Di., 08.09.2015 , 13:16 Uhr

Bayern fordert höhere Mindeststrafe für Schleuser

Spätestens seit dem grausamen Tod von 71 Flüchtlingen in einem Lastwagen in Österreich ist sich die Politik einig: Schleuser sollen härter bestraft werden. Bayern konkretisiert nun seine Forderungen.

Im Kampf gegen die massiv gestiegene Schleuserkriminalität fordert Bayern eine deutliche Verschärfung des Strafrechts. Zum einen sollen Menschenschmuggler nicht mehr wie bisher mit einer Geldstrafe davonkommen können, sondern sollen mit mindestens drei Monaten Gefängnis rechnen müssen. Zum anderen sollen Schleuserfahrzeuge leichter als bisher eingezogen werden können, auch wenn sie Dritten – beispielsweise Mietwagenfirmen – gehören. «Für mich ist klar: Wir dürfen nicht dabei zusehen, wie mit der Not von Flüchtlingen miese Geschäfte getrieben werden», erklärte Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) am Dienstag in München. «Schleusern und Schlepperbanden muss das Handwerk gelegt werden.»

 

Bislang steht auf das Einschleusen von Menschen eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Das will Bausback ändern und eine Mindeststrafe von drei Monaten Haft vorschreiben. «Es kann nicht sein, dass Schleuser auch mit einer Geldstrafe davonkommen kommen können. Das ist mit dem schweren Unrecht dieser Taten nicht zu vereinbaren», erklärte der CSU-Politiker. Das Strafrecht müsse hier ein unmissverständliches Signal setzen.

 

Immer mehr Schleuser werden gefasst

 

Zudem will Bausback mit einer weiteren Änderung des Strafgesetzbuchs erreichen, dass Schleuserfahrzeuge nicht mehr nur dann eingezogen werden können, wenn sie Schleusern oder Helfern gehören. «Künftig sollten auch Dritte wie etwa Mietwagenfirmen damit rechnen müssen, dass sie ihr Fahrzeug nicht wiederbekommen, wenn sie leichtfertig dazu beigetragen haben, dass es für Schleusungen verwendet wurde.»

 

Die Zahl der Schleuser, die der Polizei ins Netz gehen, ist in den zurückliegenden Monaten sprunghaft angestiegen. 2013 befanden sich in Bayern 13 mutmaßliche Schleuser in Untersuchungshaft und 2014 dann 81. Derzeit sitzen nun schon 755 Verdächtige in Untersuchungshaft.

 

 

make/dpa

Asyl Bayern Flüchtlinge München Schleuser

Das könnte Dich auch interessieren

16.07.2026 Wie ein Zauberer Events in München unvergesslich macht Genau an dieser Stelle setzen innovative Eventplaner auf ein Entertainment, das den klassischen Rahmen sprengt und für echten, unzensierten Gesprächsstoff sorgt. Ein professioneller Zauberkünstler München bringt genau die richtige Mischung aus ungläubigem Staunen, feinsinnigem Humor und einem Hauch Exklusivität mit, die aus einer gewöhnlichen Zusammenkunft ein unvergessliches Highlight macht. Wenn die Logik für ein paar 18.06.2026 Bayerns Sonnen-Gold: Wie Direktinvestments in Solarparks mit Batteriespeicher stabile Renditen sichern Die bayerische Wirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: der Notwendigkeit einer schnellen und nachhaltigen Energiewende sowie dem Wunsch privater und institutioneller Anleger nach inflationssicheren und wertstabilen Kapitalanlagen. In diesem Spannungsfeld etabliert sich eine Anlageklasse, die beide Anforderungen elegant miteinander verbindet: Direktinvestitionen in Photovoltaikanlagen. Anders als bei anonymen Fonds oder schwankungsanfälligen Aktien handelt es sich hierbei 13.05.2026 Mein Körper, meine Entscheidung: Warum Schönheits-OPs kein Tabu mehr sind Ästhetische Eingriffe werden heute deutlich offener thematisiert als noch vor einigen Jahren. Was früher häufig hinter verschlossenen Türen blieb, ist inzwischen Teil öffentlicher Gespräche geworden – ob in sozialen Medien, Podcasts oder persönlichen Erfahrungsberichten. Parallel dazu verändert sich auch die ästhetische Medizin selbst: Viele Menschen wünschen sich heute keine möglichst auffälligen Veränderungen mehr, sondern natürliche 22.04.2026 Wie Münchner ohne Stress fit bleiben Die Informationsflut im Netz ist gewaltig und oft mehr ermüdend als erhellend. Dabei ist Gesundheitsmanagement im aktuellen Jahr keine Frage der Erschöpfung mehr, sondern eine des geschickten Timings und der richtigen digitalen Verbündeten. Statistiken zeigen, dass über 60 Prozent der Deutschen ihre Gesundheitsfragen zuerst dem Internet stellen, bevor sie überhaupt den Hörer für einen Termin