Mi., 18.03.2015 , 15:59 Uhr

Bayern bleibt Bundesland mit den wenigsten Straftaten

115 Morde, 280 Totschläge – und doch war Bayern auch 2014 im Ländervergleich das, statistisch betrachtet, sicherste Bundesland.

 

München – Bayern bleibt das Bundesland mit den wenigsten Straftaten. Die Zahl der Gewaltdelikte ging 2014 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 19 229 Straftaten zurück. Einen Anstieg gab es dagegen bei der Drogenkriminalität und bei Wohnungseinbrüchen.

 

Die Zahl der Straftaten insgesamt stieg zwar um 2,5 Prozent auf 650 868 Fälle, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München mitteilte. Das sei aber vor allem auf „ausländerrechtliche Verstöße“ zurückzuführen: Die Zahl dieser Verstöße gegen das Aufenthalts- oder Asylverfahrensgesetz habe sich im Vergleich zum Vorjahr um satte 81 Prozent erhöht.

 

Trotzdem bleibt Bayern mit 5164 Straftaten pro 100 000 Einwohner (2013: 5073) im Ländervergleich auf Platz eins vor Baden-Württemberg und Hessen, auch wenn noch nicht alle Statistiken aus allen Ländern vorliegen. „Die Wahrscheinlichkeit ist doch ziemlich gering“, dass Bayern noch überholt werde, sagte Herrmann. Zum Vergleich: Beim Schlusslicht Berlin liegt die Zahl bei 15 873 Straftaten pro 100000 Einwohner – also dreimal so hoch.

 

Vor allem die Zahl der Einbrüche macht der Polizei in Bayern Sorgen. 8210 Mal wurde im Jahr 2014 in bayerische Wohnungen eingebrochen (plus 28,6 Prozent). Die Zahl der Drogendelikte stieg um 8,4 Prozent auf knapp 39 000 Fälle. Einen starken Anstieg gab es auch bei Sexualstraftaten im Internet: Beim sexuellen Missbrauch von Kindern stieg die Zahl der entdeckten Straftaten um 57,8 Prozent auf 243.

 

Besonders stolz ist die bayerische Polizei auf ihre Aufklärungsquote. Bei 64,4 Prozent der Verbrechen, die 2014 im Freistaat begangen wurden, wurde der Täter gefunden. In Berlin waren es nur 44,9 Prozent. „Praktisch jeder Mord wurde aufgeklärt“, sagte Herrmann. Nur drei der 115 in Bayern registrierten Mordfälle und 32 der 280 Totschläge wurden nach Ministeriumsangaben nicht aufgeklärt. Herrmann führt die im Ländervergleich relativ hohe Aufklärungsquote vor allem darauf zurück, dass Bayern die Zahl der Polizisten immer weiter erhöht hat – auf den „höchsten Personalstand aller Zeiten“.

 

 

Die vollständige Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit den Landkreisen Rosenheim, Miesbach, Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen sowie die kreisfreie Stadt Rosenheim können sie hier als pdf downloaden.

 

(dpa/lby)

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