Sa., 26.09.2015 , 16:28 Uhr

Rassistische Tat am Ebersberger Bahnhof - Männer gehen mit Stangen auf Ausländer los

Am Bahnhofsplatz in Ebersberg ereignete sich gestern gegen 21.45 Uhr ein schwerer Landfriedensbruch mit gefährlicher Körperverletzung, in dessen Folge zwei Personen mit afghanischer Staatsbürgerschaft verletzt wurden.

 

Der 41-jährige Betreiber eines Dönerstandes rief die Polizei, nachdem eine Personengruppe, bewaffnet mit Hämmern und einer Holzstange (ähnlich einem Baseballschläger) überfallartig vor dem Laden auftauchte. Mindestens vier Männer waren in den Geschäftsraum eingedrungen und zerschlugen die Eingangstür und eine Vitrine. Ein anwesender 31-jähriger Afghane wurde mit einer Holzstange geschlagen und erlitt Platzwunden und Blutergüsse.

 

Ein ebenfalls anwesender 20-jähriger Landsmann wurde mit einem Messer an der Hand verletzt. Der 31-jährige musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der 41-jährige Betreiber des Imbisses, der sich in der Küche aufgehalten hatte,  blieb unverletzt. Der verursachte Sachschaden wird auf rund 5000 Euro geschätzt. Während der Tatausführung grölten die Täter ausländerfeindliche Parolen, sprachen Drohungen und massive Beleidigungen aus.

 

Polizei benötigt Hinweise

 

Bereits gegen 20.45 Uhr, rund eine Stunde vor dieser Tat, verständigte der 41-jährige Geschädigte die Polizei, nachdem er beobachtet hatte, wie zwei der später am Landfriedensbruch beteiligten Männer nach der Ankunft einer S-Bahn offensichtlich gezielt auf Ausländer und Farbige zugingen, diese beschimpften und beleidigten.  Zwei der Geschädigten wirkten deeskalierend auf die Situation ein. Bei Eintreffen der Polizei hatte sich die Situation bereits erledigt, Täter und potentielle Opfer waren nicht mehr anwesend.

 

Im Zuge der von der Polizeiinspektion Ebersberg eingeleiteten Fahndung wurden gegen 23.00 Uhr acht Tatverdächtige im Alter von 19 bis 34 Jahren, darunter eine Frau, in einer Wohnung in Ebersberg angetroffen und zur Identitätsfeststellung vorläufig festgenommen. Die weiteren Ermittlungen zum Tatgeschehen wurden inzwischen vom Staatsschutzkommissariat der Kriminalpolizei Erding übernommen.

 

In diesem Zusammenhang bitte die Kripo Erding Personen, die Angaben zu beiden geschilderten Vorfällen machen können, sich bei der Kriminalpolizei Erding, Tel. 08122 – 9680 oder der Polizeiinspektion Ebersberg, Tel. 08092 – 82680 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

 

Pol/mk

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