Blumenau: Gefährliche Körperverletzung durch mehrere Täter

Ein Münchner Sanitäer wurde von mehreren Jugendlichen brutal zusammengeschlagen. Mit Kopfverletzungen wurde der 34-jährige in ein Münchner Krankenhaus gebracht. Die Polizei sucht nach Zeugen.

 

Am vergangenen Montag spielte eine Gruppe von ca. 8-10 männlichen Jugendlichen gegen 17.40 Uhr im Innenhof eines Einkaufszentrums an der Blumenauer Straße Fußball. Sie standen dabei im Kreis und spielten sich den Ball zu. Hierbei wurde der Fußball auch gegen die Scheibe eines Cafes geschossen.

 

Ein ca. 70-jähriger, bislang noch unbekannter Gast dieses Cafes, hob den Ball auf und forderte die Jugendlichen auf, doch auf einen nahegelegenen Bolzplatz zu gehen, um dort weiter zu spielen.

Ein Jugendlicher aus dieser Gruppe, der ebenfalls noch nicht identifiziert ist, forderte den älteren Herrn nun auf, den Ball herauszugeben und sich nicht einzumischen. Dabei stand er dem Senior in drohender Haltung, Nase an Nase, gegenüber.

 

Der spätere Geschädigte, ein 34-jähriger Rettungssanitäter, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Innenhof des
Einkaufszentrums unterwegs war, wurde auf diese Situation aufmerksam. Er kam dem älteren Herrn zu Hilfe, übernahm von
diesem den Ball und gab diesen den Jugendlichen mit der Aufforderung zurück, doch woanders zu spielen.

 

Ein junger Mann, ca. 20 Jahre alt und ungefähr zwei Meter groß, stellte nun den Rettungssanitäter zur Rede und fragte ihn, warum
er sich hier einmischen würde. Es entbrannte zunächst ein verbaler Streit zwischen den beiden Männern, wobei der Unbekannte angab, der ältere Bruder eines der Fußballspieler zu sein.

 

In der weiteren Folge kam es zu einem Gerangel, das sich zunächst nur zwischen dem Rettungssanitäter und seinem Gegner mit gegenseitigem Festhalten und Schubsen abspielte. In dieses Gerangel mischten sich aber dann etliche Jugendliche aus der Gruppe ein. Sie umringten den Geschädigten, einer hielt ihn von hinten fest und der 20-Jährige versetzte dem Geschädigten einen Faustschlag ins Gesicht. Weiterhin versuchten mehrere Täter den Rettungssanitäter zu Boden zu ringen, was aber nur teilweise gelang. Als er schließlich in die Knie ging, wurde er von allen Seiten durch Schläge und Tritte in den Bauch, in den Rücken und gegen den Kopf getroffen.

 

Plötzlich ließen alle Täter von dem Geschädigten ab und flüchteten zu Fuß. Offenbar hatten sie mitbekommen, dass die Polizei verständigt worden war.

 

Der Münchner wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, wo er wegen Prellungen, Abschürfungen und Schwellungen an Kopf und Körper behandelt werden musste.

 

Seine Frau und die beiden Kinder wurden nicht behelligt, mussten das Geschehen jedoch mit ansehen und sind entsprechend verstört. Der 34-Jährige wurde inzwischen bei der Kriminalpolizei eingehend vernommen und erkannte auf vorgelegten Bildern mehrere Jugendliche als Mitglieder der Fußballgruppe wieder.

 

Hinsichtlich deren individueller Tatbeteiligungen sind weitere Ermittlungen erforderlich.

 

Zwei Beschuldigte, ein 15-jähriger Schüler und ein 18-jähriger Arbeitssuchender, wurden im Rahmen der Sofortfahndung festgenommen. Sie streiten jegliche Tatbeteiligung ab. Ein 17-jähriger Schüler, der der Münchner Polizei als Intensivtäter bekannt ist, wurde durch Beamte der Polizeiinspektion 41 (Laim) identifiziert. Er machte bei seiner Vernehmung von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Hinsichtlich der unbekannten Mittäter sowie dem noch unbekannten ca. 70-jährigen Zeugen sind weitere Ermittlungen nötig.

 

Zeugenaufruf:

 

Personen, die den Vorfall am Montag, 20.10.2014, im Einkaufszentrum an der Blumenauer Straße 10b beobachtet haben und dazu weitere Angaben machen können, bzw. Hinweise auf die beteiligten Täter geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 23, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

 

RG / Polizei

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