Fr., 10.10.2014 , 10:28 Uhr

Fürstenfeldbruck: Kind schreit - Vater muss Bus verlassen

Weil sein Sohn ununterbrochen schrie, musste ein Mann in Fürstenfeldbruck einen Bus verlassen. Der Vater wollte seinen kranken Sohn zum Arzt bringen. 

 

Rausschmiss statt Kinderarzt

 

Young G. aus Fürstenfeldbruck wollte seinen Sohn zum Kinderarzt bringen, weil der sich eine schlimme Erkältung eingefangen hatte.

 

 

In der Buchenauer Straße steigt er in einen Bus des MVV, Linie 840. Der Sohn von Young weinte lautstark – nicht unüblich für kranke Kinder. Der Papa setzt sich mit seinem kranken Kind in die letzte Reihe des Busses.

 

Der Fahrer aber hört das Weinen des Kindes, und nach vier Haltestellen fordert er Vater und Sohn auf, den Bus zu verlassen. Young G. denkt aber gar nicht daran. Er ist im Besitz eines gültigen Fahrscheins und will seinen Sohn zum Arzt bringen.

 

Der Busfahrer gab an, unter dem Geschrei den Bus nicht fahren zu können und rief die Polizei.

 

Die Polizisten kommen an der Haltestelle, die das Ende der Fahrt markieren sollte, an. Die Beamten hören sich die Versionen von Fahrer und Fahrgast an… und schmeißen den Vater mit seinem Sohn aus dem Bus.

 

Später erklärt die Polizei Fürstenfeldbruck, dass es nicht ihre Sache sei, zu entscheiden, wer mitfahren darf und wer nicht. Wenn der Busfahrer von einem Fahrgast – oder dessen dreijährigem Sohn – denkt, dass er die Sicherheit gefährde, dann kann er von seinem Hausrecht Gebrauch machen. „Die Polizei muss das dann durchsetzen“, so heißt es von der Wache. Kein Wort des Bedauerns.

 

Zusammenhalt im MVV

 

Im Interview mit der tz äußert sich die Sprecherin des MVV zu dem Vorfall:

 

„Das Kind hat über vier Haltestellen nur gebrüllt. Die anderen Fahrgäste haben sich beschwert und den Fahrer aufgefordert, dafür zu sorgen, dass der Vater den Buben beruhigt. Der Fahrer ist im Bus der Hausherr. Wenn ihn oder die Fahrgäste etwas stört, kann er das Hausrecht ausüben. Wir glauben dem Fahrer. Wenn sich das alles so ereignet hat, hat er sich korrekt verhalten.“

 

Über „korrekt“ oder einfach nur „vorschriftsmäßig“ und über alle Grauzonen dazwischen darf sich jeder Leser selbst Gedanken machen.

 

In jedem Fall ist das nicht der erste merkwürdige Vorfall in öffentlichen Verkehrsmitteln in Fürstenfeldbruck:

Erst vor einiger Zeit sollen zwei Fahrkartenkontrolleure eine Schwangere gewürgt haben.

 

 

adc / mvv / pp / tz

Bus Buslinien Faschismus MVG mvv Öffentlicher Personennahverkehr ÖPNV Rausschmiss Ungerechtigkeit Verbindung

Das könnte Dich auch interessieren

08.03.2026 Alles zur Kommunalwahl auf münchen.tv Die Kommunalwahl in München am 8. März 2026 entscheidet darüber, wer künftig im Rathaus und in den Bezirksausschüssen die Richtung für unsere Stadt vorgibt. Auf unserer Seite zur Wahl finden Sie einen interaktiven München‑O‑Mat, mit dem Sie Ihre eigenen Positionen mit den Programmen der antretenden Parteien und Wählergruppen vergleichen können – einfach Thesen beantworten, Parteien 06.03.2026 Dauerhafte Haarentfernung im Realitätscheck: Was Ergebnisse wirklich stabil hält 05.03.2026 Medizinisches Cannabis in München: Wenn aus einer Debatte Lebensqualität wird Doch es herrscht auch Klärungsbedarf. Cannabis ist in den Köpfen vieler noch immer ein Lifestyle-Produkt, doch die Realität in den Münchner Praxen sieht anders aus. Hier geht es nicht um Trends, sondern um Schmerzlinderung, um die Rückkehr in den Alltag und um die Verantwortung, die eine moderne Therapie mit sich bringt.   Ein Medikament auf 05.03.2026 Die neue Ästhetik der Stille: Warum Münchens Top-Adressen auf biophiles Design setzen