Feuerwehr löscht Brand. , © Symbolfoto. Foto: Berufsfeuerwehr

Brandanschlag auf Asylunterkunft – 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt

In Winden wurde ein ehemaliger Landgasthof, der als Unterkunft für Asylbewerber vorgesehen ist, angezündet. Eine Sonderkommission der Kriminalpolizei ermittelt mit Hochdruck. Hinweise die zur Aufklärung der Tat führen, werden mit 10.000 Euro belohnt.

 

In Winden ist ein ehemaliger Landgasthof als Unterkunft für Asylbewerber vorgesehen. Besagter Gasthof wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (15./16.07.2015) Tatort einer Brandstiftung. Die Sonderkommission „Däuber“ der Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt derweilen mit Hochdruck an der Aufklärung der Straftat.

 

Mehr als 200 Leute werden befragt

 

Nachbarn und Anwohner wurden bereits umfangreich befragt. Hierbei ergaben sich allerdings keine konkreten Anhaltspunkte zur Täterermittlung. Nun werden über 200 Teilnehmer einer Schulabschlussfeier, die sich an dem benachbarten Heideweiher aufhielten, befragt. Die Befragung dauert noch an. In diesem Zusammenhang werden auch die Jugendlichen gebeten, die nicht an der Feierlichkeit teilnahmen, sich jedoch in der Brandnacht am Badeweiher aufhielten, sich bei der Polizei zu melden.

 

10.000 Euro Belohnung

 

Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Eichstätt wird die Soko „Däuber“ in den nächsten Tagen Fahndungsplakate als Handzettel an die ortsansässige Bevölkerung verteilen.
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, ist nun eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Sachdienliche Hinweise werden von der Soko „Däuber“ unter der Telefonnummer 0841-9343-0 entgegen genommen.

 

 

Im Ort hatte es zuvor heftige Debatten um die Unterbringung gegeben

 

Die Feuerwehr konnte die Flammen schnell unter Kontrolle bringen. Der Gastraum des früheren Landgasthofs brannte völlig aus. Der Sachschaden beträgt mindestens 150 000 Euro. Das angrenzende Wohnhaus, in dem ab September Flüchtlinge untergebracht werden sollten, wurde weniger stark beschädigt. 67 Asylbewerber sollten nach Angaben des Polizeisprechers in der geplanten Unterkunft eine Bleibe finden. Im Ort hatte es allerdings hitzige Diskussionen über die Unterkunft gegeben. „Es gab Proteste aufgrund des geplanten Umfanges einer Unterbringung“, sagte der Polizeisprecher. Ursprünglich hätten mehr als 100 Asylbewerber dort einziehen sollen, die Zahl sei aber dann reduziert worden.

 

 

Weitere Anschläge

Vor etwas mehr als einem halben Jahr hatten im mittelfränkischen Vorra zwei geplante Flüchtlingsunterkünfte gebrannt. Auch in anderen Teilen der Bundesrepublik gab es Vorfälle dieser Art: Im Mai brannte ein im Bau befindliches Flüchtlingsheim in Limburger Hof in Rheinland-Pfalz, im April legten Unbekannte in einer fast fertigen Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz in Sachsen-Anhalt Feuer. Meldungen über Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte häufen sich.

 

Außerdem hatten in Erding unbekannte Täter, in der Nacht vom 28. auf den 29., einen Wohncontainer von Asylbewerbern mit Farbe beschmiert. Die Schmierereien sind von rechtsradikaler Natur und zeigen ein Hakenkreuz so wie den Namen „Hitler“. Die Polizei ermittelt und hofft auf sachdienliche Hinweise.

 

Währenddessen kommt es auch in München zu massiven Problemen, weil die Flüchtlingseinrichtungen restlos überfüllt sind. Mehr dazu lesen Sie auch hier.

 

 

(pol/dpa)