Mi., 24.09.2014 , 14:19 Uhr

Löwen beurlauben Moniz - von Ahlen übernimmt

Nur 96 Tage dauerte die Amtszeit von Ricardo Moniz beim TSV 1860 München. Das 0:1 in Sandhausen war ein Rückschlag zu viel für den selbsternannten Aufstiegscoach. Neuer Chef ist sein Co-Trainer.

 

Schwer bepackt mit drei großen Taschen flüchtete der nach nur 96 Tagen gescheiterte Motivator Ricardo Moniz vom Vereinsgelände des TSV 1860 München. Die «Löwen» haben bei ihrer Jagd nach dem Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga im Eiltempo den elften Trainer in zehn Jahren verschlissen. «Wir stehen nach wie vor am Anfang der Saison und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir jetzt reagieren sollten», begründete Sportgeschäftsführer Gerhard Poschner am Mittwoch die schnelle Reaktion am Morgen nach der 0:1-Niederlage im Zweitliga-Auswärtsspiel beim SV Sandhausen.

 

 

«Ich bin unglaublich enttäuscht», sagte der 50 Jahre alte Moniz kurz und knapp zu den Reportern bei seinem bitteren Abschied in Jeans und brauner Lederjacke. «Mir tut es persönlich leid», versicherte Poschner, der Moniz selbst in der Hoffnung verpflichtet hatte, dass dieser den Traditionsclub nach dem Abstieg 2004 endlich wieder in die höchste Spielklasse führen könnte. Das Aus für Moniz sei «simpel» und nachvollziehbar, sagte Poschner nun nach der Trennung: «Unsere sportliche Situation ist sowohl die Ergebnisse als auch die Leistungsentwicklung der Mannschaft betreffend definitiv nicht positiv.» Nur einen Sieg in sieben Spielen konnte Moniz vorweisen.

Poschner: „Brauchen kurzfristige Lösung“

 

 

Die «Löwen» beförderten seinen Assistenten Markus von Ahlen zum Cheftrainer. Der 43-Jährige leitete am Mittwoch bereits das Training der Profis. Von Ahlen werde auch «definitiv» am Freitag im «sehr wichtigen Spiel» gegen Greuther Fürth auf der Bank sitzen, kündigte Sportchef Poschner an und betonte: «Er ist aktuell Cheftrainer. Und es spricht aktuell nichts dagegen, dass er es auch bleibt.»

 

 

Von Ahlen sprang bereits am Ende der vergangenen Saison nach der Trennung von Friedhelm Funkel als Interimschef ein. Mit zehn Punkten aus fünf Spielen konnte er eine beachtliche Bilanz vorweisen. Den Vereinsverantwortlichen um Poschner reichte sie aber damals nicht aus für eine Beförderung auf Dauer. «Wir brauchen jetzt vor allem eine kurzfristige Lösung», sagte Poschner nun.

 

Von Ahlen kenne die Mannschaft, er wisse aber auch um die Risiken als Cheftrainer. Die Anforderungen und Erwartungen bleiben nämlich hoch. «Unser Ziel war und bleibt es, unter die ersten Sechs zu kommen. Das Ziel ist nach wie vor realistisch», erklärte Poschner.

 

„Meister“ nur ein Traum gewesen

 

 

Das 0:1 am Dienstagabend in Sandhausen war für Moniz ein Fehlschlag zu viel. In Überzahl hatten die Sechziger in der Nachspielzeit das Gegentor von Andrew Wooten kassiert. Moniz hatte danach noch eine Durchhalteparole auch in eigener Sache ausgegeben: «So hart es ist: Wir müssen morgen wieder aufstehen, zusammenhalten und eine Einheit bleiben und uns auf das Spiel gegen Fürth fokussieren.» Diese Chance erhielt er nicht mehr.

 

Moniz hatte im Sommer selbst offensiv Platz eins als Ziel ausgegeben. Nun ist der Holländer, 2012 österreichischer Meister und Pokalsieger mit Red Bull Salzburg, bereits der dritte Trainer, der in der noch jungen Zweitliga-Saison seinen Job verloren hat. Poschner dankte seinem auf die Schnelle entzauberten Wunschkandidaten für dessen «sehr intensive, emotionale Arbeit und tausendprozentigen Einsatz». Er selbst übernahm die Verantwortung für die entstandene Situation.

 

 

make/dpa

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