Fr., 20.10.2017 , 09:47 Uhr

Alle 33 Minuten hat in Bayern ein Fahrradfahrer einen Unfall

Eine Unachtsamkeit reicht meist für einen bösen Unfall aus. Bei Zusammenstößen mit Autos und Bussen ziehen Fahrradfahrer immer den Kürzeren, jedoch scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben.

 

In Bayern gibt es immer mehr Fahrradunfälle. Seit 2013 verzeichnete das Innenministerium einen stetigen Anstieg, wie aus einer parlamentarischen Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervorgeht. 2016 wurden 16 057 Unfälle mit Fahrrädern im Freistaat registriert, damit krachte es rechnerisch alle 33 Minuten. 2013 waren es noch 15 Prozent weniger, weshalb es nur alle knapp 39 Minuten zu einem Unfall mit Fahrradfahrern kam

 

Auch die Zahl der Verletzten war 2016 auf einem Höchststand: 14 687 Radfahrer erlitten bei den Unfällen Blessuren, 68 wurden getötet. Zum Vergleich: 2015 gab es gar 81 tote Radfahrer, 2013 waren es 62. Ein Großteil der Unfälle geht auf das Konto der Radfahrer selbst: Bei zwischen 61 Prozent (2013) und 65,4 Prozent (2016) – und damit bei fast Zweidrittel aller Unfälle – lag die Schuld bei den Fahrradfahrern selbst.

 

Mögliche Gründe für die Entwicklungen gibt es mehrere: Zum einen sind in Bayern immer mehr Menschen und damit statistisch gesehen auch mehr Fahrräder unterwegs, zudem wächst die Zahl an Elektrofahrrädern, wie sich an der Unfallzahl mit den sogenannten E-Bikes zeigt: Diese sind von 208 im Jahr 2012 und 758 im Jahr 2016 um 264 Prozent innerhalb von vier Jahren gestiegen. Experten vermuten, dass viele E-Radler noch ungeübt im Umgang mit den Rädern und den höheren Geschwindigkeiten sind.

 

Bei den Radfahrern kommt es vorrangig zu Fehlern bei der Straßenbenutzung, also etwa beim Befahren von Gehwegen und durch Fahrten entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Ansonsten seien Vorfahrtsmissachtungen und Fehler beim Abbiegen sowie Wenden Hauptunfallursachen.

 

Für SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher muss die Staatsregierung mit „verstärkten Maßnahmen zur Verkehrserziehung“ gegen die Entwicklung vorgehen. „Gerade Kinder und Jugendliche müssen eine ordentliche Fahrradausbildung und Verkehrssicherheitserziehung erhalten“, sagte er. Zudem müssten künftig „Fahrradstraßen und das Radfahren auf der Fahrbahn eine größere Rolle spielen, weil man dort besser sieht und gesehen wird.“

 

Im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmern weist die Unfallstatistik bei Fahrrädern keinen generellen Ausreißer nach oben aus. 2016 betrug der Anteil der Radunfälle an der Gesamtzahl der Unfälle 10,1 Prozent. Landesweit hat Bayern einen Radverkehrsanteil von 10,5 Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen. In Städten liegt der Anteil der Radler oft höher (ca. 20 Prozent).

 

dpa

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