Mo., 24.11.2014 , 09:25 Uhr

München: "Unsere Rechte wurden gestohlen" - Flüchtlinge im Hungerstreik

Matratzen, Decken und ein offenes Zelt zum Schutz vor dem Wetter: 30 Flüchtlinge sind in München in einen Hungerstreik getreten, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Der Protest erinnert an eine Aktion vom Sommer 2013.

 

In der Münchner Innenstadt ist eine Gruppe von Flüchtlingen in einen Hungerstreik getreten. Die 30 Männer und Frauen protestieren laut Polizei seit Samstagnachmittag vor allem gegen die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften. „Lager sind Gefängnisse für uns“, steht in einer Mitteilung der Gruppe. „Wir sind hier und bleiben, weil unsere Rechte gestohlen wurden“, verkündet ein Plakat am Sendlinger-Tor-Platz.

 

„Wir haben schlimme Situationen erlebt“, sagte einer der Flüchtlinge. Die Polizei erlaubte die Aktion unter Auflagen für das Wochenende. Somit übernachten die Protestierenden mit Schlafsäcken, Matratzen und Decken unter einem offenen Pavillonzelt. Holzunterlagen gegen die Kälte und feste Zelte wurden ihnen nicht zugestanden. Von Montag an ist die Stadt München für eine Genehmigung des Protests zuständig.

 

Flüchtlinge fordern leichteren Zugang am Arbeitsmarkt

 

Die aus verschiedenen Ländern stammenden Flüchtlinge seien bereit, von weiteren Möglichkeiten Gebrauch zu machen und etwa auch nicht mehr zu trinken, sagte ein Sprecher der Gruppe. Alles hänge von der Reaktion der Politiker ab. Man erwarte weitere Teilnehmer und sei darauf eingestellt, lange zu bleiben.

 

Die Männer und Frauen fordern einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt. Zudem stellen sie sich gegen die Regelung, dass innerhalb der EU das Land zuständig ist, über das der Asylbewerber eingereist ist. „Wir haben versucht, die Menschen mit Protesten in den vergangenen Wochen am Sendlinger Tor und am Stachus zu informieren“ sagte der Sprecher der Gruppe. „Nun sehen wir keine andere Möglichkeit mehr.“

 

Im Juni 2013 hatte die Polizei ein Camp am Münchner Rindermarkt nach einem einwöchigen Hungerstreik geräumt, 44 Asylbewerber kamen in Krankenhäuser. Einer von ihnen habe wiederbelebt werden müssen, mehrere hätten im Koma gelegen, hatte der damalige Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) die Räumung begründet.

 

rg / dpa

Arbeitsmarkt durst Flüchtlinge grund hunger muenchen Rindermarkt Sendlinger Tor Streik

Das könnte Dich auch interessieren

20.05.2026 Wie lange dauert eine Masterarbeit? Bearbeitungszeit, Zeitplan und realistische Erwartungen Die Masterarbeit markiert den Abschluss eines mehrjährigen Studiums – und viele Studierende fragen sich schon Monate vorher, wie lange eine Masterarbeit eigentlich dauert und ob die offiziellen Vorgaben mit der Realität übereinstimmen. Laut den Prüfungsordnungen vieler deutscher Hochschulen, darunter die LMU München, die TU München und die Universität Hamburg, beträgt die reguläre Bearbeitungszeit sechs Monate. 20.05.2026 München für Länger: Warum möbliertes Wohnen die bessere Alternative zum Hotel ist Wer für ein Projekt, eine neue Arbeitsstelle oder eine längere Weiterbildung nach München kommt, kennt das Dilemma: Ein Hotelzimmer wird auf Dauer unpersönlich und teuer, während die Suche nach einer Mietwohnung auf dem angespannten Münchner Markt oft frustrierend und zeitaufwendig ist. Genau hier schließt eine clevere Lösung die Lücke: Business Apartments und möblierte Wohnungen auf 15.05.2026 Tag der Alltagsbegleiter: Die stille Kraft, die Familien trägt An ihrer Seite ist an diesem Morgen Marta, Alltagsbegleiterin. Sie antwortet nicht mit Korrektur, nicht mit Ungeduld, nicht mit einem schnellen „Aber Sie sind doch zu Hause“. Sie setzt sich zu Frau Krüger, nimmt Blickkontakt auf und sagt ruhig: „Wir bleiben jetzt erst einmal hier zusammen. Ich bin da.“ Dann stellt sie eine Tasse Tee 13.05.2026 Mein Körper, meine Entscheidung: Warum Schönheits-OPs kein Tabu mehr sind Ästhetische Eingriffe werden heute deutlich offener thematisiert als noch vor einigen Jahren. Was früher häufig hinter verschlossenen Türen blieb, ist inzwischen Teil öffentlicher Gespräche geworden – ob in sozialen Medien, Podcasts oder persönlichen Erfahrungsberichten. Parallel dazu verändert sich auch die ästhetische Medizin selbst: Viele Menschen wünschen sich heute keine möglichst auffälligen Veränderungen mehr, sondern natürliche