Mo., 06.02.2017 , 11:12 Uhr

Union setzt auf Merkel als Kanzlerkandidatin und demonstriert Einigkeit

Knapp zwei Monate nach der CDU will nun auch die CSU Angela Merkel zur ihrer Kanzlerkandidatin küren. Dazu, und zur Vorbereitung des gemeinsamen Bundestagswahlkampfs, kamen am heutigen Montag, gegen 10 Uhr, in der CSU-Zentrale in München, die Präsidien der Schwesterparteien zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen.

 

Die CDU hatte ihre Parteichefin beim Parteitag im Dezember in Essen gekürt. Trotz lobender Worte von CSU-Chef Horst Seehofer hatte das Präsidium der Christsozialen Merkel zunächst aber nicht zur gemeinsamen Kandidatin gemacht. Monatelang hatte die CSU die Kanzlerin wegen des Dauerstreits um die Asylpolitik und die Einführung einer Obergrenze hingehalten, hatte sich um ein klares Bekenntnis zu ihr gedrückt.

 

Das Obergrenzen-Problem wird auch beim Treffen in München nicht gelöst, es wurde vorsichtshalber gänzlich von den Beratungen ausgeklammert. Stattdessen betonen beide Parteispitzen, dass es bei den vielen Gemeinsamkeiten auch Raum für unterschiedliche Meinungen gebe. Bei dem Treffen in München sollen aber erste Leitlinien für den Wahlkampf abgesteckt werden – bei den Themen Sicherheit, Wirtschaft, Arbeit. Über die Ergebnisse wollen Seehofer und Merkel am Nachmittag bei einer Pressekonferenz informieren.
münchen.tv berichtet heute in den Nachrichten um 18 Uhr ausführlich über das Treffen.

 

CSU und CDU demonstrieren Einigkeit

 

Unterdessen haben die beiden Generalsekretäre die Geschlossenheit von CDU und CSU betont – trotz der bekannten Differenzen. „CDU und CSU haben immer mal unterschiedliche Meinungen in verschiedenen Fragen gehabt. Es hat uns nie daran gehindert, erfolgreich gemeinsam Politik zu machen – das wird auch diesmal so sein“, sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber am Montag. „Dass wir zerstritten sind, das ist das Wunschdenken der Linken in diesem Land.“

 

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer betonte: „Wir haben ein Ziel im Blick – und das ist der gemeinsame Erfolg.“ Es gehe um mehr als das, was in das Verhältnis zwischen CDU und CSU „hineinkonstruiert“ werde. „Es geht ums große Ganze.“ Es gehe bei der Bundestagswahl um eine Richtungsentscheidung. „Wir sind uns einig darüber, dass wir Deutschland in der Erfolgsspur halten wollen. Das Gegenmodell ist Rot-Rot-Grün – das würde Abstieg für Deutschland bedeuten.“

 

dpa/sk

 

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