Mi., 07.01.2015 , 15:37 Uhr

Mögliche Seehofer-Nachfolger: Von Aigner bis Söder

Spätestens seit CSU-Chef Horst Seehofer 2012 seinen Abschied als Ministerpräsident in Bayern 2018 angekündigt hat, wird über mögliche Nachfolger spekuliert.

Darunter war auch lange die ehemalige Staatskanzleichefin Christine Haderthauer – bis sie 2014 wegen der sogenannten „Modellauto-Affäre“ zurücktreten musste. Als Kronprinzen und -prinzessinnen gelten derzeit folgende CSU-Politiker:

 

ILSE AIGNER:

Die frühere Bundesagrarministerin kehrte auf Seehofers Wunsch zur Landtagswahl 2013 nach Bayern zurück und übernahm das Wirtschaftsministerium in München. Die 50-Jährige gilt als ebenso selbstbewusst wie charmant und ist in der CSU beliebt. Obendrein hat Aigner als CSU-Bezirksvorsitzende in Oberbayern eine Hausmacht. Allerdings ist sie als Ministerin in Bayern öffentlich bisher blass geblieben – und hat mit der Energiewende noch dazu eines der aktuell drängendsten, aber auch schwierigsten Probleme zu bewältigen.

 

MARKUS SÖDER:

Der Landesminister für Finanzen und Heimat ist der Ziehsohn von Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber. Mit Seehofer gibt es immer wieder Zoff, den beide gern auch einmal öffentlich austragen. Söder (48) gilt als politisches Alpha-Tier und CSU-Allzweckwaffe. 2003 machte ihn Stoiber zum Generalsekretär – und Söder wurde bundesweit als Haudrauf bekannt. Unter Seehofer wurde er zunächst Umweltminister und später Finanzminister. CSU-intern hat der machthungrige Nürnberger an Boden gewonnen, ein Parteiliebling ist er aber nicht.

 

JOACHIM HERRMANN:

Der einstige CSU-Fraktionschef ist seit 2007 Innenminister. Der Mittelfranke gilt als unverzichtbare und ruhende Säule der bayerischen Staatsregierung. Der 58-Jährige steht seit einiger Zeit beständig auf der Liste der möglichen Seehofer-Nachfolger – aber eher für den Fall, dass es entweder ganz schnell gehen muss oder dass sich Söder und Aigner nicht einigen.

 

MARCEL HUBER:

Der gelernte Tierarzt wechselte erst 2003 als Quereinsteiger in die Politik. Der 56-jährige Staatskanzleichef gilt als bodenständiger Minister. 2011 leitete er schon einmal die bayerische Staatskanzlei, folgte dann aber Markus Söder als Umweltminister nach. Nach dem Rücktritt von Haderthauer kehrte der Oberbayer voriges Jahr wieder zurück in die Staatskanzlei – und ist dort Seehofers Mann für alles, zuletzt auch für die Asylpolitik.

 

ALEXANDER DOBRINDT:

Der einstige CSU-Generalsekretär, unter dessen Verantwortung die Partei 2013 sehr erfolgreiche Landtags- und Bundestagswahlkämpfe führte, verantwortet als Bundesverkehrsminister derzeit mit der Pkw-Maut eines der wichtigsten – und umstrittensten – CSU-Projekte in Berlin. Seehofer hat Dobrindt (44) deshalb mittlerweile selbst in die Nachfolger-Liste aufgenommen.

 

MANFRED WEBER:

Der niederbayerische CSU-Bezirksvorsitzende (42) hat in Europa Karriere gemacht. Inzwischen ist er Vorsitzender der konservativen EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. Auch er gilt deshalb – wenn auch mit Abstrichen – als möglicher Nachfolger.

 

rg / dpa

Bayern CSU Horst Seehofer Ministerpräsident

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