Mo., 21.03.2016 , 13:35 Uhr

Meistercoach Jackson findet beim EHC München endlich die Mischung

Der EHC München hat sich zum Top-Favoriten auf den Titel in der Deutschen Eishockey-Liga gemausert. Nach dem Debakel der Vorsaison scheint die Mischung beim Etat-Krösus der Liga diesmal zu stimmen.

 

Don Jackson weiß, wie es geht. Fünfmal wurde der US-Amerikaner als Trainer mit den Eisbären Berlin deutscher Eishockey-Meister. Nun ist er im zweiten Jahr in München und soll den Hauptrunden-Ersten der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zum ersten Titel führen. Bisher läuft es bestens.

 

Im Playoff-Viertelfinale ist München das einzige Team, das bislang alle drei Spiele gewonnen hat. Schon am Dienstag (19.30 Uhr/Servus TV) kann der EHC mit dem vierten Sieg in der Best-Of-Seven-Serie gegen Straubing als erster Club den Einzug ins Halbfinale schaffen. Es wäre die erste Halbfinal-Teilnahme der Club-Geschichte.

 

Dies soll nur eine Zwischenstation sein. „Wir wollen am Ende den Titel holen“, bekräftigte Jackson. Inzwischen scheinen der EHC und der 59 Jahre alte Coach zueinander gefunden zu haben. Das erste Jahr seiner Amtszeit endete für Jackson 2015 mit einem Debakel. Der vom österreichischen Brause-Hersteller Red Bull finanziell großzügig ausgestattete Titel-Mitfavorit verlor als Vorrunden-Zweiter alle vier Viertelfinal-Spiele gegen Wolfsburg und schied sang- und klanglos aus.

 

München hat seit dem DEL-Aufstieg 2010 noch keine Playoff-Serie gewonnen. 2016 soll nun alles anders werden. Pünktlich zum Saison-Höhepunkt kam der mit 12,5 Millionen Euro ausgestattete Etat-Krösus der Liga in Form. Der EHC brachte sich im Vorrunden-Endspurt als Erster in die beste Playoff-Ausgangslage und gab sich auch dort bisher keine Blöße.

 

Anscheinend haben die Verantwortlichen aus dem Vorjahr gelernt und eine Mannschaft geformt, die die nötige Härte für die Playoffs mitbringt. Da ist der Deutsch-Kanadier Steven Pinizzotto: Der Strafbank-König der Liga weiß, wie man in den Playoffs spielen muss. Immer am Limit, den Gegner provozierend, bringt er seine Gegner aus dem Rhythmus. „Es sind Playoffs, da gehört das dazu“, meinte Pinizotto: „Wir wollen schließlich Meister werden.“

 

Und der ehemalige NHL-Profi glänzt auch als Spielgestalter. Fünf Scorerpunkte hat er in der Endrunde bereits auf dem Konto, keiner in seinem Team hat mehr. Oder Keith Aucoin: Der 37 Jahre alte US-Amerikaner war bereits zweimal Meister in der unterklassigen nordamerikanischen AHL und brachte seine Sieger-Mentalität mit.

 

„Entscheidend war im Vorjahr, dass wir viele Verletzte in den Playoffs hatten. Das ist in diesem Jahr anders“, sagte EHC-Manager Winkler. Doch vor allem der Kaderumbau – die halbe Mannschaft wurde im Sommer ausgetauscht – scheint maßgeblich für den Erfolg zu sein. Zur Schnelligkeit kommt nun Erfahrung und Härte – eine Mischung, die man in den Playoffs braucht. Und einen überragenden Torhüter. Der ehemalige amerikanische WM-Teilnehmer David Leggio ist so einer. 73 von 74 Schüssen hat er im Viertelfinale abgewehrt – Liga-Bestwert.

 

Der Erfolg ist auch dringend notwendig, denn Eishockey hat es in München angesichts der Konkurrenz von Basketball und Fußball nicht leicht. Am Sonntag war das marode Stadion mit über 6100 Besuchern ausverkauft. Ein Neubau – von Red Bull finanziert und gemeinsam mit den Basketballern des FC Bayern geplant – steht nach dem Veto der Basketballer in den Sternen. „Für uns ist dieser sportliche Erfolg jetzt sehr wichtig“, sagte Winkler: „Man sieht, dass die Fans das Produkt annehmen und ins Stadion kommen. Das brauchen wir natürlich auch in der politischen Diskussion um den Stadion-Neubau.“

 

rg / dpa

EHC Eishockey München Playoffs red bull

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