Mo., 13.06.2016 , 12:06 Uhr

Linksextreme machen mobil gegen Polizei, Neonazis und AfD

Deutschlandweit befeuert die Flüchtlingskrise die Extremisten jeglicher Couleur. Die Neonazis machen mobil – und auf der anderen Seite des Spektrums gleichzeitig auch die militante Antifa. Die Linksextremen haben es aber nicht nur auf die AfD abgesehen.

 

München – Die Flüchtlingskrise führt auf beiden Seiten des politischen Extremismus zu erhöhter Radikalisierung und Gewaltbereitschaft. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums macht neben Rechtsradikalen und Neonazis auch die linksextreme Szene mobil.

 

Im Jahr 2015 hat sich die Zahl linker Gewalttaten im Vergleich zum Vorjahr auf 104 Fälle von Körperverletzung fast verdreifacht, im ersten Quartal dieses Jahres gab es 22 weitere Fälle von Körperverletzungen, wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte. Etwa vier Fünftel der Opfer sind Polizisten, in den übrigen Fällen wurden laut Innenministerium fast ausschließlich «tatsächliche oder vermeintliche» Rechtsextremisten angegriffen.

 

Die verstärkten Angriffe und Aktivitäten von Neonazis haben eine Reaktion auf der linken Seite zur Folge. «Es ist unübersehbar, dass sich das aufschaukelt», sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Denn mehr als die Hälfte der Angriffe ereignete sich bei «Protesten gegen Versammlungen rechtsextremistischer und rechtspopulistischer Parteien und Gruppierungen», wie die Beamten des Innenministeriums formulieren.

 

«Deswegen macht die Linke mobil, da stellt sich dann die Polizei dazwischen», sagte der Innenminister. «Und wenn die Linksextremisten nicht zu den Rechtsextremisten hinkommen, schlagen sie auf die Polizei ein.» «Weltuntergangsstimmung» sei nicht angebracht, meint Herrmann – «aber wir müssen das sehr ernst nehmen».

 

AFD ist oft Zielscheibe

 

Zielschreibe von Einschüchterung und Bedrohung durch Linksextreme sind oft Mitglieder und Funktionäre der AfD. Die Partei werde von gewaltorientierten Linksextremisten «mehr und mehr als politisches Feindbild wahrgenommen», schreiben die Fachleute des Ministeriums. Es werde bundesweit die «ganze Palette klassischer Antifa-Aktionen» verübt – von «Outingaktionen» bis zum Anzünden von Autos.

 

«Wir gehen davon aus, dass die derzeit erkennbare Polarisierung in der Flüchtlings- und Islamdebatte weiter die linksextremistische Szene mobilisiert», heißt es im Ministerium. «Das wird auch die dort schon vorhandene Grundaggression gegen Staat und Gesellschaft weiter verstärken. Gerade die Vertreter der AfD werden in besonderer Weise im Fokus der linksextremistischen Szene stehen.»

 

Dass eine Deeskalation nicht zu erwarten ist, zeigt auch die Reaktion des AfD-Landesvorsitzenden Petr Bystron. Er beschuldigt führende Politiker von SPD und Grünen, die linksextreme Szene gegen die AfD aufzuhetzen – insbesondere Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und SPD-Vize Ralf Stegner sowie Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne). «Das sind diese drei», sagte Bystron. Hintergrund: Das Trio zählt zu den schärfsten Kritikern der AfD und wirft der Partei vor, die Stimmung im Lande mit nationalistischen Parolen aufzuheizen.

 

(dpa/lby)

Afd antifa Herrmann Linksextremismus

Das könnte Dich auch interessieren

14.02.2025 Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Auto-Anschlag Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Anschlag in München mit 37 Verletzten übernommen. Die Karlsruher Behörde erklärt das mit der besonderen Bedeutung des Falls und einem möglichen Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung.   Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat jetzt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu dem Anschlag auf Demonstranten in München mit 14.02.2025 Anlaufstellen für Betroffene und Zeugen Nach dem Anschlag in München am Donnerstag, den 13. Februar 2025, stehen verschiedene Hilfsangebote für Opfer, Angehörige und Trauernde zur Verfügung: Nach dem tragischen Anschlag in München steht der Kriseninterventionsdienst RUF24 der Stiftung AKM bereit, um Betroffenen und lebensbedrohlich verletzten Menschen Unterstützung zu bieten. Das Krisentelefon ist 24-Stunden jederzeit erreichbar: 0157 733 11 110 Außerdem 18.12.2025 Zahngold verkaufen in München: So holen Sie das Beste aus alten Kronen und Brücken heraus Viele Menschen haben zu Hause noch kleine Döschen mit alten Kronen, Brücken oder Inlays liegen – entweder vom letzten Zahnarztbesuch oder von den Eltern und Großeltern. Was häufig nicht beachtet wird: dass darin ein beachtlicher Wert stecken kann. Zahngold besteht in der Regel aus hochwertigen Edelmetall-Legierungen und kann – richtig verkauft – einen unerwarteten Geldbetrag 17.12.2025 So finden Münchner Skifans die perfekten Skisocken für lange Tage auf der Piste Wer an Ski-Ausrüstung denkt, sieht meist zuerst Ski, Schuhe und Helm vor sich. Die Socken landen gerne in der Restekiste, oft als dicker Wollstrumpf aus der Winterlade. Spätestens nach dem ersten langen Tag am Sudelfeld, am Brauneck oder in Garmisch merken viele Münchnerinnen und Münchner, dass genau diese Entscheidung den Unterschied macht: zwischen warmen, entspannten