Mi., 11.10.2017 , 16:56 Uhr

Mehr Polizisten mit Tasern? Bayern prüft Testlauf

Schießen ohne Kugeln: Elektroschockpistolen sollen verhindern, dass Polizisten in gefährlichen Situationen gleich zur echten Waffe greifen müssen. In Bayern könnten bald mehr Polizisten davon Gebrauch machen dürfen.

 

Der bayerische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft setzt sich dafür ein, dass mehr Polizisten im Freistaat Elektroschockpistolen nutzen dürfen. Die Beamten gingen verantwortungsvoll mit ihren Einsatzmitteln um, sagte Landeschef Hermann Benker am Mittwoch in München. Da jeder Gebrauch der sogenannten Taser lückenlos dokumentiert werde, sei eine volle Transparenz gewährleistet. Szenarien, wonach sie reihenweise gegen Demonstranten und Fußball-Hooligans zum Einsatz kommen könnten, wies er zurück.

 

Ausschließlich ausgewählte Einsatzkräfte sollen Taser nutzen dürfen

 

Das Innenministerium erwägt, den Einsatz der Taser probeweise auszuweiten. Der Testlauf könnte 2018 starten. Seit fast elf Jahren dürfen im Freistaat Spezialeinheiten (SEK) Elektroschocker nutzen. Sie kämen drei bis vier Mal im Jahr zum Einsatz, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Einsatzschwelle entspreche der von Schusswaffen. Dass alle Streifenbeamten damit ausgestattet würden, stünde nicht zur Debatte. Es gehe um ausgewählte Einsatzkräfte, sagte der Sprecher – ohne Details zu nennen.

 

Wie funktioniert ein Taser?

 

Bei einem Taser-Einsatz schießt der Polizist aus einer Distanz von drei bis fünf Metern mit Draht verbundene Pfeile ab. Ein Leuchtpunkt auf dem Körper der Zielperson zeigt die Trefferstelle an. Der Pfeil dringt einen Zentimeter tief in die Haut ein. Über den Draht wird ein Stromimpuls mit hoher Spannung abgegeben. Der Strom wirkt sich unmittelbar auf Nerven und Muskeln aus, was für die Dauer von mehreren Sekunden eine völlige Handlungsunfähigkeit bewirkt.

 

 

Taser-Testlauf erfährt Gegenwind von den Grünen

 

Der Taser-Beschuss ist umstritten. Bayerns Grüne kritisierten, dass die gesundheitlichen Risiken der Stromschläge noch unzureichend untersucht seien. «Gerade Ältere, Kinder, Schwangere und Herzkranke sind besonders gefährdet, wenn der Taser die Muskeln verkrampft», sagte Fraktionschefin Katharina Schulze. Für mehr Sicherheit in Bayern brauche es mehr Polizeipräsenz statt immer mehr technische Aufrüstung.

dpa

Bayern Elektroschockpistole München münchen.tv Polizei Taser Testlauf

Das könnte Dich auch interessieren

18.06.2026 Bayerns Sonnen-Gold: Wie Direktinvestments in Solarparks mit Batteriespeicher stabile Renditen sichern Die bayerische Wirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: der Notwendigkeit einer schnellen und nachhaltigen Energiewende sowie dem Wunsch privater und institutioneller Anleger nach inflationssicheren und wertstabilen Kapitalanlagen. In diesem Spannungsfeld etabliert sich eine Anlageklasse, die beide Anforderungen elegant miteinander verbindet: Direktinvestitionen in Photovoltaikanlagen. Anders als bei anonymen Fonds oder schwankungsanfälligen Aktien handelt es sich hierbei 13.05.2026 Mein Körper, meine Entscheidung: Warum Schönheits-OPs kein Tabu mehr sind Ästhetische Eingriffe werden heute deutlich offener thematisiert als noch vor einigen Jahren. Was früher häufig hinter verschlossenen Türen blieb, ist inzwischen Teil öffentlicher Gespräche geworden – ob in sozialen Medien, Podcasts oder persönlichen Erfahrungsberichten. Parallel dazu verändert sich auch die ästhetische Medizin selbst: Viele Menschen wünschen sich heute keine möglichst auffälligen Veränderungen mehr, sondern natürliche 22.04.2026 Wie Münchner ohne Stress fit bleiben Die Informationsflut im Netz ist gewaltig und oft mehr ermüdend als erhellend. Dabei ist Gesundheitsmanagement im aktuellen Jahr keine Frage der Erschöpfung mehr, sondern eine des geschickten Timings und der richtigen digitalen Verbündeten. Statistiken zeigen, dass über 60 Prozent der Deutschen ihre Gesundheitsfragen zuerst dem Internet stellen, bevor sie überhaupt den Hörer für einen Termin 09.04.2026 Die schönsten Camperrouten rund um München für ein Wochenende München liegt in einer Region, die wie geschaffen ist für kurze Roadtrips mit dem Camper. Innerhalb weniger Stunden erreicht man Seen, Alpenpässe und kleine Orte mit traditioneller Architektur. Genau deshalb entscheiden sich immer mehr Reisende dafür, das Wochenende im eigenen Tempo zu verbringen und spontan neue Orte zu entdecken. Wer einmal mit dem Camper unterwegs