Do., 05.02.2015 , 09:24 Uhr

München: Mehr als 25 000 Metaller im Warnstreik

Der fünfte Warnstreik-Tag in der bayerischen Metallindustrie war der größte im laufenden Tarifkampf – gut 25 000 Mitarbeiter setzten ein klares Zeichen für die Forderung nach deutlich mehr Lohn. Die Arbeitgeber reagieren mit Unverständnis.

 

Die Warnstreikwelle in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat am Mittwoch einen Höhepunkt erreicht. Schon bis zum Nachmittag beteiligten sich nach Angaben der IG Metall mehr als 25 000 Arbeitnehmer in 26 Betrieben an Aktionen. Schwerpunkt sei Audi in Ingolstadt gewesen, wo 13 500 Beschäftigte im Warnstreik gewesen seien.

 

Die IG Metall fordert in dem Tarifkonflikt 5,5 Prozent mehr Lohn sowie eine bessere Regelung der Altersteilzeit. Die Arbeitgeber bieten 2,2 Prozent mehr Lohn.

 

Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie kritisierte die Warnstreiks. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte: „Wir haben in der zweiten Tarifverhandlung Ende Januar ein vernünftiges und faires Angebot vorgelegt und sind mit diesem auf alle drei Forderungen der IG Metall Bayern eingegangen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die IG Metall nach wie vor auf massive Warnstreiks setzt.“ Das sei angesichts der schwindenden Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Metallindustrie ein gefährliches Signal.

 

Der Chefvolkswirt des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Michael Stahl, sagte am Mittwoch in Berlin, die Auftragseingänge wüchsen. Voraussichtlich werde die Produktion in diesem Jahr um 1,5 Prozent wachsen. Beim Umsatz rechnet Gesamtmetall mit einem Zuwachs von 4 Prozent.

 

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Stimmung ist aufgeheizt

 

Der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler sagte, das Angebot der Arbeitgeber sei eisig. „Die Stimmung bei unseren Warnstreiks ist im Gegensatz dazu sehr aufgeheizt. Damit es wieder Frühling in den Betrieben wird, fordere ich die Arbeitgeber zu einem sonnigen Angebot auf.“ Die dritte Verhandlungsrunde für die 790 000 bayerischen Metaller finden am Montag in Aschaffenburg statt.

 

Bayern ist nach Baden-Württemberg der zweitgrößte Tarifbezirk. In der vergangenen Tarifrunde 2013 war hier der Pilotabschluss erzielt worden, der dann auch in den übrigen Bezirken übernommen wurde. Noch ist offen, in welchem Bezirk diesmal der Pilotabschluss verhandelt wird.

 

Für Mittwoch hatte die Gewerkschaft Beschäftigte in 35 bayerischen Betrieben zu Aktionen aufgerufen. Allein beim Flugzeugzulieferer MTU Aero Engines und im BMW-Forschungszentrum in München beteiligten sich nach Angaben der IG Metall rund 3000 Beschäftigte. Größere Aktionen gab es auch bei Airbus in Manching, BMW in Landshut und ZF Friedrichshafen in Auerbach. Der Münchner IG-Metall-Chef Horst Lischka zeigte sich am Mittag zufrieden – die Beteiligung sei in den meisten Fällen besser als erwartet, die Tarifforderung stoße auf breiten Rückhalt in den Betrieben.

 

Für Donnerstag kündigte die IG Metall Warnstreiks unter anderem beim Lkw-Hersteller MAN in München an. Mehrere Tausend Beschäftigte sollen dort die Arbeit für mehrere Stunden niederlegen.

 

rg / dpa

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