Fr., 12.12.2014 , 11:28 Uhr

Flüchtlingsheime brennen - Entsetzen in der Politik

Hakenkreuze an den Wänden und ein Brand in mehreren Flüchtlingsheimen in Mittelfranken…

Nach einer offensichtlichen Brandstiftung nahe Nürnberg fordert Innenminister Joachim Herrmann bessere Vorkehrungen zum Schutz von Flüchtlingsunterkünften.

 

Innenminister will Flüchtlinge schützen

Nach dem Brand in drei geplanten Flüchtlingsunterkünften in Mittelfranken will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. „Entscheidend wird (…) sein, dass wir auf jeden Fall sicherheitshalber den Schutz anderer Asylbewerbereinrichtungen in Bayern noch verstärken“, sagte er am Freitag im Fernseh-Interview. „Es ist ganz offensichtlich Brandstiftung und diese Hakenkreuzschmierereien lassen den Verdacht zu, dass es sich hier um rechtsradikale Täter handeln könnte. Wir werden alles tun, um die Täter zu identifizieren.“

Der Vorgesetzte des Innenminister, Ministerpräsident Horst Seehofer dazu: „Braunes Gedankengut hat keinen Platz in unserer freiheitlichen Gesellschaft.

Europaministerin Beate Merk: „Wir dulden keine Ausländerfeindlichkeit oder Gewalt gegen Flüchtlinge. Deutschland steht für Flüchtlinge offen und bietet ihnen Schutz.“

Eine leerstehende Gaststätte, eine Scheune und ein leerstehendes Wohnhaus waren gegen 22 Uhr 45 in Vorra in Brand geraten. Sie sollten demnächst Flüchtlingen als Unterkunft dienen.

 

 

Nazis auf Brandschatz-Feldzug?

Was in der Nacht in der Nähe von Nürnberg geschah, ruft schlimme Erinnerungen wach. Schon früher brannten in Deutschland Ausländerwohnheime. In Vorra wurde zwar niemand verletzt oder getötet. Doch die Ermittler sind alarmiert.

Nach dem Brand in drei geplanten Flüchtlingsunterkünften in Mittelfranken ermittelt der Staatsschutz. „Es spricht einiges dafür, dass es sich um Brandstiftung handelt“, sagte am Freitag Polizeisprecher Robert Sandmann. An einem der benachbarten Gebäude im Ortskern von Vorra (Kreis Nürnberger Land) wurden Hakenkreuze und andere fremdenfeindliche Schmierereien entdeckt. Die Ermittler suchen nun nach Spuren und Zeugen. Bisher gebe es keine Hinweise auf den oder die Täter, sagte Sandmann.

Die Gebäude, die gebrannt hatten, waren umgebaut und renoviert worden und sollten nach einem Beschluss der Regierung von Mittelfranken demnächst Flüchtlinge aufnehmen.

Eine Anwohnerin hatte den Brand in der Gaststätte entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Aus den Fenstern quoll starker Rauch. Kurze Zeit später bemerkten Anwohner und Feuerwehrleute, dass auch die anderen Gebäude in Flammen standen. Es gelang der Feuerwehr rasch, die Brände zu löschen. Rund 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Einer von ihnen erlitt leichte Verletzungen. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf etwa 700 000 Euro. Die Häuser sind unbewohnbar.

 

 

adc / dpa

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