Di., 01.03.2016 , 13:56 Uhr

Zahl der Arbeitslosen in Bayern sinkt auf 288 800

„Kerngesunder bayerischer Arbeitsmarkt“: Schon vor der eigentlichen Frühjahrsbelebung ist die Zahl der Jobsucher im Freistaat zurückgegangen. So langsam macht sich jedoch die große Zahl der Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.

 

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar auf rund 288 800 gesunken. Das waren knapp 2000 Erwerbslose weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 4,1 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte. „Auch im Februar haben wir einen kerngesunden bayerischen Arbeitsmarkt“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz. Der leichte Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Januar bewege sich im üblichen Rahmen. Deutlicher sinkt die Arbeitslosenzahl üblicherweise erst mit der Frühjahrsbelebung im März.

 

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Jobsucher sogar um 9000. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich um 0,1 Punkte. Dies zeige, „dass wir weiterhin auf dem richtigen Kurs sind“, sagte Schmitz.

 

Allmählich mache sich jedoch die Flüchtlingskrise stärker bemerkbar. In den Arbeitsagenturen und Jobcentern seien derzeit knapp 23 400 Menschen aus den 15 zugangsstärksten Herkunftsländern von Asylbewerbern gemeldet. Dies ist ein Anstieg von fast 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer in Bayern erreicht mit fast 74 000 den höchsten Wert seit neun Jahren. Darunter sind aber auch viele Menschen, die schon lange im Freistaat leben. Die genaue Zahl der Flüchtlinge unter den Arbeitslosen weist die Regionaldirektion erst vom Sommer an aus.

 

Die Zahl der Menschen mit regulärem Job erreichte unterdessen laut den aktuellsten Daten vom Dezember einen Rekordwert: Hochrechnungen zufolge lag sie bei 5,24 Millionen. Das waren zwar rund 52 000 Beschäftigte weniger als im Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr aber 148 000 mehr. Und die Unternehmen suchen weiter nach neuen Mitarbeitern. Im Februar wurden den Jobvermittlern 34 400 Arbeitsstellen neu gemeldet. Das sind fast 10 500 Stellenangebote oder 44 Prozent mehr als im Januar.

 

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte wirtschaftspolitische Impulse, um den Arbeitsmarkt auf Kurs zu halten. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für seine Forderung nach mehr Geld für ein neues Sozialpaket. Sozialministerin Emilia Müller (CSU) sagte: „Die Wirtschaft braucht mehr flexible Handlungsspielräume und keine weiteren Einschränkungen.“

 

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, sagte: „Die Weltkonjunktur ist schwach, die Nachfrage sehr volatil und die Unsicherheit aufgrund geopolitischer Krisen groß.“ Er warnte die Gewerkschaften daher vor zu hohen Tarifforderungen.

 

rg /dpa

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