantik u.a. von Paganini, 08.03.2026 Alles zur Kommunalwahl auf münchen.tv Die Kommunalwahl in München am 8. März 2026 entscheidet darüber, wer künftig im Rathaus und in den Bezirksausschüssen die Richtung für unsere Stadt vorgibt. Auf unserer Seite zur Wahl finden Sie einen interaktiven München‑O‑Mat, mit dem Sie Ihre eigenen Positionen mit den Programmen der antretenden Parteien und Wählergruppen vergleichen können – einfach Thesen beantworten, Parteien 06.03.2026 Dauerhafte Haarentfernung im Realitätscheck: Was Ergebnisse wirklich stabil hält 05.03.2026 Medizinisches Cannabis in München: Wenn aus einer Debatte Lebensqualität wird Doch es herrscht auch Klärungsbedarf. Cannabis ist in den Köpfen vieler noch immer ein Lifestyle-Produkt, doch die Realität in den Münchner Praxen sieht anders aus. Hier geht es nicht um Trends, sondern um Schmerzlinderung, um die Rückkehr in den Alltag und um die Verantwortung, die eine moderne Therapie mit sich bringt.   Ein Medikament auf