Mi., 11.11.2015 , 15:04 Uhr

Bayern und Österreich begraben Milliardenstreit um Hypo Alpe Adria

Die Expansion der Bayerischen Landesbank nach Österreich 2007 wurde zum teuren Desaster und sorgte für Zwist zwischen den Ländern. Der Streit ist jetzt begraben. Aber andere kämpfen weiter um ihr Geld.

Bayern und Österreich haben ihren Milliardenstreit um die ehemalige Hypo Alpe Adria offiziell begraben. Der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) und sein bayerischer Amtskollege Markus Söder (CSU) unterzeichneten am Mittwoch in Wien einen Vergleich über die Zahlung von 1,23 Milliarden Euro von Österreich an Bayern. «Aus der heutigen Sicht ist das ein vertretbarer Vergleich», sagte Söder nach der Unterzeichnung. Das Geld sei wenige Stunden später überwiesen worden, sagte eine Sprecherin des bayerischen Finanzministeriums.

 

Ursprünglich hatte Bayern die Rückzahlung von 2,4 Milliarden Euro von der österreichischen Bank gefordert. Die Hypo Alpe Adria gehörte von 2007 bis 2009 zur BayernLB und wurde dann an Österreich verkauft. Inzwischen ist die Krisenbank, die sich bei ihrem Expansionskurs auf dem Balkan völlig verspekuliert hatte, in eine Bad Bank namens Heta umgewandelt, die derzeit abgewickelt wird. Man hätte deswegen am Ende ohnehin nur einen Teil des Geldes bekommen, sagte Söder. «Das ist jetzt die Chance, schneller und ohne lange Rechtsstreitigkeiten auf einer sehr vernünftigen Basis das Kapitel abzuschließen.»

 

Das Kapitel endlich zu Ende

 

Mit der Unterzeichnung neige sich «ein sehr langes, ein sehr teures und ein sehr schwieriges Kapitel in der bayerisch-österreichischen Geschichte» dem Ende zu. Der Kauf der Hypo Alpe Adria 2007 kostete laut Söder insgesamt bis zu fünf Milliarden Euro gekostet und war «der größte Fehler in der bayerischen Nachkriegsgeschichte».

 

Zwei derzeit laufende Prozesse würde dennoch einvernehmlich bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung fortgeführt. Damit wolle man Rechtssicherheit erlangen und sich Vorwürfe zu ersparen, dass Bayern und Österreich nicht alles getan hätten, um zu ihrem Recht zu kommen, sagte Schelling. Das ändere laut Söder aber nichts an den Vereinbarungen.

 

Banken und Versicherungen bangen noch

 

Schelling sagte, der Vergleich solle dem Kapitalmarkt und den anderen Gläubigern der Heta signalisieren, «wir sind bereit in Vergleichsverhandlungen einzutreten».

 

Österreich hatte Anfang März beschlossen, die Heta abzuwickeln und sämtliche Schuldenzahlungen für ein Jahr gestoppt. Inzwischen häufen sich die Klagen deutscher Banken dagegen. Insgesamt gehen bereits etwa 30 Institute gegen die Wiener Entscheidung gerichtlich vor. Deutsche Banken und Versicherungen bangen um Forderungen von insgesamt gut sieben Milliarden Euro.

 

dpa/mk

Bank Bayern landesbank Österreich Söder

Das könnte Dich auch interessieren

18.06.2026 Bayerns Sonnen-Gold: Wie Direktinvestments in Solarparks mit Batteriespeicher stabile Renditen sichern Die bayerische Wirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: der Notwendigkeit einer schnellen und nachhaltigen Energiewende sowie dem Wunsch privater und institutioneller Anleger nach inflationssicheren und wertstabilen Kapitalanlagen. In diesem Spannungsfeld etabliert sich eine Anlageklasse, die beide Anforderungen elegant miteinander verbindet: Direktinvestitionen in Photovoltaikanlagen. Anders als bei anonymen Fonds oder schwankungsanfälligen Aktien handelt es sich hierbei 23.06.2026 SEO-Beratung für Münchner Unternehmen: Wie finden Münchner Unternehmen die richtige SEO-Beratung? Bezüglich der Gewinnung neuer Kunden für Unternehmen spielt die digitale Sichtbarkeit eine ganz entscheidende Rolle. In einer wirtschaftsstarken Region wie München ist der Wettbewerb in vielen Branchen besonders intensiv. Eine Spitzenplatzierung in den Google-Suchergebnissen kann daher einen enorm wichtigen Wettbewerbsvorteil schaffen. Die professionelle Suchmaschinenoptimierung gehört zu den effektivsten Maßnahmen im Online-Marketing. Durch eine gezielte Optimierung 18.06.2026 Die KI-Revolution in München: Wie lokale Unternehmen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen Künstliche Intelligenz hat das Stadium eines reinen Schlagworts längst verlassen und ist zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor geworden, gerade hier im Herzen des „Isar Valley“. Für Münchner Unternehmen, vom etablierten Mittelständler bis zum agilen Start-up, ist KI keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern ein konkretes Werkzeug zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Technologie durchdringt sämtliche Branchen und verändert 18.06.2026 Erst die Strategie, dann die Kamera: Was ein Unternehmensvideo in München wirklich erfolgreich macht Bewegtbild ist in den meisten Münchner Unternehmen angekommen – die Kamera läuft, der Film steht auf der Website, ab und zu erscheint ein Clip auf LinkedIn. Trotzdem bleibt bei vielen ein Gefühl zurück: viel Aufwand, wenig Wirkung. Der Grund liegt selten an der Technik, sondern daran, dass Video oft wie ein einmaliges Deko-Projekt behandelt wird