Fr., 17.03.2017 , 08:45 Uhr

Munitionsfund in Freimann – Sperrzone muss erweitert werden

Wie die Feuerwehr München mitteilt, ist im Zuge der Räumung des Munitionsfunds am Zwergackerweg 3 in Freimann auch noch eine schädliche Substanz gefunden worden. Der Sprengmeister hat vor Ort  auch ausgelaufene Chemikalien gefunden.

 

+++Update+++

Im Zuge der Räumungsarbeiten des Munitionsfunds in Freimann sind am Sonntag mögliche Statikprobleme für eine Teil des Anwesens Zwergackerweg 3 festgestellt worden. Da ein Teil des Hauses im Löschwasserbecken steht, muss nun nach dem Befund eines Baustatikers das Fundament dort mit Stahlträgern gesichert werden. Die Beseitigung der Munition läuft weiter.

Die Zugänge zum Sperrgebiet sind mit Bauzäunen gesichert und werden durch einen Sicherheitsdienst bewacht. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort.

Am Sonntag konnten erstmals Anwohner ihre Häuser wieder für zwei Stunden betreten, um das Nötigste zu erledigen. Weitere solcher Zeitfenster sollen auch in den kommenden Tagen ermöglicht werden.

Bislang sind rund 90 Betroffene in Hotelzimmern untergebracht. Die Hotline unter 2353-55555 steht auch weiterhin rund um die Uhr zur Verfügung.

Betroffene, die sich in einer sozialen Notlage befinden (z.B. bei finanzieller Bedürftigkeit), können sich an die Hotline wenden, die eine entsprechende Beratung durch das Sozialreferat vermittelt.

Derzeit tritt die Stadt bei den Hotelkosten sowie den Aufwendungen für den Sicherheitsdienst und die Bauzäune finanziell in Vorleistung, damit die Gefahrenlage schnellstmöglich beseitigt werden kann. Über alles Weitere wird der Stadtrat in der Vollversammlung am 5. April zu entscheiden haben.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Bei der in Freimann gefundenen Munition handelt es sich um überbleibsel von Phosphorbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Phosphorbomben gelten als besonders grausam. Sie verursachen schwer heilende Brandverletzungen, zudem sind die Phosphordämpfe giftig. Nach den Zusatzprotokollen der Genfer Abkommen von 1977 dürfen Phosphorbomben nicht eingesetzt werden, wenn Zivilisten in Gefahr geraten. Die USA und Israel haben die Protokolle nicht unterzeichnet. Teils wurden die Bomben auch als «Signalwaffen» eingesetzt, da sich nach der Detonation ein lichtreflektierender Vorhang in der Luft bildet, der Streitkräften den Weg weisen kann.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Mittlerweile ist die Sperrzone rund um den Fundort geräumt. Alle Anwohner haben sich kooperativ gezeigt und das Gebiet verlassen. Die betroffenen Personen kamen teils in bereitgestellten Hotels oder bei Bekannten und Verwandten unter. Der Kampfmittelräumdienst wird in Kürze mit den Bergungsarbeiten beginnen. Um die Behinderungen so gering wie möglich zu halten, werden die Sprengmeister im Schichtdienst sowie am Wochenende arbeiten. Nach derzeitigen Kenntnisstand könnten die Bergungsarbeiten daher in zehn Tagen abgeschlossen sein.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

Der Sprengmeister schätzt die Gefahr, dass sich die Sprengmittel selbst entzünden könnten, höher ein als bislang angenommen. Deshalb muss der Räumungsbereich von bisher 50 Metern Radius für zunächst 10 Tage auf 100 Meter Radius erweitert werden.

 

Außerdem gilt die Sperrung des Bereichs nun rund um die Uhr. In dieser ausgeweiteten Sperrzone liegen ca. 100 Häuser mit rund 200 Anwohnern.

 

Aufgrund der geänderten Gefährdungseinschätzung des Sprengmeisters mussten die 24 Anwohner im bisherigen 50-Meter-Radius ihre Häuser sofort räumen. Die Munition wurde zwischenzeitlich mit nassem Sand vorübergehend abgedeckt, um die Gefahr der Selbstentzündung und mögliche Auswirkungen bis zur Fortsetzung der Räumungsarbeiten am Freitag früh zu minimieren.

 

Die übrigen Betroffenen in der erweiterten Sperrzone müssen ihre Häuser bis Freitag früh, 17. März, 8 Uhr, verlassen haben. Für mobilitätseingeschränkte Personen steht vor Ort ein Sanitätsdienst bereit. Für die etwaige Unterbringung von Haustieren steht die Stadt mit dem Tierheim und dem Veterinäramt in Kontakt.

 

Im Willi-Graf-Gymnasium wird eine Anlaufstelle eingerichtet, die die Betroffenen mit Rat und Tat unterstützt. Zur Unterbringung stellt die Stadt ihnen für den Zeitraum der Evakuierung Hotelzimmer bereit. Es ist vorgesehen, während des Evakuierungszeitraums mehrere Zeitfenster zu öffnen, um den Bewohnern die Möglichkeit zu geben, sich mit dringend benötigtem auszustatten oder notwendige Erledigungen vorzunehmen. Außerdem wird für die Anwohner eine Hotline eingerichtet.

 

Konkret betroffen von der erweiterten Sperrzone in Freimann sind folgende Adressen:

 

sb/Feuerwehr München/dpa/Stadt München

erwitert Evakuierung Feuerwehr Freimann München Munition Sperrzone

Das könnte Dich auch interessieren

22.04.2026 Wie Münchner ohne Stress fit bleiben Die Informationsflut im Netz ist gewaltig und oft mehr ermüdend als erhellend. Dabei ist Gesundheitsmanagement im aktuellen Jahr keine Frage der Erschöpfung mehr, sondern eine des geschickten Timings und der richtigen digitalen Verbündeten. Statistiken zeigen, dass über 60 Prozent der Deutschen ihre Gesundheitsfragen zuerst dem Internet stellen, bevor sie überhaupt den Hörer für einen Termin 09.04.2026 Die schönsten Camperrouten rund um München für ein Wochenende München liegt in einer Region, die wie geschaffen ist für kurze Roadtrips mit dem Camper. Innerhalb weniger Stunden erreicht man Seen, Alpenpässe und kleine Orte mit traditioneller Architektur. Genau deshalb entscheiden sich immer mehr Reisende dafür, das Wochenende im eigenen Tempo zu verbringen und spontan neue Orte zu entdecken. Wer einmal mit dem Camper unterwegs 18.12.2025 Zahngold verkaufen in München: So holen Sie das Beste aus alten Kronen und Brücken heraus Viele Menschen haben zu Hause noch kleine Döschen mit alten Kronen, Brücken oder Inlays liegen – entweder vom letzten Zahnarztbesuch oder von den Eltern und Großeltern. Was häufig nicht beachtet wird: dass darin ein beachtlicher Wert stecken kann. Zahngold besteht in der Regel aus hochwertigen Edelmetall-Legierungen und kann – richtig verkauft – einen unerwarteten Geldbetrag 13.08.2025 Münchener Klischees widerlegt: Diese 3 Dinge stimmen einfach nicht! Klischee #1: München ist teuer Unbestritten führt München die Liste der teuren Städte in Deutschland an, vor allem wenn es um Wohnungen in der Altstadt, im Lehel oder in Schwabing geht. Quadratmeterpreise von 20 oder 30 Euro sind dort keine Ausnahme, sondern bittere Realität. Doch wer glaubt, das gesamte Stadtgebiet schwimme in einem Ozean aus