Fr., 03.10.2014 , 11:02 Uhr

Bildung: Spaenle wehrt sich gegen Opposition

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) verteidigt den Charakter der Mittelstufe Plus für bayerische Gymnasien und äußert wenig Verständnis für die Bedenken von SPD und Grüne.

 
München -Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) setzt sich in einer Pressemitteilung nun gegen die harsche Kritik aus der Opposition gegen seine Reform „Mittelstufe Plus“ zur Wehr. SPD und die Grünen verharren offensichtlich in einer überkommenen pädagogischen Blickweise“, ließ der Minister verlauten, der bereits bei der Vorstellung seine Konzepts gegenüber münchen.tv verlauten ließ: „Die Diskussion ob G9 oder G9 ist vollkommen überholt und retro.“
Die SPD hatte die Schüler, die zusätzliche Lernzeit in Anspruch nehmen, als „Prangerklasse“ bezeichnet, die Grünen von „Sitzenbleibern“ gesprochen. Spaenle besteht jedoch darauf, dass er bei pädagogischem Bedarf in der Mittelstufe des Gymnasiums mehr Lernzeit anzubieten. Seiner Ansicht nach werde das der gewachsenen Heterogenität der Schülerinnen und Schüler gerecht und helfe bayernweit gleiche Bildungsbedingungen zu verwirklichen. Das pädagogische Maßnahmenpaket biete die Chance, den Gegensatz zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium aufzuheben.

 


Pädagogischer Bedarf besteht für Minister Spaenle bei Schülerinnen und Schüler, die längere Zeit brauchen, um sich den Stoff zu erschließen und sich die erforderlichen Kompetenzen zu erarbeiten, ebenso wie für Schüler, die besondere Talente ausprägen wollen, die z.B. für einen längeren Auslandsaufenthalt oder für hohes sportliches oder musisches Engagement mehr Zeit in der Mittelstufe nutzen wollen.

Schulen sollen selbst entscheiden

Etwa 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe haben von den bisherigen zusätzlichen Förderangeboten Gebrauch gemacht. Die Landes-Eltern-Vereinigung an den Gymnasien gehe von etwa einem Viertel der Schülerinnen und Schüler aus, die mehr Förderung in Anspruch nehmen würden.

 
Das Angebot will das Bildungsministerium gemeinsam mit den Schulen in einer zweijährigen Pilotphase erproben. Und auch für die Phase eines „Rollout“ von dann bewährten Förderangeboten ab 2017/2018 erklärt Spaenle, dass die Schulen selbst über das Angebot entscheiden sollen.
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